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24h-Rennen Finale: Tuffi-Porsche mit "Karlchen" Lück auf 5

om; 14. Apr 2005, 21:00 Uhr
Oberberg Aktuell
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24h-Rennen Finale: Tuffi-Porsche mit "Karlchen" Lück auf 5

om; 14. Apr 2005, 21:00 Uhr
(om/29.5.2001-4:45) Von Oliver Mengedoht und Leif Schmittgen
Oberberg/Nürburg - Auf den besten Platz beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring kam der Wiehler "Karlchen" Lück mit dem Edgar Dören Racing Team auf Rang 5.

[Bilder: Adi --- Der Tuffi-Porsche (Bilder oben) von Edgar Dören (unteres, rechtes Bild links) und "Karlchen" Lück (Bild links unten; rechtes Bild unten rechts) kam als bestes Auto mit oberbergischer Beteiligung auf den fünften Platz.]



Vor der Wahnsinns-Kulisse am Ring von 132.000 Zuschauern gewannen den 24-Stunden-Lauf (wir berichteten mehrfach) vor 209 anderen Akteuren Peter Zakowski (Niederzissen), Michael Bartels (Monaco) und der Portugiese Pedro Lamy in der Chrysler-Viper GTS-R, für Peter Zakowski nach 1997 und 1999 der dritte Gesamtsieg bei seinem Heimspiel. Michael Bartels, im Vorjahr mit dem PZK-Phoenix-Team (Porsche-Zentrum Koblenz) erfolgreich, konnte seinen Triumph aus dem Vorjahr für Zakspeed wiederholen. Die Siegermannschaft legte bei traumhaften Witterungsbedingungen 147 Runden (3.727,773 Kilometer) auf der Nordschleife des Eifelkurses zurück. Sie verbesserten die erst ein Jahr alte Bestmarke um zwei weitere Runden.



((Da unsere beiden Digitalkameras am Wochenende bei den Wiehler Jazztagen, der Feier der A-Jugend der Waldbröler Fußballer, beim letzten Spiel der Bröltal-Fußballer und der DLRG in Nümbrecht, beim Beach-Handball-Turnier in Wiehl und bei der DJK Gummersbach im Einsatz waren, mussten unsere Mitarbeiter am "Ring" noch mit "herkömmlicher Technik" (=Chemie) arbeiten und wir können diese Bilder erst jetzt präsentieren - wir bitten um Ihr Verständnis!))

[Bilder: Adi --- Die Viper (oberes Bild) gewann das 24-Stunden-Rennen gegen den Vorjahressieger (unteres Bild), den Porsche des Phoenix-Teams.]



Lück auf hervorragendem fünften Platz



Lück, sein Partner und Teamchef Edgar Dören aus Wuppertal sowie Klaus Abolon (Tönisvorst) erreichten nach 135 Runden (12 Runden Rückstand auf ersten) den hervorragenden fünften Platz. Im Langstreckenpokal sind Lück und Dören ohnehin bekannte Namen, holten in der Vergangenheit nicht selten den ersten Gesamtplatz. Einzig der versuchweise Umstieg im letzten Jahr auf eine Corvette klappte nicht wie geplant. Aber seit Dören/Lück wieder auf ihrem Porsche 911 RSR unterwegs sind, läuft es wieder!



Tausende von Wohnwagen und Zelten säumten am vergangenen Wochenenden die über 23 Kilometer lange Strecke, 132.000 Zuschauer - 16.000 mehr als im Jahr zuvor und somit neuer Rekord - sahen dem bunten Treiben rund um den "Ring" zu. "Wildes Treiben herrschte in der Boxengasse und Hektik bei den Mechanikern, auch schaulustige "Freaks" durften Boxengasse und Fahrerlager besichtigen.

[Bild: DSF: Viper (3. Auto v.l.) und Phoenix-Porsche (3. Auto v.r.) mussten zeitweise mit dichtem Verkehr kämpfen.]



Nur 90 Liter Tankvolumen



"Alle acht Runden müssen wir tanken", berichtete uns Jochen Henseleit, Teamverantwortlicher bei Eschmann. Man könne zwar auch neun Runden fahren, aber das Risiko sei zu groß. Das Auto habe, so Henseleit weiter, ein Tankvolumen von 90 Litern. Bei dem 24-Stunden-Rennen sei es möglich, das gleichzeitig getankt und die Reifen gewechselt werden, da es sich um eine internationale Veranstaltung handele, während das bei den nationalen Veranstaltungen nicht erlaubt sei.



