Bilder: Michael Kleinjung, Björn Loos (5,6,7,8) --- Und so sehen Aufsteiger aus: Der VfR Wipperfürth spielt in der kommenden Saison in der Landesliga.
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Aufstiegssause vor grandioser Kulisse
Oberberg - Der VfR Wipperfürth steigt durch den Heimerfolg gegen Nippes in die Landesliga auf - Baris Spor hält die Klasse nach Derbysieg gegen enttäuschenden THB - Die Bezirksliga wird präsentiert von 'ONI-Wärmetrafo GmbH'.
Welch ein Tag für den VfR Wipperfürth: Am Mittag wurde der Spatenstich zur neuen Vereinsheimstätte gelegt, vier Stunden später brachte die 1. Mannschaft den Aufstieg in die Landesliga unter Dach und Fach. Ein Triumph, mit dem niemand gerechnet hatte. Nach einigen Abgängen im vergangenen Sommer startete Trainer Norbert Scheider mit einem Mini-Kader in die Saison. Trotz vieler Fragezeichen lieferten die Wipperfürther eine starke Hinrunde ab und feierten die Herbstmeisterschaft. Als man sich nach der Winterpause einige Ausrutscher auf fremden Plätzen erlaubte, schien die Spitze außer Reichweite zu geraten, doch während die Konkurrenten sich im Saisonendspurt Schwächen erlaubten, gewann der VfR alle wichtigen Spiele und machte den Erfolg mit dem abschließenden 5:2 gegen Nippes perfekt.Was die spielerische Qualität angeht, haben wir vielleicht nicht den besten Kader. Aber wir besitzen eine große Kameradschaft. Und die kann Berge versetzen, sagt Scheider. Der neue Kunstrasenplatz an den Ohler Wiesen entwickelte sich auf Anhieb zur Festung. Auf eigenem Platz gab man nur sechs Punkte ab. Für seine Offensive war Wipperfürth immer schon bekannt, allerdings gelang es erst in dieser Spielzeit, die richtige Mischung zwischen Angriffsfußball und konzentrierter Abwehrarbeit zu finden. Dank der konstant starken Vorstellung der Defensive kassierte man die zweitwenigsten Gegentore aller Teams. Neben Akteuren wie Julian Schmitz stach auch einmal mehr Keeper Tobias Kapellen heraus, der seiner Mannschaft oft die Punkte festhielt.
[Bei Coach Norbert Scheider blieb kein Auge trocken...]
Zudem entwickelten die Akteure im Saisonverlauf erstaunliche Nehmerqualitäten. Immer wieder fielen Leistungsträger aus, doch größere Einbrüche gab es nicht, weil die Angeschlagenen auf die Zähne bissen und die Aushilfen aus der 2. Mannschaft im Notfall immer ihren Mann standen. Deshalb geht auch ein großes Lob an die Reserve und unsere medizinische Abteilung, so Scheider. Eines ist den Verantwortlichen klar: Bis zum Saisonstart gibt es noch einiges zu tun, um ein Waterloo wie beim letzten Landesliga-Ausflug 2008/2009 zu vermeiden. Ein Vorteil ist, dass die meisten damals schon mit dabei waren und seitdem weitere Erfahrungen sammeln konnten. Der Aufstieg ist aufgrund der sportlichen Leistung verdient. Dass die nächste Saison knüppelhart wird, steht außer Frage. Aber wir nehmen die Herausforderung an, betont der Coach und hofft, den Kader noch breiter aufstellen zu können. Mit Neuzugängen befindet man sich im Gespräch, der aktuelle Kader hat mit Ausnahme von Alessandro Bernardo zugesagt.
Heute wird Wipperfürth erst einmal auf den Kopf gestellt drei Jahre früher als geplant. Eigentlich wollte man erst 2014 zum 100. Vereinsjubiläum wieder Landesliga-Luft schnuppern. Scheider: Ich hoffe, dass wir dann immer noch mit dabei sind. Der Abend wird nach den ersten Sekt- und Bierduschen am Platz in der Innenstadt fortgesetzt. Am Donnerstag geht es dann geschlossen nach Mallorca.
