Bilder: Kurt Hamburger --- Blick vom Schlosshof auf das Grabungsgelände.
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Grabungsergebnisse auf Schloss Homburg dem BGV vorgestellt
Nümbrecht Grabungsleiter Dr. Michael Gechter stellte die Erkenntnisse aus seiner Arbeit vor.
Am 13. April traf sich auf Einladung der Abteilung Oberberg des Bergischen Geschichtsvereins eine Schar interessierter Mitglieder und Gäste in der Burgschenke, um nach Begrüßung durch Dr. Alexander Rothkopf als Vorsitzendem des Vereins, aus dem Munde des Grabungsleiters Dr. Michael Gechter die Ergebnisse der Grabungen von 1999 bis 2009 vor Ort kennen zu lernen. Anhand zahlreicher Grabungsfotos und Skizzen wurde die aktuelle archäologische Befundlage deutlich. So konnte Dr. Gechter, der Leiter des Amtes für Bodendenkmalpflege in Overath, auch für Laien erkennbar darstellen, dass manche Annahmen aus früheren Tagen und älteren Darstellungen revidiert werden müssten. Dies betrifft besonders die Funde aus der Frühzeit der Anlage, betreffend der Entstehung und Entwicklung der Schlossanlage in den ersten Jahrhunderten ihres Bestehens.
Auch ältere Annahmen über die Wasserburg Holstein als Vorläufer von Schloss Homburg als Höhenburg, konnte Dr. Gechter so nicht erkennen, sondern ordnet diese ins nachfolgende Jahrhundert ein. Was die Ausgrabungen an Mauerwerk und Bauschichten freilegten, verdichtete sich in der archäologischen Rekonstruktion zu einem revidierten Bild der Baugeschichte. Verbunden mit den Ergebnissen der früheren Grabungen rund um den ehemaligen zentralen Rundturm, ergebe sich derzeit ein Bild, das die bisherigen Skizzen zur Baugeschichte als überholt erscheinen lässt.
[Rothkopf (re.) bedankt sich bei dem Grabungsleiter Dr. Gechter (li.).]
Anschließend an den Vortrag wurden verbliebene Fragen beantwortet und diskutiert. So beispielsweise zu den angeblichen "Wassergräben" am Schloss, die nach Auffassung von Dr. Gechter zwar zeitweise als Schutzgräben dienten, in erster Linie aber wohl den Steinbruch bildeten, aus dem die Schlossanlage gebaut wurde. Im Anschluss hatten die Besucher Gelegenheit, vom Schlosshof aus einen Blick auf das weitläufige Grabungsgelände zu werfen und die vielgliedrige Ausgrabungslandschaft in Augenschein zu nehmen. Im Rahmen des "Historischen Stammtisches" des Geschichtsvereins schlossen sich Gespräche in der Burgschenke an.
