Bilder und Video: Christian Herse --- Gestern demonstrierten Schüler und Sportler gegen die möglichen Kürzungspläne.
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Schüler und Sportler ließen Frust ab
Marienheide Mit Trillerpfeifen und Plakaten bewaffnet, zogen gut 400 Kinder mit Eltern zum Rathaus, um den Politikern ihre Meinung zur möglichen Schließung von Schule und Turnhalle in Müllenbach-Rodt lautstark kundzutun. (mit Video)
Ein langer Demozug zog sich gestern Nachmittag vom Heierplatz durch Marienheide. Ziel der zumeist kleinen Demonstranten war das Rathaus, wo sie lautstark gegen die mögliche Schließung ihrer Grundschule in Müllenbach sowie Turnhalle in Rodt protestierten.
Beides findet sich auf der Potentialliste der Gemeinde wieder, in der denkbare Einsparungs-möglichkeiten aufgelistet sind. Gemäß dem Motto Kurze Beine, kurze Wege zeigten die Schüler und Sportler, was sie von diesen Plänen halten. In einem offenen Brief, verfasst vom TV Rodt-Müllenbach, dem Förderverein und der Schulpflegschaft der GGS Müllenbach, nennen die Vertreter zahlreiche Gründe auf, die gegen eine Umsiedlung und Schließung sprechen. Für einen Großteil der Schüler gibt es keine geeignete Busverbindung. Es ist für die Jüngsten unzumutbar, das Haus schon weit vor sieben Uhr morgens zu verlassen, um rechtzeitig in der Schule zu sein, kritisierte Carsten Daase. Zugleich seien die räumlichen Kapazitäten an der Grundschule Marienheide begrenzt, fünf OGS-Gruppen könnten dort niemals untergebracht werden.
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Ähnlich verhält es sich mit der Turnhalle Rodt. Nach Angaben des Turnvereins nutzen 300 Kinder und Jugendliche der Turnabteilung die Räumlichkeiten jede Woche, andere Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht. Eine Schließung der Halle hätte zur Folge, dass sich die Turnabteilung auflösen müsste, was die Existenz des Gesamtvereins gefährden würde. Eine Erhebung von Hallennutzungsgebühren würde zu einer jährlichen Mehrbelastung von 40.000 führen, was eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge von 120 Prozent zur Folge hätte.
Während die Ratsmitglieder sich durch die Menge kämpfen mussten, um zu ihrer Gemeinderatssitzung zu gelangen, hörte sich Bürgermeister Uwe Töpfer die Sorgen der schätzungsweise 400 Demonstranten an. Ich hoffe, dass Sie über die Gemeindegrenzen hinaus gehört werden. Dass der Landrat, die Bezirksregierung und die Landesregierung mitbekommen, dass es nicht nur in Griechenland schlecht läuft, sondern auch wir hier kaputtgespart werden, ging Töpfer auf die Menschen zu. In der Bröl werden für 9,5 Millionen Euro Lachse angesiedelt, aber für unsere Kinder ist kein Geld mehr da, richtete sich Daases Zorn dementsprechend auch nach Düsseldorf. Gemäß dem Motto Kurze Beine, kurze Wege kündigten beide Gruppen an, den Dialog mit der Gemeinde zu suchen und für ihre Standorte weiter zu kämpfen.