Während beim VfR gejubelt werden durfte, herrscht einige Kilometer weiter südlich riesige Enttäuschung. Der TuS Homburg-Bröltal hat mit der Niederlage gegen Hackenberg endgültig alles verspielt. Trotz einer topbesetzten Mannschaft hat es der THB erneut nicht geschafft. Wir werden wieder angreifen, versprach Coach Dieter Jacobs unmittelbar nach der Niederlage. Das Gros der Mannschaft bleibt zusammen und wir befinden uns in guten Gesprächen mit neuen Leuten. Am kommenden Wochenende wird der Frust auf der Mallorca-Mannschaftstour heruntergespült.
Baris Spor Hackenberg hat sich dank einer grandiosen Rückrunde vor dem Absturz gerettet und bleibt in der Bezirksliga. Das war ein Verdienst der Spieler. Das sind alles tapfere Jungs, erklärte Coach Salih Yilmaz, der eigenen Angaben zufolge weitermachen möchte, wenn das Team zusammenbleibt. Das wird die Aufgabe von Teammanager Tezcan Arslan sein, der Yilmaz großen Respekt zollte: Wir hatten mit seiner Verpflichtung ein glückliches Händchen. Die Mannschaft hat einen tollen Zusammenhalt gezeigt und sich mit dem Klassenerhalt belohnt. Frühzeitig die Segel streichen musste die Bergneustädter Reserve. Wie es mit der SSV-U23 weitergeht, ist ungewiss. Angesichts der vielen Abgänge in Bergneustadt ist auch ein kompletter Rückzug nicht mehr auszuschließen. Wir führen in dieser Woche weitere Gespräche. Dann wissen wir, in welche Richtung es personell geht, so Geschäftsführer Roman Przybilla.
[Alessandro Bernardo setzt sich gegen seinen Gegenspieler durch.]
VfR Wipperfürth Germania Nippes 5:2 (1:0).
Grandioser Zuschauerzuspruch auf der Anlage an den Ohler Wiesen: Dank des Pfingstturniers und der Festivitäten rund um den Spatenstich für das neue, so genannte Basismodul als künftiges Vereinsheim waren knapp 1.000 Zuschauer am Platz, um das entscheidende Spiel der 1. Mannschaft zu verfolgen. Als Christopher Dreiner in der 6. Minute das 1:0 erzielte, brachen alle Dämme. Das war ein Riesenjubel. Mir ist es eiskalt den Rücken heruntergelaufen, herrschte laut Trainer Norbert Scheider Gänsehautstimmung.
Die Frage, ob die Party so reibungslos abgelaufen wäre, wenn Nippes per Strafstoß ausgeglichen hätte, stellte sich nicht, da Tobias Kapellen nicht zum ersten Mal in dieser Saison zum Elfmetertöter wurde. So ging es dank des Keepers mit einer knappen Führung in die Pause. Ein Doppelpack von Wael Majouj und Franco Lemke leitete die Feierlichkeiten in Durchgang zwei frühzeitig ein. Zwar gaben sich die Gäste niemals auf, doch Wipperfürth ließ den Gegner nicht mehr herankommen. Zum Schluss gewährte Scheider dem bereits 49-jährigen Ersatzkeeper Hubert Kowalski einen Kurzeinsatz. Er ist auf jedem Training. Das hatte er sich verdient. Kurz danach konnte die große Sause beginnen.
Tore
1:0 Christopher Dreiner (6. Jan Schmitz), 2:0 Wael Majouj (49. Methan Dalboy), 3:0 Franco Lemke (55. Michael Brandt), 4:0 Franco Lemke (62. Patrick Althoff), 4:1 (73.), 5:1 Patrick Althoff (75. Methan Dalboy), 5:2 (84.).
Besonderes Vorkommnis
Tobias Kapellen pariert Foulelfmeter (29.).
VfR Wipperfürth
Tobias Kapellen (85. Hubert Kowalski); Michael Brandt, Niklas Liehn (68. Alessandro Bernardo), Wael Majouj (58. Julian Schmitz), Benjamin Butter, Erkan Yorganci, Jan Schmitz, Patrick Althoff, Methan Dalboy, Christopher Dreiner, Franco Lemke.
[Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme.]
Baris Spor Hackenberg - TuS Homburg-Bröltal 3:0 (2:0).
