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'Oberberg ist mein bekanntes Revier
Gummersbach Jan Sosniok kommt gebürtig aus Gummersbach - In einem Interview stellt sich der bekannte Schauspieler einigen Fragen der OA-Redaktion - Zur Zeit ist der 42-Jährige in der Fernsehserie Danni Lowinski zu sehen.
Von Natalie Kuss und Katharina Glowicki
OA: Haben Sie zu Ihrer Jugendzeit im Oberbergischen schon bei schauspielerischen Projekten mitgewirkt?
Sosniok: Ich war schon zu meiner Schulzeit immer gerne ein Entertainer - zur Freude meiner Mitschüler, zum Leidwesen meiner Lehrer. Bei einer Theateraufführung in der Schule habe ich allerdings nur ein Mal mitgewirkt. Als der Lehrer das angeboten hat, gingen zehn Finger in die Höhe und die Rollen wurden aufgeteilt. Dann stand ich plötzlich auf der Bühne und musste drei Sätze sagen. Das wars schon. Mehr schauspielerische Erfahrungen habe ich in meiner Jugend aber nicht gesammelt.
OA: Wie sind Sie dann später zur Schauspielerei gekommen?
Sosniok: Ich bin durch das Modeln sozusagen in den Beruf reingerutscht. Nach einem Wettbewerb im Jahr 1992 habe ich für Agenturen in Berlin und Stuttgart gearbeitet. Zwei Jahre später bin ich durch meine Berliner Agentur zu einem Casting für die Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten eingeladen worden. Und so begann meine schauspielerische Karriere.
OA: Was ziehen Sie vor: Die Großstadt Berlin oder das ländliche Oberbergische?
Sosniok: Ich liebe beide Orte gleichermaßen. Natürlich bin ich in Berlin zu Hause, denn dort sind meine Wohnung, mein Beruf und Freunde. Aber ich merke, dass ich ab einem gewissen Punkt die Stadt auch mal verlassen möchte. Und da ist das Oberbergische natürlich meine erste Wahl, denn hier sind meine Familie und meine alten Freunde, hier ist sozusagen mein bekanntes Revier, in dem ich mich auskenne. Dementsprechend gern bin ich im Oberbergischen.
OA: Was sind für Sie die positiven Aspekte des ländlichen Wohnens?
Sosniok: Es ist viel einfacher motorisiert von A nach B zu gelangen und das in kurzer Zeit. In einer Stadt wie Berlin ist das undenkbar, da brauche ich für beispielweise 20 Kilometer schon mal locker eine Stunde. Außerdem genieße ich im Oberbergischen einfach die dort herrschende Ruhe und alles was dazu gehört.
OA: Werden Sie auf der Straße erkannt, wenn Sie im Oberbergischen unterwegs sind? Empfinden Sie dies als nervend?
Sosniok: Ich werde schon häufig erkannt, doch dies gleichermaßen im Oberbergischen sowie in Berlin. Wie ich das empfinde, kommt immer auf meine Stimmung an, doch meistens reagiere ich positiv auf das Ansprechen von fremden Leuten. Natürlich gibt es auch Tage, wo ich nicht so offen dafür bin. An solchen Tagen kann ich mich auch einfach zurück ziehen, um meine Ruhe zu haben. Da ich schon lange in dem Beruf bin, habe ich gelernt damit umzugehen, dass man mich aus dem Fernsehen kennt und natürlich freut man sich immer wieder, wenn man erkannt wird und anderen Menschen sozusagen eine Freude damit machen kann.
OA: Welche Rollen spielen Sie am liebsten?
Sosniok: Ich mag das Genre Komödie sehr gerne, denn solche Rollen sind am schwierigsten zu spielen, da jeder Mensch einen anderen Humor besitzt.
OA: Was gefällt Ihnen an der Rolle des Oliver Schmidt, den sie in der Fernsehserie Danni Lowinski spielen, am besten?
Sosniok: In der Serie spiele ich einen Anwalt, der als Außenseiter versucht zu einer eingeschworenen Truppe dazu zu gehören. Dieses anders als die Anderen sein, finde ich dabei reizvoll. Man kann den Autoren natürlich nicht vorschreiben, wie die Geschichte weitergehen soll, das macht es aber auch gerade so spannend für mich. Warten wir also ab, wie es mit der Rolle weiter geht und was sich vor allem zwischen Oliver Schmidt und Danni Lowinski entwickelt.
OA: Ist die Schauspielerei Ihr Traumberuf oder möchten Sie auch gerne Mal in eine andere Richtung gehen?
Sosniok: Die Schauspielerei ist auf jeden Fall mein Traumberuf, den ich weiterhin ausüben möchte. Er macht mir Spaß und gibt einem den Luxus Zeit, sich auch mal mit anderen Dingen zu beschäftigen. Daher wünsche ich mir für die Zukunft, dass weitere interessante Rollen auf mich zukommen.
