Bild: Katharina Glowicki --- Jan Schmidt-Krayer und Dr. Henning Kreisel präsentierten heute die Jahresbilanz 2009.
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Schmidt + Clemens: Trotz Krise positive Bilanz
Lindlar Die Geschäftsführer Jan Schmidt-Krayer und Dr. Henning Kreisel präsentierten heute die Jahresbilanz 2009 Trotz Umsatzeinbußen konnten sie ein positives Ergebnis verbuchen.
Der Lindlarer Edelstahlspezialist Schmidt + Clemens (S+C) stellte heute seine Bilanz für das zurückliegende Geschäftsjahr vor. Trotz des Umsatzrückgangs zeigten sich Dr. Henning Kreisel, Geschäftsführer und Jan Schmidt-Krayer, geschäftsführender Gesellschafter, zufrieden mit dem Ergebnis. Veröffentlichen wollten sie dieses jedoch nicht. Der Umsatz in der Unternehmensgruppe ging im Geschäftsjahr 2009 von 369 Millionen Euro auf 228 Millionen Euro zurück. Am deutschen Standort Lindlar erzielte S+C einen Umsatz von 126 Millionen Euro (226 Millionen Euro in 2008). Die Gesamteinbußen von 38 Prozent der Unternehmensgruppe seien vor allem konjunkturbedingt und nur ein bisschen von der Rohstoffentwicklung abhängig. Wir gehen davon aus, dass sich unsere Märkte in 2010 stabilisieren, so Kreisel. Einen Umsatz auf Vorkrisenniveau werden wir im laufenden Geschäftsjahr aber nicht erreichen. Dies wird wohl noch einige Zeit dauern. Viel wichtiger ist, dass wir im vergangenen Jahr keine Federn lassen mussten und für den Aufschwung, vor allem aber für unsere strategischen Ideen die Finanzkraft haben.Betroffen vom Umsatzrückgang waren insbesondere Geschäftsfelder wie S+C Märker und S+C Extrusion Tooling Solutions (ETS) mit 40 bis 50 Prozent. Wir haben aus den vorherigen Krisen gelernt, nicht direkt alle Leute zu entlassen. Eines der wenigen guten Dinge, die von den Politikern beschlossen wurden, war die Kurzarbeit, sagt geschäftsführender Gesellschafter Jan Schmidt-Krayer. Die Mitarbeiterzahl sank von 600 auf 580 Angestellten. Dabei habe es sich um Auswirkungen aus organisatorischen Umstrukturierungen und vor allem um nicht verlängerte Befristungen im Arbeitsverhältnis gehandelt. Eingestellt werden momentan nur Spezialisten. Wir fühlen uns verpflichtet, unsere Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zu holen, begründet Kreisel.
Als Grund für den geringeren Ergebnisrückgang trotz Umsatzeinbußen nannte Schmidt-Krayer die Produktvielfalt. Wir sind zwar stark auf die Petrochemie fokussiert. Seit einem halben Jahr suchen wir aber nach neuen Geschäftsfeldern, um ausgeglichen zu sein, erläuterte der Geschäftsführer. Zusätzlich setze Schmidt+Clemens die Produkterweiterung im Geschäftsbereich Petrochemie fort. Der S+C Geschäftsführer berichtet weiter, dass trotz Krise weiter in die Forschung, Entwicklung und den Maschinenpark investiert wurde. Man sei sich bewusst gewesen, dass man nur so gestärkt aus der Krise hervortreten könne. Die Ausbildung und die Förderung von Führungsnachwuchs waren 2009 ebenfalls ein Thema für uns, so Schmidt-Krayer, der demografische Wandel zeigt uns auf, dass wir aktuell für die kommenden Jahre vorsorgen müssen. Nur Machbarkeitsstudien seien aufs Eis gelegt worden. So investierte S+C wieder rund neun Millionen Euro im vergangenen Jahr - den größten Teil hiervon im Inland. Die Exportquote lag 2009 bei 80 bis 90 Prozent. Meistens beauftragen uns deutsche Unternehmer, die im Ausland produzieren, so Schmidt-Krayer.
Zwei neue Gesellschaften gründete die Schmidt + Clemens Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr. Die S+C Extrusion Tooling Solutions (ETS) mit Sitz in Lindlar und die Schmidt + Clemens Saudi Arabia. Die ETS konzentriert sich auf die Produktion von Werkzeugen und dazugehörige Dienstleistungen für die Strangpressindustrie. Im Königreich Saudi-Arabien produziert S+C künftig Produkte für die petrochemische Industrie. Zudem wurde im vergangenen Jahr das neue Technikum am Stammsitz der Unternehmensgruppe in Lindlar-Kaiserau eröffnet. Auf über 1.500 Quadratmetern Fläche erstrecken sich nun Laboratorien, eigens für die Forschung angeschaffte Schmelz- und Vakuumschmelzöfen sowie entsprechende Büro- und Besprechungsflächen für die etwa 25 Mitarbeiter des Forschungsbereichs. In Laufe des Jahres veranstaltet die Unternehmensgruppe ihr Trenntechnik-Symposium, das alle drei Jahre stattfindet. Hier erfolgt ein Gedankenaustausch von Herstellern aus aller Welt, sagt S+C Pressesprecher Lars Niemczewski.