Sie waren gekommen, um doch noch den Aufstieg zu schaffen und verließen den Stentenberg mit hängenden Köpfen. Der TuS Homburg-Bröltal enttäuschte im Derby auf ganzer Linie und zog gegen großartig kämpfende Hackenberger verdient den Kürzeren. Die größere Leidenschaft hat heute den Ausschlag gegeben. Wir hätten noch eine Stunde weiterspielen können, ohne ein Tor zu schießen. Es freut mich, dass Hackenberg drinbleibt. Sie haben es sich verdient, zeigte sich Coach Dieter Jacobs als absolut fairer Verlierer. Kleiner Trost: Da sich weder Deutz noch Wipperfürth eine Blöße gaben, hätte ein Sieg ohnehin nicht gereicht. Als kurioser Nebeneffekt bleibt, dass dank dieses Ergebnisses das Reserveteam ein weiteres Jahr in der Kreisliga A sicher hat.
[Doppelpack zum Klassenerhalt: Salih Tatar.]
Rund 600 Zuschauer bildeten den würdigen Rahmen für diese Partie. Der zahlreich vertretene THB-Tross durfte sich zu Beginn große Hoffnungen machen, denn die Anfangsminuten wurden von den TuS-Kickern bestimmt. Bastian Metz parierte einen Kopfball von Fitim Dauti und Mehmet Ümits Schuss landete an der Latte. Die Hackenberger Führung durch einen Schuss von Yasin Köse kam zu diesem Zeitpunkt überraschend, hatte aber Signalwirkung. Die Gäste waren nicht in der Lage, ihre spielerische Überlegenheit auszunutzen. Stattdessen übertrumpften sie sich in Fehlpässen und unpassenden Kabinettstückchen.
Außerdem fehlte die Präsenz in den Zweikämpfen. Exemplarisch für den Spielverlauf war die Entstehung des 2:0. Abdullah Atas als kleinster Spieler auf dem Platz gewann ein Kopfballduell, durfte danach in aller Seelenruhe einen Pass auf Salih Tatar spielen, der sich die Chance nicht entgehen ließ. Der Hackenberger Anhang daraufhin im Dauerfreudentaumel, inklusive dem Abfackeln bengalischer Feuer.
[Baris Spor war in den Zweikämpfen viel präsenter: Hier bekämpft Adem Ilkay THB-Kapitän Fitim Dauti.]
Bröltal fiel auch danach nichts ein und hätte sich nicht über weitere Gegentreffer durch Tatar und den einmal mehr überragenden Yasin Köse beschweren dürfen. Als dann der eingewechselte Adrian Mikoschek aus freier Position nur Metz traf (58.) und Festim Mimini Gelb-Rot kassierte, war alles gelaufen. Tatar erzielte das 3:0 und sorgte damit endgültig für ausgelassene Stimmung bei den Baris Spor-Fans. Leider wurde es in einer ansonsten fairen Begegnung zum Schluss noch einmal unansehnlich, nachdem sich Bröltals Co-Trainer Shpetim Ajdari von Furkan Karagöz beleidigt fühlte und sich daraus ein Handgemenge, an dem sich auch mehrere Zuschauer beteiligten, entwickelte.
Die Situation konnte glücklicherweise schnell beruhigt werden, ohne dass der gute Schiedsrichter Strafen aussprechen musste. Kurz danach konnte die Baris Spor-Truppe mit ihrem Anhang jubeln. Ein großer Kraftakt ist mit dem Klassenerhalt belohnt worden. Wir haben taktisch super gespielt und verdient gewonnen, freute sich Coach Salih Yilmaz, der schon heute Abend in die Türkei fliegt. Der Rest wird am Platz noch bis tief in die Nacht weiterfeiern.
[Yasin Köses Schuss ins Glück und die anschließende Jubeltraube.]
Torschützen
1:0 Yasin Köse (14.), 2:0 Salih Tatar (25. Abdullah Atas), 3:0 Salih Tatar (81.)
Besonderes Vorkommnis
Gelb-Rot für den Bröltaler Festim Mimini (66. Meckern, Foulspiel).
Baris Spor Hackenberg
Bastian Metz; Gökhan Yazici, Adem Ilkay, Ersel Akdogan, Abdullah Atas (83. Olcay Sen), Ufuk Simsek, Yasin Köse, Markus Wedel, Selcuk Alay, Erdinc Sentürk (63. Furkan Karagöz/86. Alper Durak), Salih Tatar.
