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Ehrenbürger Otto Jeschkeit gewürdigt

vk; 21. Nov 2011, 16:59 Uhr
Bilder: Veronique Koch --- Peter Ruland berichtete den Anwesenden von Otto Jeschkeits Leben und Wirken.
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Ehrenbürger Otto Jeschkeit gewürdigt

vk; 21. Nov 2011, 16:59 Uhr
Engelskirchen - Heute fand im Altenzentrum Ründeroth eine Gedenkfeier für den ehemaligen Bürgermeister statt, der heute 100 Jahre alt geworden wäre.
Von Veronique Koch

Begrüßt wurden die Gäste von der ersten Vorsitzenden des AWO Ortsvereins Engelskirchen-Overath, Beate Ruland. Anwesend waren unter anderem die Ehrenvorsitzende Hilde Oberbüscher, der ehemalige Engelskirchener Bürgermeister Horst Fabritius und die Fraktionsvorsitzenden im Rat der Gemeinde Engelskirchen von der SPD, CDU, FDP und den Grünen. Ratsmitglied Peter Ruland war schon zu Zeiten Otto Jeschkeit im Rat tätig und würdigte in einer Rede dessen Leben und Wirken.

[Beate Ruland  freute sich über die erschienen Gäste. ]

Geboren wurde Jeschkeit am 21. November 1911 im ehemaligen Pommern. Aufgrund der Not nach dem Börsenkrach 1929 entschied der damals 18-Jährige, sich politisch in der SPD zu engagieren. Elf Tage, nachdem Jeschkeit die Meisterprüfung als Zimmermann abgelegt hatte, wurde er in den Kriegsdienst einberufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet er in russische Gefangenschaft, aus der er 1947 zurück kehrte. Seitdem lebte er mit seiner Frau und den beiden Söhnen im Oberbergischen, wo er sich selbstständig machte und 1952 ein neu erbautes Haus in Ründeroth bezog. In der Nachkriegszeit richtete Jeschkeit sein Hauptaugenmerk auf die Integration der Flüchtlinge in die oberbergische Gesellschaft. „Was diese Menschen erleiden, kann nur jemand verstehen, der das gleiche Schicksal durchgemacht hat“, begründete er sein Engagement damals.

Jahrzehntelang war Jeschkeit in der Kommunalpolitik, in der Gemeinde Ründeroth, später in Engelskirchen und im oberbergischen Kreis tätig. Er war Ründeroths Bürgermeister und begleitete die Zusammenlegung der Altgemeinden Ründeroth und Engelskirchen. Zusätzlich setze er sich vehement dafür ein, dass das ehemalige Ründerother Kreiskrankenhaus 1983 als Seniorenheim von der AWO übernommen werden konnte. 1988 fand die Grundsteinlegung zum Neubau statt und 1990 war dieser bezugsfertig. An den großen Einsatz von Otto Jeschkeit zur Verwirklichung eines Altenzentrums in Ründeroth erinnert die 1995 vollzogene Namensgebung.

„Zeit seines Lebens arbeitete Otto Jeschkeit mit Fleiß und Hartnäckigkeit an der Verwirklichung seiner Vorstellung und trug somit dazu bei, seine zweite Heimat für seine Mitmenschen im sozialen Sinne zu gestalten“ erklärte Peter Ruland in seiner Rede. Jeschkeit bekam die silberne und goldene Ehrennadel der AWO verliehen und wurde auf Grund seiner Verdienste zum Ehrenbürger der Gemeinde Engelskirchen ernannt.
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