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Schloss-Erweiterung wird vorangetrieben
Nümbrecht Der Bau- und der Kulturausschuss des Kreises stimmten gestern für den Bau von zwei Pavillons und eines Wirtschaftsgebäudes sowie für die Erweiterung des Roten Hauses Auch die Altbestände sollen energetisch saniert werden.
Der Kultur- und Bauausschuss trafen sich gestern um gemeinsam den Fortgang der Schlosserweiterung Homburg nach 13 Jahren intensiver Diskussionen, so Kulturausschussvorsitzende Ursula Mahler, zu beschließen. Die Architekten von Fischer+Fischer sowie von PASD sind schnell und akribisch in die Planung eingestiegen und haben versucht die Vorgaben einzuhalten, sagt Baudezernent Uwe Stranz. Der ursprünglich vom Kreis beauftragte Entwurfsplaner hätte sich nicht an das veranschlagte Budget gehalten, sodass der Vertrag gekündigt worden sei. So stellten gestern Diplom Ingenieur Helmut Feldmeier von PASD und Diplom Ingenieur Architekt Alexander E. Fischer von Fischer+Fischer die überarbeiteten Entwürfe für das Rote Haus beziehungsweise die Pavillons vor.Die geschwungenen Formen und schwebenden Dachscheiben machen die zwei Pavillons vor dem Schlossgebäude außergewöhnlich, meint Fischer. Im kleineren Pavillon I soll ein Seminarraum entstehen und der, bis auf eine Wand, rund um verglaste größere Pavillon II wird einen Ausstellungsraum beherbergen. Hinter der bespielbaren Rückwand verschwindet die Technik, erläutert der Planer. Ursprünglich sollte sich der Technikraum im Untergeschoss befinden, doch aus Kosten- und Sicherheitsgründen gehen wir nicht mehr so tief in die Erde, sagt Fischer. Auch bei der Verglasung soll gespart werden. Es werden weniger gekrümmte, dafür mehr gerade Glaswände verwendet. Das menschliche Auge nimmt das nicht wahr, daher bleibt die geschwungene Wirkung trotzdem erhalten, verspricht der Architekt.
PASD kümmert sich um die Erweiterung des Roten Hauses. Wir möchten das vorhandene Haus mit einem ähnlichen Baukörper ergänzen. Durch eine zurückhaltende Zink-Fassade des Neubaus soll die Dominanz des Roten Hauses beibehalten werden, erklärte Diplom Ingenieur Helmut Feldmeier. Die beiden Gebäude werden mit einer Glas-Fuge verbunden. Dort hin wird auch der Haupteingang verlagert. In dem Neubau entsteht ein Landschaftsraum für Schulklassen. Im Obergeschoss wird es einen direkten Durchgang von der Biologischen Station im Roten Haus zum Neubau geben. Im Untergeschoss findet nach dem Entwurf die Lüftungs- und Energiezentrale mit einer Holzhackschnitzel-Anlage und einem Blockheizkraftwerk ihren Platz. Zusätzlich soll ein Betriebsgebäude mit Werkstätten, Garagen, einem Gemäldemagazin, Geräteraum und Lager gegenüber vom Roten Haus gebaut werden. Durch das Gegenüber entsteht ein Art Entree und da das Gebäude dienende Funktionen beinhaltet, hat es eine optimale Verkehrsanbindung für Anlieferungen, sagt Feldmeier.
Neu bei der Projektvorstellung war insbesondere, dass dieses Mal auch der Altbestand betrachtet wurde. Der Fachplaner hat in diesem Bezug die wirksamste Energieversorgung für den Komplex nachgewiesen, erklärte Stranz. Demnach ist geplant, die Altgebäude umzurüsten und an das Nahenergienetz anzuschließen. Pro Jahr könnte so 76 Prozent der Heizkosten und 93 Prozent des Kohlendioxidausstoßes eingespart werden. Für die Finanzierung der energetischen Sanierung in Höhe von etwa 503.000 schlug der Baudezernent vor, das Konjunkturpaket II zu öffnen.
Ein paar Kritikpunkte blieben für die Kreisausschussmitglieder. Angelika Vogel (die Grünen) sieht das Schloss Homburg allgemein als falschen Ort für den kulturellen Leuchtturm im Oberbergischen Kreis. Ina Albowitz-Freytag (FDP) kritisierte die Parkplatzsituation. Wenn die Menschen zu den Festivalitäten und Ausstellungen kommen sollen, müssen sie auch irgendwo parken können, so Albowitz-Freytag. Bauausschussvorsitzender Reinhold Müller versprach einen Prüfauftrag diesbezüglich an die Architekten und die Verwaltung weiterzugeben. Auch die Kostenkontrolle kam wieder zur Sprache. So wurden die Beschlussvorlagen auf Antrag der CDU um diesen Punkt erweitert. Das ist ein gutes Mittel zur Selbstdisziplin, damit wir uns immer daran erinnern, dass wir nicht ins Unendliche erweitern können, begründete Corinna Bauer.
Mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen stimmte der Kulturausschuss und mit einer Gegenstimme der Bauausschuss dafür, dem Kreistag den Bau der Pavillons für 7,6 Millionen Euro zu empfehlen. Mit gleicher Stimmenaufteilung befürworten die beiden Ausschüsse die Erweiterung des Roten Hauses für rund 1,6 Millionen Euro und den Bau des Wirtschaftsgebäudes für etwa 1,2 Millionen. Und mit jeweils einer Enthaltung stimmten der Bau- und Kulturausschuss für die energetische Sanierung der Altgebäude. Ich denke hier entsteht ein Komplex mit kultureller, historischer, energetischer und architektonischer Bedeutung, nicht nur für den Oberbergischen Kreis, sondern für die gesamte Region, resümierte Uwe Stranz.
