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Ein neues Domizil für Demenzkranke

ch; 28. Sep 2011, 11:51 Uhr
Bilder: Christian Herse, privat (2,3) --- Hermann Förster von der EWK-Stiftung (v.l), Marita Bosbach, DRK-Rheinberg-Geschäftsführer Reinhold Feistl und Hans-Leo Kausemann in einem Musterzimmer. Im Hintergrund die Projektleiter Susanne Hoppe und Kai Emde.
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Ein neues Domizil für Demenzkranke

ch; 28. Sep 2011, 11:51 Uhr
Wipperfürth – In Zusammenarbeit von der Eugen-Wolfrich-Kersting-Stiftung und dem Deutschen Roten Kreuz entsteht am Sonnenweg ein neues alten- und krankengerechtes Heim für 42 Senioren.
Gemütlich plätschert der Gaulbach, der Garten leuchtet im Spätsommer in den schönsten Farben und zahlreiche Senioren kümmern sich hingebungsvoll um die Beete. „In den letzten Jahren hat sich dieses Heim in eine Oase verwandelt und genau daran wollen wir anknüpfen“, erzählt Hans-Leo Kausemann von der Eugen-Wolfrich-Kersting-Stiftung stolz beim Rundgang über das Gelände.

[Sichtlich Spaß hatten die Senioren...]

Halt macht er schließlich vor einem neuen Gebäude, was durch seinen gelben Hausputz direkt einladend wirkt. „Das hier wird unser neues Prunkstück“, lächelt Kausemann und geht den Weg entlang von Planken und Eimern vor. Dort, wo jetzt noch die Bauarbeiter hämmern, sollen spätestens im Dezember 42 Demenzerkrankte einziehen. War es ursprünglich der Plan, das bestehende Altenheim aufzustocken, hatte man sich schließlich aus baurechtlichen Gründen dazu entschlossen, auf dem 14.000 Quadratmeter umfassenden Areal einen komplett neuen Trakt entstehen zu lassen.

Dieser soll dabei nach dem Drei-Welten-Modell aufgebaut sein. „Unten befinden sich nur die leicht Erkrankten, während wir es oben meist mit bettlägerigen Bewohnern zu tun haben“, erklärt Arnd Bader von der gleichnamigen Stiftung des Demenz-Servicezentrums Bergisches Land das System. Je nach Fortschreiten der Erkrankung wandern die Patienten durch die "Welten" nach oben. Insgesamt 4.000 Menschen sind im Oberbergischen aktuell dement, doch diese Zahl soll sich bis 2050 verdoppeln. Hatte man sich früher nur stiefmütterlich mit diesem Thema beschäftigt, gerät es heutzutage immer mehr in den Fokus.


[...beim Probesitzen im Musterzimmer des neuen Domizils.]


Gut erkennbar wird dies auch in der Farbgestaltung des Heims. „Die Türen von Räumen, die von den Bewohnern nicht betreten werden sollen, erhalten die gleiche Farbe, wie die umliegenden Wände. Dadurch entsteht quasi eine Barriere“, beschreibt Elisabeth Schneider-Grauvogel das Farbkonzept. „Betretbare Räume heben sich durch einen farblichen Kontrast hingegen deutlich von der Umgebung ab.“ Zudem sollen Endlosflure dafür sorgen, dass die Bewohner stets in Bewegung bleiben und nicht vor einer Wand stehen bleiben müssen. Zusätzlich werden noch Aufenthaltsräume, eine offene Küche, ein Kaminzimmer sowie ein Multifunktionsraum geschaffen, wo verschiedene Gruppenarbeiten durchgeführt werden können.

Sämtliche Zimmer in den ersten zwei Etagen verfügen über Einzelbäder, lediglich in der dritten Etage werden Tandembäder installiert, in denen bettlägerige Bewohner leichter gewaschen werden können. „Außerdem wird es ein Wohlfühlbad samt Sternenhimmel sowie eine begrünte Dachfläche geben“, erläutert Heimleiterin Marita Bosbach weitere Vorzüge des Neubaus. Benannt wird das Gebäude nach Hans Hermann Voss, dessen Stiftung gemeinsam mit der Sozialstiftung der Kreissparkasse einen großen Anteil an der finanziellen Unterstützung des rund fünf Millionen Euro teuren Baus hat.

Seit 1972 betreiben die EWK-Stiftung gemeinsam mit dem DRK das bestehende Altenheim mit 77 altengerechten Wohnungen und 61 weiteren Plätzen für alle Pflegestufen. Weitere Informationen zu dem Seniorenzentrum am Sonnenweg finden sich auch im Internet unter www.ewk-stiftung.de. Das DRK Rheinberg sucht zudem für den neuen Komplex noch Fachpersonal, was sich unter www.rhein-berg.drk.de melden kann.

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