Doch sei der Zeitaufwand beim Tanken sehr hoch, weil nicht mehr Sprit durch den Rüssel laufe als bei herkömmlichen Tankstellen auch. Die Zapfanlage sei so eingerichtet, damit man bei einem Feuer schnell reagieren kann. Das Fahrzeug müsse immer rollfähig bleiben, damit im Falle von Feuer oder anderen Gefahren sofort reagiert werden könne. Außerdem, verriet Henseleit, müsse sich jeder Renn-Teilnehmer einmal in den 24 Stunden einer Sicherheitskontrolle unterziehen, die etwa zwei Minuten dauere.



"Im Gartenstuhl mal zehn Minuten einnicken"



Die Fahrer wechseln in der Regel bei jedem Boxenstopp, bei manchen Teams fuhr ein Pilot aber auch zwei "Turns" am Stück". Während des Rennens wird durchgearbeitet, erklärte Henseleit, "vielleicht hat man die Möglichkeit, im Gartenstuhl mal für zehn Minuten einzunicken".

[Bild: Adi --- Viele Autos mussten beim 24-Stunden-Rennen von der Strecke geschleppt werden.]



36 Stunden am Stück im Einsatz



Im letzten Jahr aber "war ich 36 Stunden ununterbrochen auf den Beinen. Bei so einem Rennen kann man nicht nach zwei Stunden gewinnen, deshalb geht man die Sache ruhig an". Obwohl selbst kein Pilot, wusste Henseleit einen Tipp für die Fahrer: "Manche geben am Anfang schon viel Stoff - das ist die falsche Taktik. Bei den Autos mit zum Teil 280 Spitze werden enorme Kräfte frei. Deshalb sollte man sich grade zu Anfang des Rennens nicht überbeanspruchen."



Für Michael Eschmann und Paul Hulverscheid hatte das Rennen dennoch keinen glücklichen Ausgang: In der Nacht hatte Patrick Spadacini mit dem Eschmann-Porsche im Kesselchen einen Unfall mit der von den Grafen gesteuerten Chevrolet Corvette und rutschte rückwärts in die Leitplanken - aus und vorbei.



Nach Dören/Lück - aus dem Langstreckenpokal alles andere als Unbekannte - belegten Jörg Viebahn (Engelskirchen), Andreas Weiland, Reiner Schönauer und Rolf Neumann den 68. Platz (Honda Accord R). Auf Rang 89 kam das DSK-Team mit dem Waldbröler Rudolf Rank Rank sowie David Rinössl und Kurt Hommes.



AC Rade auf Platz 144



Auf den 144. Platz kam das Hyundai FX Coupé des AC Radevormwald von Andre Kleinschmidt, Wolfgang Partneheimer und Rainer Cherubin, Michael Eschmann (Gummersbach), Paul Hulverscheid (Wipperfürth), Günter Döbler (Kempten) und Patrick Spadacini (Bonn) wurden trotz des Unfalls noch auf Platz 182 gewertet.

[Bilder: Adi --- Auch in der Dämmerung und abends ging das Rennen rund um die Uhr natürlich weiter.]



Auf den hervorragenden 31. Gesamtrang kamen Caspar Best und Volker Drucks (Lüdenscheid) mit Erik Schwarz und Kris Nissen mit ihrem VW Bora TDi, die während des Rennens die Hinterachse eines Straßen-Golfs in ihr Rennauto adaptieren mussten. Das Team wurde ebenso wie Dose Motorsport mit ihren zwei Golfs von Müller & Breuer Wipperfürth nterstützt.



Mit acht Runden Rückstand belegten Gerhard Müller (Schwabach), Gerhard Mannsperger (Hockenheim), "Wolf Silvester" (Nürnberg) und der Däne Kurt Thiim im Porsche 996 GT3 Cup Platz zwei. Auf den dritten Rang fuhren sensationell Michael und Matthias Tischner (beide Marl), Wilfried Thal (Wülfrath) und Lothar Meinerzhagen (Köln) über die Ziellinie. Im BMW M3 E 36 hatten die Rheinländer nur elf Runden Rückstand. Insgesamt waren 210 Teams aus 18 Nationen am Start.

[Bilder: J. Staiger (2, oben), Adi (2, unten) --- Der Eschmann-Porsche in der Box (oben); Paul Hulverscheid völlig erschöpft nach einem schwierigen "Turn" (links unten) und Michael Eschmann (rechts unten) verfolgt aufmerksam die Bestenliste.]