TuS Homburg-Bröltal
Marc Reese; Tim Breidenbach, Ali Ümit, Robert Mikoschek, Eduard Kelm, Alexander Lisun (58. Adrian Mikoschek), Mehmet Ümit, Festim Mimini, Serdar Aslan, Vitali Kelm (78. Marco Holländer), Fitim Dauti (81. Fahri Ceylan).
[Christopher Dreiner leitete die Feierlichkeiten mit seinem Treffer zum 1:0 ein.]
SSV Ostheim SV Frielingsdorf 4:1 (1:0).
Eigentlich wollte Frielingsdorf die Saison mit einem Erfolgserlebnis abschließen und gleichzeitig Hackenberg Schützenhilfe leisten. Doch dieses Vorhaben sollte gleich in der zweiten Spielminute einen herben Dämpfer erleiden. Philip Cürten, der den erkrankten Timo Braun zwischen den Pfosten vertrat, musste bereits zu diesem Zeitpunkt die Kugel aus dem eigenen Netz fischen. In der Folgezeit war Ostheim die dominierende Mannschaft, aber der SVF konnte den Rückstand bei 1:0 halten. Nach dem Wechsel gab es in der 64. Minute große Aufregung im Gästelager: Jonas Stiefelhagen wurde im Strafraum umgerissen, doch der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Das hätte eigentlich Rot und einen Strafstoß für uns geben müssen, ärgerte sich Coach Maik Alzer über diese diskussionswürdige Entscheidung. Vielleicht wäre dann mehr drin gewesen, so der SV-Trainer.
Stattdessen fingen sich die Gäste im direkten Gegenzug das 2:0. Nur zehn Minuten später gelang den Hausherren sogar der dritte Treffer. Stiefelhagen konnte zwar verkürzen, aber in Schlussminuten stellte Ostheim den 4:1-Endstand her. Über 90 Minuten gesehen geht der Sieg für Ostheim in Ordnung, resümierte Alzer nach dem Schlusspfiff. Ostheim feierte dank des Erfolges die Rettung, da man Weiß noch überflügeln konnte. Frielingsdorf beendet die Saison auf Platz zehn.
Tore
1:0 (2.), 2:0 (65.), 3:0 (75.), 3:1 Jonas Stiefelhagen (84.), 4:1 (89.).
SV Frielingsdorf
Philiph Cürten; Dennis Lüdenbach, Benjamin Keller, Michael Scheider (65. Oliver Schmitz), Sebastian Reif, Justin Ebert, Tim Geisler, Matthias Rottländer (60. David Frielingsdorf), Jonas Stiefelhagen, Peter Schnickmann, Christian Platz.
TuS Lindlar - SV Bergfried Leverkusen 1:2 (0:0).
Zum Saisonabschluss ist die gute Serie des TuS gerissen. Wie schon im Hinspiel traf Leverkusen in der Nachspielzeit zum Sieg. "Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen", meinte Trainer Werner Thies. Den Gästen war anzumerken, dass sie die kleine Chance auf den Aufstieg nutzen wollten. Die erste Hälfte verlief ausgeglichen. "Dann sind wir in einen Konter gelaufen", erklärte Thies. Der für Torwart Sascha Nußbaum verdeckte Schuss landete im Netz. Lindlar kam selbst zu guten Gelegenheiten: Daniel Steiner scheiterte am Pfosten und Sebastian Hollstein versuchte es per Fallrückzieher. Der verdiente Ausgleich ließ allerdings lange auf sich warten. In der 87. Minute bediente Michael Karger per Flanke Sebastian Hollstein. Die Leverkusener wollten sich mit der Punkteteilung nicht zufrieden geben. Nach einer Standardsituation köpfte ausgerechnet der kleinste Gästespieler ein. "Wir haben uns gut präsentiert. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen", resümierte Thies.
Tore
0:1 (59.), 1:1 Sebastian Hollstein (87. Michael Karger), 1:2 (90.)
TuS Lindlar
Sascha Nußbaum, Michael Karger, Marco Buchholz, Daniel Steiner, Stefan Pilgram, Christoph Chylla, Klaus Andoh (69. Tobias Mibis), Sebastian Räbsch, Leon Teschendorf, Daniel Werner, Sebastian Hollstein.
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