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'Trinken bis zum Umfallen ist nicht cool'
Oberberg Neuntklässler der Hauptschule Waldbröl nehmen am Plakatwettbewerb der DAK-Versicherung teil Bürgermeister Koester und weitere Gäste machten sich ein Bild von den Ideen der Jugendlichen.
Die Zahlen sind erschreckend: Im Jahr 2009 wurden kreisweit 122 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus eingeliefert dreimal mehr als noch sechs Jahre zuvor. Angesichts dieser bedenklichen Entwicklung hat die DAK-Versicherung einen landesweiten Schüler-Wettbewerb unter dem Motto Bunt statt blau Kreativ gegen Komasaufen ins Leben gerufen. Einer der fünf teilnehmenden Einrichtungen aus Oberberg ist die Hauptschule Waldbröl. Schüler der Klasse 9a setzten sich gemeinsam mit Lehrerin Monica Constantin künstlerisch mit der Thematik auseinander. Pünktlich zur alkoholträchtigen jecken Zeit besuchten DAK-Regionalchef Wolfgang Brelöhr, Bürgermeister Peter Koester, die Waldbröler Karnevalsmajestäten Sabine und Thomas Nosbach sowie die Suchtberater Anna Tomas und Karin Keller die Klasse, um sich ein Bild von den entstandenen Werken zu machen und mit den jungen Leuten in den Dialog zu treten.
[Wolfgang Brelöhr, DAK-Chef in Oberberg.]
Ob düster-eindringlich (Dont drink und drive youll risk your and other lifes) oder eher spielerisch (ein blaues Teletubbie geht mit Wodka-Flasche in der Hand K.O.), die Gäste waren vom Engagement und den Ideen der Neuntklässler begeistert. Ihr habt euch viele Gedanken gemacht. Dass zeigt, dass bei diesem Thema Verantwortung übernehmt, sagte Bürgermeister Koester, der den Schülern spontan zusicherte, einen gemeinsamen Besuch in einem Schnellrestaurant zu sponsern. Trinken bis zum Umfallen ist nicht cool. Das löst keine Probleme, sondern verschärft sie nur, so Koester weiter. Die Karnevalsprinzessin pflichtete bei: Menschliche Stärke ist, wenn man Nein sagt. Das ist viel mutiger, als mit dem Strom zu schwimmen. Die Waldbröler KG achtet bei ihren Veranstaltungen darauf, dass kein Alkohol an Minderjährige ausgeschüttet wird.
[Bürgermeister Peter Koester im Gespräch mit den Jugendlichen.]
Die Plakate der Hauptschüler werden in den kommenden Wochen zur DAK-Zentrale in Düsseldorf eingeschickt und dort von einer Jury bewertet. Zu gewinnen gibt es Geld- und Sachpreise. Dazu wird laut Brelöhr ein Extrapreis für die oberbergischen Schulen ausgelobt. Auf die Frage, ob die Beschäftigung mit dem Thema tatsächlich auch für ein Umdenken gesorgt hat, erklärte einer Schüler: Wenn man die Plakate so sieht, denkt man schon darüber nach, keinen Alkohol mehr anzurühren. Die Schüler der 9a sollen auf Vorschlag von Schulleiter Jürgen Steinhauer demnächst in den anderen Klassen von ihren Erfahrungen berichten.