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Bandbreite an Einsätzen wird immer größer

ch; 3. Mar 2013, 16:55 Uhr
Bilder: Christian Herse --- Die Feuerwehren der Gemeinde Lindlar blicken auf ein abwechslungsreiches Jahr zurück, das aber mit einer schlagkräftigen Truppe gut absolviert wurde.
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Bandbreite an Einsätzen wird immer größer

ch; 3. Mar 2013, 16:55 Uhr
Lindlar – Bei 171 Alarmen wurden die Feuerwehren der Gemeinde mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Einsatzlagen konfrontiert – Schwarzes Jahr auf Lindlars Straßen – Wechsel in der Wehrführung.
Von Christian Herse

Großbrand, tödlicher Verkehrsunfall, Hochwasser, Schneebruch, Tierrettung, Umweltschaden – der moderne Feuerwehrmann von heute muss weitaus mehr können, als einen Schlauch halten oder den Besen zu schwingen. Am eigenen Leib spürten das die Lindlarer Feuerwehrleute ganz besonders im vergangenen Jahr. „Noch nie zuvor hatten wir ein solch vielschichtiges Einsatzjahr“, bringt es Pressesprecher Florian Sauer gestern Abend auf den Punkt.

[Der frührer Feuerwehrchef Hermann-Josef Höfer wurde von seinem Nachfolger in die Ehrenabteilung verabschiedet.]

Zwar blieb die Zahl der Brände (27) und Technischen Hilfeleistungen (116) quasi konstant, dennoch stieg insbesondere durch Fehlalarme und sonstige Einsätze, wie die Befreiung von Hunden aus misslichen Lagen, die Gesamtzahl an Alarmen von 152 auf 171. Rekordverdächtig war hingegen die Zahl der Einsatzstunden, die mit 2.210 nur knapp am Allzeithoch von 2004 mit 2.221 vorbeischrammte. Mehrfach galt es für die Floriansjünger größere Schäden für das Gemeinwohl bei Unwettereinsätzen zu verhindern. Bei einem Sommersturm zogen Windböen eine Schneise der Verwüstung durch das Lennefetal, kurz vor Weihnachten setzte Dauerregen hingegen insbesondere das Sülztal unter Wasser.

Wahrlich ein schwarzes Jahr war 2012 für die Autofahrer in Lindlar. Bei Unfällen am 17. Januar und 17. Oktober kamen jeweils zwei Menschen ums Leben. „Bilder, die wir so schnell nicht mehr vergessen werden“, musste der scheidende stellvertretende Wehrführer Dietmar Feldhoff feststellen. Bei zwei weiteren Unglücken starben ebenfalls die Fahrzeugführer, wobei jedoch in beiden Fällen internistische Erkrankungen zu den Unfällen geführt hatten. Im Frühjahr beschäftigte derweil ein Feuerteufel die Kameraden, die am 10. März den Vollbrand eines Reitgestüts in Falkenhof gerade noch verhindern konnten.

Der Blick in die Einsatzstatistik zeigt also, wie wichtig eine ausgebildete Truppe ist. „Für ihre Bereitschaft, bei Wind und Wetter auszurücken, kann ich nur meinen Hut ziehen“, fand Bürgermeister Georg Ludwig dankende Worte. „Mehrfach konnte ich mit bei Einsätzen selbst von dem Leistungsvermögen der Kameraden überzeugen, die mir und jedem Bürger das Gefühl geben, in einer sicheren Gemeinde zu leben.“


[Wehrführer Dieter Hungenberg (Mitte) mit seinem alten Stellvertreter Dietmar Feldhoff (links), der sein Amt an Axel Richerzhagen abgegeben hat.]

Für die Sicherheit der Menschen sorgen aktuell 154 Aktive aus den vier Standorten Lindlar, Frielingsdorf-Scheel, Hohkeppel und Remshagen. Zudem gehören 41 Jugendfeuerwehrleute und 45 Ehrenmitglieder den Floriansjüngern an, womit die Gesamtzahl an Kameraden um vier auf 240 stieg. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Matthias Schröder betonte, wie wichtig es sei, dass die Älteren ihr Wissen an Jüngere weitergeben: „In Lindlar müssen wir uns keine Sorgen um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr machen. Die Kameradschaft wird gelebt und es gibt noch ausreichend Männer und Frauen, die Teil dieser Gemeinschaft sein möchten.“

Über mehrere Jahr Kopf dieser Gemeinschaft war Hermann-Josef Höfer, der von 1998 bis 2000 der Gemeindefeuerwehr sogar als Wehrführer vorstand. Am Abend wurde er schließlich mit stehenden Ovationen von den Kameraden in die Ehrenabteilung entlassen, genauso wie Siegfried Breidenbach (Löschzug Lindlar) und Harry Hamm (Löschgruppe Scheel). Ebenso standen mehrere Wechsel in der Führungsriege an. Bernd Feldhoff übernahm die Position des Gruppenführers von Karl Sauermann. Zudem wurde Marc Spiegel zum stellvertretenden Gruppenführer im Lindlarer Löschzug ernannt, während Udo Ordbach die Rolle des neuen stellvertretenden Zugführers im Löschzug II übernehmen wird.

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Auf viele Jahre der hervorragenden Zusammenarbeit blickte Wehrführer Dieter Hungenberg zurück, der sich bei Dietmar Feldhoff für stets großartige Unterstützung bedankte, der das Amt des Stellvertreters nun an Axel Richerzhagen aus Frielingsdorf abtrat. Gemeinsam mit Charly Kruggel habe man damit weiterhin eine schlagkräftige Wehrführung, die gemeinsam zum Wohle der Feuerwehr in Lindlar agiere, so Hungenberg.

Wie in jedem Jahr nahmen die Verantwortlichen auch dieses Mal bei der Jahresdienstbesprechung, die vom Musikverein Süng gestaltet wurde, einige Ehrungen, Beförderungen und Aufnahmen vor: Link.
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