Vom Start an übernahm die Viper die Regie



Das 24h Rennen des Jahres 2001 dürfte als eines der spannendsten in die Geschichte eingehen. Zwei Teams aus dem direkten Umfeld des Nürburgringes drückten dem Geschehen ihren Stempel auf. Als Herausforderer trat die siegreiche Zakspeed-Crew aus Niederzissen mit zwei Chrysler Viper GTS-R an, die Vorjahressieger vom PZK-Phoenix-Racing-Team aus Meuspath nahmen mit zwei werksunterstützten Porsche 911 GT3 RS den Marathon in Angriff.



Dieses Quartett setzte sich bereits kurz nach dem Start vom restlichen Feld ab und legte ein extrem hohes Tempo vor. Schon in der Startaufstellung hatten sich Zakowski, Bartels und Lamy in der Viper mit der Trainingsbestzeit die beste Ausgangsposition geschaffen. Direkt neben ihnen stand bereits das Porsche-Quartett Christian Menzel (Kelberg), Lukas Luhr (Koblenz), Emmanuel Collard (Frankreich) und Christian Abt (Kempten) mit der Startnummer 1 des Vorjahressiegers.



Führung wechselte mehrfach zwischen Viper und Porsche



Vom Start weg übernahm die Viper die Regie, konnte sich wegen falscher Reifenwahl jedoch nicht entscheidend absetzten. Bis zum frühen Morgen wechselte mehrfach die Führung zwischen Viper und dem Porsche. Die beiden Kontrahenten trennten selten mehr als eine Minute. Die jeweiligen Teamkollegen lagen auf den Plätzen drei und vier, bis sie nach Unfällen aufgeben mussten.

[Bilder: J. Staiger (links), Adi (rechts) --- "Kuddelmuddel" in der Boxengasse vor dem 24-Stunden-Rennen (linkes Bild); Jörg Viebahn aus Engelskirchen wartet auf seinen Einsatz (rechtes Bild).]



Erst drei Stunden vor Rennschluss endete das Spitzenduell



Das spannende Duell um den Sieg endete erst am Sonntag Mittag gegen 12 Uhr. Da kollidierte Christian Menzel im zweitplatzierten PZK-Phoenix-Porsche mit einem Konkurrenten und musste aufgeben. Die gut 550 PS starke Viper fuhr anschließend ungefährdet zum Sieg.



Der Manthey-Porsche 996 GT-MR mit Teamchef Olaf Manthey (Meuspath), Ulrich Galladé (Dortmund), Uli Richter (Essen) und Jürgen Alzen (Kausen; gesponsort von Eschmann-Stahl) fiel durch Reifenprobleme am Samstagabend aus den "Top Ten". In der Nacht konnte sich die Truppe wieder bis auf den dritten Gesamtrang nach vorne kämpfen, aber Bremsprobleme an der Hinterachse warfen das Team gegen 10 Uhr weit zurück.



Auf den sensationellen dritten Rang fuhren Michael und Matthias Tischner (beide Marl), Wilfried Thal (Wülfrath) und Lothar Meinerzhagen (Köln) über die Ziellinie. Im BMW M3 E 36 hatten die Rheinländer elf Runden Rückstand. Das Privatteam hatte allerdings überhaupt nicht mitbekommen, dass es so weit vorne lag und fehlte daher zunächst bei der Siegerehrung - Hinweise von anderen Teams, sie sollten endlich auf das Siegertreppchen klettern, taten sie zunächst als Fopperei ab.



Enttäuschung für die Japaner



Enttäuschend verlief auch der Einsatz für das japanische Falken-Team, das mit gleich drei Nissan Skyline GT-R-Boliden in die Eifel angereist war. Die zum Favoritenkreis zählende Crew mit den Japaner Masahiro Hasemi und Takayuki Kinoshita, dem Belgier Dirk Schoysman sowie dem Schwaben Roland Asch konnte sich wegen technischer Probleme jedoch nie richtig in Szene setzen. Über die Ziellinie geschoben werden musste ein Opel Manta mit Fuchsschwanz - zählt aber auch.

[Bilder (2): J. Staiger --- Das Hyundai FX Coupé des AC Radevormwald in der Box.]



Opel-Sportchef Strycek zurückgeworfen



Opel-Sportchef Volker Strycek (Limburg-Dehrn) pilotierte zusammen mit DTM-Pilot Timo Scheider (Braubach) und Stefan Kissling (Schuld) einen Opel Astra OPC als bestes 2-Liter-Auto in die "Top-Ten". Ein Getriebeproblem und ein späterer Kupplungsschaden warfen das Team weit zurück. Der Klassensieg ging an die Sakura 2000-Mannschaft mit dem Schweden Ingvar Carlsson, Jochen Albig (Pforzheim), Claudia Hürtgen (Aachen) und der Wahl-Monegassin Ellen Lohr. Mit dem rund 250 PS starken Honda S 2000 belegte das Quartett den achten Gesamtrang.



