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Derschlag siegt in schwachem Derby – SSV strahlt

bv; 30. Jan 2011, 16:29 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung --- Hiergeblieben - HSG-Spielertrainer Maik Thiele geht Derschlags Stephan Kkuschki 'an die Wäsche', was aber letztlich nichts half, denn der TuS-Kreisläufer kam am Ende auf sieben Treffer.
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Derschlag siegt in schwachem Derby – SSV strahlt

bv; 30. Jan 2011, 16:29 Uhr
Oberberg – TuS reichen zehn starke Minuten gegen Marienheide/Müllenbach – Nümbrecht nach klarem Sieg gegen Dünnwald obenauf - VfL II souverän (AKTUALISIERT).

Von Bernd Vorländer

TuS Derschlag – HSG Marienheide/Müllenbach 29:26 (11:11).

Am verdienten Sieg der Mannen vom Epelberg im Derby gegen den abstiegsbedrohten Nachbarn gab es am Schluss nichts zu deuteln. Dennoch wird wohl mancher der rund 100 Zuschauer mit einem Kopfschütteln die Halle verlassen haben. Nicht nur, dass man ein weitgehend schwaches Oberligaspiel gesehen hatte, stellten die Gastgeber nach einem Zwischenspurt zu Beginn der zweiten Hälfte im Anschluss das Handballspielen doch komplett ein und gestatteten der wacker kämpfenden HSG Marienheide/Müllenbach am Ende, den hohen Rückstand zu verkürzen.


[Fünf Tore von Holger Fischer waren am Ende zu wenig für einen HSG-Teilerfolg.]

Beide Teams präsentierten sich in der ersten Hälfte unkonzentriert und fabrizierten im Angriffe eine Vielzahl an Fehlwürfen. Hüben wie drüben standen bei vielen Würfen die Torhüter im Mittelpunkt des Geschehens, denn auch beide Abwehrreihen erwiesen sich als löchrig. Die Gäste versuchten es erneut mit der Taktik des Hinspiels, als man Gregor Pohl an die kurze Leine genommen hatte. Der ansonsten wurfgewaltige TuS-Akteur blieb gestern blass und verhielt sich vor allem in den ersten dreißig Minuten viel zu passiv. Derschlag konnte aus dem sich bietenden Platz viel zu wenig Profit schlagen, und hätte nicht Linksaußen Norman Scholz als einziger im Angriff Normalform in der ersten Hälfte gezeigt, hätte der TuS frühzeitig in Rückstand gelegen. Neben Scholz ragte wieder einmal Keeper Adam Turowski heraus, der manche Nachlässigkeit in der Deckung ausbügelte und – welch Novum – seinen Gegenüber im Tor mit einem langen Wurf in der zweiten Hälfte überwand.

HSG-Trainer Maik Thiele war nach einigen Wochen Pause erneut als Spielgestalter seines Teams aufgelaufen und hatte zunächst das richtige Mittel gefunden, nämlich die Angriffe lange auszuspielen. Mehrmals hatten die Gäste die Möglichkeit in Führung zu gehen, doch Gunnar Ruddat vergab einen Siebenmeter, oder aber die rechte Müllenbacher Angriffsseite versiebte selbst beste Gelegenheiten. Derschlag leistete sich zudem den Luxus von drei vergebenen Siebenmetern in der ersten Hälfte, die eine Beute des guten Sven Mertel im HSG-Gehäuse wurden.


[Derschlags Norman Scholz war bester Feldspieler der ersten Hälfte und hielt sein Team im Spiel.]

Erst nach 38 Minuten wurde Derschlag aus einer sich ausbreitenden Lethargie geweckt. Man baute mit einer schnell vorgetragenen zweiten Welle eine 16:15-Führung zu einem 23:15 aus. „Da haben wir einfach nicht mehr konzentriert genug in der Deckung gestanden“, wusste Maik Thiele. 27:20 hieß es nach 54 Minuten, ehe Derschlag in einen Tiefschlaf fiel, den die Gäste zur Ergebniskorrektur nutzten. „Für die letzten Minuten müssen wir uns bei den Zuschauern entschuldigen. Das war eine Unverschämtheit von der Mannschaft“, traf TuS-Coach Rainer Schumacher den Nagel auf den Kopf.

