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Von der Tafel an die Werkbank

fj; 7. Sep 2012, 15:35 Uhr
Bilder: privat --- Den Auszubildenden werden die verschiedenen Werkstücke vorgestellt.
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Von der Tafel an die Werkbank

fj; 7. Sep 2012, 15:35 Uhr
Marienheide - Eigentlich ist Daniel Hohn Lehrer an der Gesamtschule in Marienheide - Kurz vor den Sommerferien tauschte er Lehrerpult gegen Blaumann und absolvierte ein einwöchiges Praktikum bei der Firma August Rüggenberg.
Bereits zum zweiten Mal initiierte die Oberbergische Koordinierungsstelle Ausbildung, OK-Ausbildung, ein Betriebspraktikum für Lehrer. Ziel ist es, den Lehrern die Möglichkeit zu geben, einen Betrieb, in dem auch ihre Schüler eine Ausbildung absolvieren könnten, kennenzulernen. Diese Chance ließ sich Daniel Hohn nicht entgehen. Bei der Firma August Rüggenberg in Marienheide erhielt er als Praktikant Einblicke in die Elektroniker-Ausbildung sowie in Ausbildungen im Bereich Materialverarbeitung und Anlagenführung.


Schaltungen entwerfen, die Funktion und Relais kennenlernen, Lötkolben richtig einsetzen – seine Aufgaben unterschieden sich nicht von denen der anderen Lehrlinge. Wohl aber seine körperliche Kraft: „Ich spürte sehr schnell, dass meine Kraft und Ausdauer in verschiedenen Muskeln sehr zu wünschen übrig ließ und ich mir in einer eventuellen Ausbildung erst im Laufe der Zeit die nötige Kraft antrainieren müsste.“ Umso stolzer sei er über jedes Lob gewesen, das er dann doch für seine Arbeit von den Ausbildern bekam. Immer wieder griffen ihm ehemalige Schüler unter die Arme. „Eine schöne Erfahrung“, so Hohn.


[Werkstücke von Grund auf kennenlernen gehörte auch für Gesamtschullehrer Hohn zum Praktikumsalltag.]

Schnell erkannte Hohn, dass eine Woche bei weitem nicht ausreicht, um einen Betrieb oder gar den Ablauf von vier Ausbildungsberufen kennenzulernen. Trotzdem sei es ein deutlicher Unterschied, ob man in die Rolle eines Praktikanten schlüpfe oder nur aus Büchern die Kurzbeschreibung der Ausbildungsberufe ablese, so Hohn. „Die Menge an Eindrücken in dieser Woche war überwältigend groߓ, sagte er am Ende der Woche. Hohn hofft, dass seine Schüler von seinen Erfahrungen im Praktikum profitieren und dass die Brücke zwischen Schule und Unternehmen durch diese Erfahrung noch weiter ausgebaut wird.
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