Nach ihrem zehnten Platz im Vorjahr fuhr der für den Rallyesport konzipierte Mitsubishi Carisma GT mit Allradantrieb auf den sechsten Gesamtrang. Am Steuer saß das Journalisten-Trio Jochen Übler und Markus Schurig (beide Stuttgart) sowie TV-Kommentator Burkhard Bechtel (DSF; Königsdorf). Sie wurden unterstützt von dem schwedischen DTM-Youngster Mattias Ekström. Burkard Bechtel moderierte das Renngeschehen für die begeisterten Fans rund um den Nürburgring live aus dem Mitsubishi.



Ewige Bestenliste erobert



Dank zwei Klassensiegen beim diesjährigen Marathon konnte Heinz-Josef Bermes aus Willich mit nun elf Erfolgen insgesamt die alleinige Führung in der ewigen Bestenliste erobern. Bermes siegte am Steuer eines Honda Civic Vtec zusammen mit Wilfried Schmitz (Baesweiler), Bernd Degner (Leichlingen) und Josef Klüber (Alzenau) in der Gruppe N bis 1600 ccm mit Rundenvorsprung. Ebenfalls mit einem Honda Civic Vtec, allerdings in der Klasse der Specials bis 1600 ccm, überquerte "Juppi“ zusammen mit Andreas Mäder (Großkugel), Markus Krauskopf (Düsseldorf) und dem Schweizer Beat Amacher sogar mit vier Runden Vorsprung als erster die Ziellinie.

[Bilder: Adi (3), J. Staiger (1; r.o.) --- Karl-Christian "Karlchen" Lück aus Wiehl bei Boxenstopps, rechts unten mit seinem Teamchef Edgar Dören aus Wuppertal.]



24h-Rennen überschattet durch Tod von Peruzzi



Das zweite Training zum 24h-Rennen wurde am Freitag Abend überschattet durch den tödlichen Unfall des 38-jährigen Christian Peruzzi (Heidelberg). Er verlor auf der Nordschleife im Streckenabschnitt Schwedenkreuz/Aremberg die Kontrolle über seinen Alfa Romeo 147 und überschlug sich mehrfach. Obwohl die Rettungskräfte sofort an der Unfallstelle waren, und die Trainingssitzung umgehend unterbrochen wurde, konnte der schwerverletzte Fahrer nicht mehr reanimiert werden. Der Vorstandsvorsitzende der FIAT Automobil AG erlag seinen schweren Schädelverletzungen.



In Absprache mit den Verantwortlichen des betroffenen Teams Alfa Romeo Scuola Sportiva entschied sich die Rennleitung für eine Fortsetzung der Veranstaltung. Alfa Romeo ("Alfa Romeo Team Scuola Sportiva") zog jedoch alle weiteren werksunterstützten Fahrzeuge zurück.



Die Fiat Automobil AG verliere mit Christian Peruzzi einen hochqualifizierten Manager und eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit, bedauerte Fiat. Geboren am 25. Mai 1963 in Mannheim, studierte Perucci Volkswirtschaft und begann seine berufliche Laufbahn 1988 in den Direktionen Vertrieb und Marketing bei der Alfa Romeo Deutschland GmbH. Nach der Integration von Alfa Romeo in die Fiat Automobil AG war er ab 1992 Brand Manager Alfa Romeo, bevor er 1993 die Leitung der Fiat Regionaldirektion Süd übernahm.

[Bilder: Adi --- Um die teils exotischen Rennwagen wie den Mini Cooper (rechtes Bild) abzulichten, benötigte Fotograf Dirk "Adi" Adolphs (linkes Bild) natürlich lange Brennweiten.]



Erfolgreiche Führungspersönlichkeit verloren



Ab 1994 zeichnete er als Vertriebsdirektor der Marke Lancia und von 1996 bis 1997 als Vertriebsdirektor Alfa Romeo verantwortlich. Danach führte er als General Manager die Fiat Auto Ireland in Dublin, bevor er als Generaldirektor der Fiat Auto Österreich den Aufbau einer eigenen Tochtergesellschaft des italienischen Automobilherstellers in Wien realisierte.



Belegschaft und Vorstand der Fiat Automobil AG, der Fiat Auto S.p.A. und der Fiat S.p.A. trauern über den Verlust eines besonders beliebten und menschlich hoch geschätzten Vorgesetzten und Kollegen. Das tiefempfundene Mitgefühl aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens gilt den Hinterbliebenen.



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