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Die Engel fliegen wieder

ch; 1. Oct 2012, 01:44 Uhr
Bild: Christian Herse --- Der neue Vorstand des Engelsvereins mit dem Vorsitzenden Ralf Rother (2.v.l.) und Bürgermeister Dr. Gero Karthaus (hinten Mitte).
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Die Engel fliegen wieder

ch; 1. Oct 2012, 01:44 Uhr
Engelskirchen – Der Engelverein hat sich neu aufgestellt und für die jetzt beginnende Saison ehrgeizige Ziele gesteckt, um den lang gehegten Wunsch, die Gründung des ersten Engelmuseums, in die Tat umzusetzen.
Wer die Engelmanufaktur an der Leppestraße betritt, hat ein bisschen das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen. Es ist nicht nur, dass hier scheinbar das ganze Jahr über Weihnachten herrscht, sondern auch die Figuren selbst strahlen eine innere Ruhe aus. Kein Wunder also, dass der mittlerweile patentierte Engel regional auf großes Interesse stößt und sich viele Einwohner der Aggergemeinde damit identifizieren.

„Die meisten unserer Kunden kommen aktuell tatsächlich noch aus Engelskirchen“, berichtet Ralf Rother, der Vorsitzende des Engelvereins. Aber auch darüberhinaus ist das Interesse ungebrochen. 450 große Engel wurden im letzten Jahr verkauft, außerdem  tausende Kleinteile. „Wir können hierbei glücklicherweise auf die Kooperation mit den Behindertenwerkstätten Oberberg setzen, die uns die Engel produzieren“, erläutert Rother die Produktionsvorgänge. „Ebenfalls langjährig mit dabei ist die Hauptschule Ründeroth, die auch als Sekundarschule uns weiterhin bei Sonderanfertigungen unterstützen wird.“ Bereits jetzt habe die Produktion begonnen, sodass sich ab Mitte Oktober die Lager füllen werden. Man sei besser auf die Saison vorbereitet, als es letztes Jahr der Fall war, wo es zu Lieferengpässen kam, hofft Rother.


Grundsätzlich erlebt der Engelverein aktuell eine Renaissance. Anfang des Jahres wurde ein neuer Vorstand gewählt, der frischen Wind bringen soll. Der weitere Vorstand setzt sich zusammen aus dem zweiten Vorsitzenden Friedhelm Miebach, dem Schatzmeister Clemens von Boeselager, der Schriftführerin Andrea Suchanek sowie der Beisitzerin für das Engelmuseum und die Inventarisierung Katharina Griemens, dem Beisitzer für die Engelmanufaktur Markus Kriener und der Beisitzerin für besondere Aufgaben Eva Folz. Zweimal die Woche treffe man sich, um die Vorbereitungen zum Weihnachtsgeschäft zu treffen.

Der Verkauf der Engel ist dabei nur ein Teil der Arbeit. Schon seit langem hegt man den Wunsch nach einer eigenen Ausstellung. Das erste „Deutsche Engelmuseum“ soll dabei seinen Standort im Herzen der Gemeinde haben und neben Präsentierräumlichkeiten auch eine kleine Werkstatt sowie einen Shop bieten, so die Vorstellungen Rothers. Ausstellungsstücke habe man genug. Über 15.000 Exponate zählen bereits zum Eigenbesitz, viele sind alte Stücke von Johann Fischer, der im Engeldorf in Kürten die weltweit größte Engelsammlung besaß und kürzlich verstorben ist. „Wir katalogisieren jedes einzelne Stück und fotografieren es ab, um es anschließend in einer speziellen Museumssoftware einzugeben“, beschreibt Griemens eine mühselige Arbeit, die zum Verkauf noch hinzukommt. Bürgermeister Dr. Gero Karthaus bot bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten seine Hilfe an: „ Wir praktizieren mit dem Engelverein eine enge Partnerschaft. Das ist hier eine schlagkräftige Truppe, die meistens im Hintergrund agiert.“

Doch diese Gruppe ist noch überschaubar. Erst 34 Mitglieder kann der Verein bislang zählen. Ralf Rother hofft dabei auf die Unterstützung aus der Bevölkerung: „Ich würde mir wünschen, dass sich jedes Engelskirchener Unternehmen hier miteinbringen würde.“ Auch helfende Hände beim Vertrieb der Ware seien sehr gern gesehen. Mit Flyern gehe man deswegen jetzt verstärkt auf Mitgliedersuche. „Wir machen das alles ehrenamtlich, aber mit dem Ziel, unseren Engel aus Engelskirchen weiter bekannt zu machen. Ich bin mir sicher, dass es viele Menschen gibt, die so ein Unterfangen mit unterstützen“, glaubt Rother. Denn mit der Vorweihnachtszeit sind die Engel wieder in aller Munde und fungieren als Identifikationsmerkmal zur eigenen Heimat.
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