Derschlag: Stephan Kakuschki (7/1), Norman Scholz (5), Sven Georgewitsch (4), Mathias Kakuschki (4/2), Gregor Pohl (3/1), Jacques Martel (2), David Goluch, Adam Turowski, Timo Bay, Christian Georgewitsch (je 1).

HSG M’heide/M’bach: Christian Daase (8/1), Sebastian Raymund (6), Holger Fischer (5/1), Victor Bogdan (3), Lutz Lichtinghagen (2), Mark Erlinghagen, Gunnar Ruddat (je 1).


SSV Nümbrecht – Dünnwalder TV 34:24 (13:11).

Eine Vorentscheidung in diesem für beide Seiten enorm wichtigen Spiel fiel bereits nach drei Minuten. Da sahen die Zuschauer in der nahezu ausverkauften Nümbrechter Halle, dass der stärkste Akteur der Gäste, Philipp Nebeling, nach einem rüden Foul an Tim Hartmann von den Schiedsrichtern bereits mit einer Roten Karte unter die Dusche geschickt wurde. Doch wer gedacht hätte, dass die Partie jetzt ein Selbstläufer werden würde, sah sich rasch getäuscht. Nümbrecht musste bis zum 7:7 ständig einem Rückstand hinterlaufen und erst kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang es, sich eine knappe Führung zu erkämpfen. Dass dies überhaupt ermöglicht wurde, lag auch an dem starken Philipp Winkler im Tor, der mehrere Siebenmeter entschärfte und in der zweiten Hälfte zeitweise sein Tor geradezu vernagelte.


[Erneut zeigte Adam Turowski im Derschlager Gehäuse eine tadellose Vorstellung. Hier entschärft er einen Siebenmeter von Gunnar Ruddat.]

Dünnwald hielt lediglich bis zum 16:14 (35.) Kontakt ehe der SSV-Express in der begeistert mitgehenden Halle Fahrt aufnahm und sich nun nicht mehr stoppen ließ. Binnen zehn Minuten baute Nümbrecht die Führung auf 23:15 (44.) aus, was die Vorentscheidung war. In der Folgezeit gewährte Trainer Alex Orlov allen Spielern Einsatzzeiten und bereits lange vor dem Abpfiff freuten sich die Fans über zwei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf. „Ein hartes Stück Arbeit, am Ende aber hoch verdient. Ich hoffe, dass meine Mannschaft den Aufwind der zwei siegreichern Spiele jetzt in den kommenden Wochen auch nutzen kann“, freute sich der SSV-Trainer. Neben Torwart Philipp Winkler wusste beim SSV besonders Rechtsaußen Markus Bitzer mit sechs Treffern zu überzeugen.

Nümbrecht: Alex Winkler, Markus Bitzer (je 6), Daniel Funk (6/2), Mario Jatzke (5), Nico Keyser, Björn Lefherz (je 4), Tim Hartmann (2), Mario Weissner (1).



TuS Opladen – VfL Gummersbach 31:44 (18:19).

Der VfL Gummersbach bleibt ernsthafter Verfolger der beiden vor ihm stehenden Mannschaften aus Siebengebirge und Weiden. Am Sonntag löste das Team von Trainer Leszek Hoft die Aufgabe in Opladen souverän. Dabei lief es in der ersten Hälfte noch nicht ganz rund beim VfL, der mit allen Kaderspielern und dem Kreisläufer der Bundesligamannschaft, Patrick Wiencek, angetreten war. Nach der Pause hatte Hoft die Deckung auf die offensivere 5:1-Formation umgestellt und so den gefährlichen Linkshänder der Gastgeber weitgehend neutralisiert. Dieser Schachzug war neben dem überragend haltenden Lucas Puhl im Gummersbacher Tor der Schlüssel zum Sieg. Die Gäste konnten sich immer weiter absetzenführten nach 40 Minuten mit vier Toren und bauten gegen Ende hin den Vorsprung immer weiter aus. In den letzten zehn Minuten merkte man, wie viel Spaß vor allem die jungen Spieler am Handballspielen haben“, meinte Trainer Hoft, der sein Team gut gerüstet für das Spitzenspiel am kommenden Sonntag gegen den Weidener TV sieht.

VfL II: Ole Rahmel (11/3), Patrick Wiencek (6), Robin Teppich (6/1), David Wiencek, Jonathan Eisenkrätzer (je 5), Dirk Schumacher, Tobias Schröter (je 4), Marc Multhauf (2), Patrick Dörr (1).
  

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