Bilder: Michael Kleinjung.
ARCHIV
Feuerwehrübung deckte klare Fehler auf
Gummersbach Möglicherweise Tote hätte es bei einem Brand in einem Dieringhausener Baumarkt gegeben Zum Glück war es nur eine Wehrübung.
Von einem koordinierten Einsatz konnte bei der Feuerwehrübung am Freitagabend unter realen Bedingungen bei einem Brand im Dieringhauser OBI-Markt zunächst keine Rede sein. Brandmelder am Obi-Markt aufgelaufen, lautete die Alarmierung um 19:33 Uhr für die Feuerwehreinheiten Dieringhausen und Brunohl. Schon bei der Ausfahrt wurde aus Sicherheitsgründen von Seiten der Rettungsleitstelle mitgeteilt, dass es sich um eine Übung handelt.
[Einheitsführer Ralf Söhnchen (re.) räumte Fehler bei dem Übungseinsatz ein.]Vier Personen werden vermisst, hieß es, als die ersten Feuerwehrkräfte wenige Minuten später am Einsatzort eintrafen. Aus den Fenstern des Bürotrakts im Obergeschoss über dem Haupteingang drang dichter Rauch. An zwei dieser Fenster standen zwei Jugendliche, winkten kräftig mit den Armen und schrien lautstark um Hilfe. Dies schienen die anrückenden Feuerwehrleute jedoch zunächst nicht zu bemerken. Während Schläuche gerollt und Atemschutz angelegt wurden, ging keiner von ihnen auf die Kinder zu und versuchte sie zu beruhigen oder weitere Informationen über mögliche andere Vermissten herauszufinden. Es dauerte einige Zeit, bevor der erste Trupp unter Atemschutz durch den weit offen stehenden Nebeneingang in das Gebäude vordrang.
[Thomas Baumgart, Brandschutzbeauftragter des OBI-Marktes, hatte klare Vorstellungen von dem Übungseinsatz.]
Derweil fürchteten die beiden Jungen am Fenster weiterhin um ihr Leben. Erst um 19:58 Uhr trat endlich einer der Feuerwehrleute unter die Fenster und sprach die beiden an. Dieser organisierte dann mit seinen Kameraden eine Leiter und holte einen der Jungen darüber aus dem Fenster ins Freie. Es war kein gelungener Anfang der Übung, bekennt Einsatzleiter Ralf Söhnchen, Später wurde es dann besser, als weitere Führungskräfte eintrafen. Er betonte, dass genau dafür solche Übungen abgehalten werden, um Schwachstellen zu erkennen und zu verbessern. Vieles schob Söhnchen auf die Nervosität der Kameraden, da viele Schaulustige auf dem Marktgelände zuschauten. Im Ernstfall hätte diese jedoch Menschenleben kosten können.
Es sollte eine scharfe Einsatzübung unter realen Bedingungen werden. Der Brandschutzbeauftragte des Marktes, Thomas Baumgart, und stellvertretende Dieringhauser Einheitsführer Ralf Söhnchen hatten alles sorgfältig geplant. Die Büroräume wurden künstlich verraucht, vier Personen sollten vermisst sein, zwei davon mussten bewusstlos aufgefunden werden. Wir haben uns an die Evakuierungsübung des OBI Marktes angehangen, so Söhnchen. Als Beobachter waren auch die beiden stellvertretenden Gummersbacher Wehrführer Thomas Wurm und Gerd Klotz vor Ort.