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Jubiläum für betreutes Wohnen im Oberbergischen Kreis
Gummersbach Das 'Ambulante Betreute Wohnen' der Diakonie Michaelshoven besteht nun schon seit zehn Jahren.
Von Daniel BeerIm Dezember 1999 startete das Projekt "Ambulantes Betreutes Wohnen" der Diakonie Michaelshoven im Oberbergischen Kreis. Das betreute Wohnen richtet sich an wohnungslose Menschen, beziehungsweise Menschen mit sozialen Schwierigkeiten, wie Armut, Arbeitslosigkeit, Verschuldung, mangelhaften Wohnungsverhältnisse, drohendem Wohnungsverlust, Sucht und gesundheitlichen Problemen, erklärte die Leiterin Andrea Steinbinder in einem heutigen Pressegespräch. Mit dem damals einzigartigen Angebot sollte wohnungslosen Menschen die Eingliederung in die Gesellschaft ermöglicht werden. Hierzu gehört unter anderem die Wohnungs- und Existenzsicherung, gesundheitliche Stabilisierung, Überwindung von Krisen und Entwicklung von Perspektiven.
[ Andrea Steinbinder und Bernd Gimmel vor dem Gummersbacher Büro ]
Natürlich kommen einige Leute auf uns zu, viele sind aber sehr zurückhaltend und vorsichtig. Da ist es besonders wichtig Vertrauen zu schaffen, berichtete Bernd Gimmel, der Mitarbeiter der ersten Stunde ist. Die steigende Nachfrage machte es notwendig, dass das Betreute Wohnen 2001 auf den Kreis Mitte und 2003 auf den Kreis Norden ausgeweitet wurde. Bürostandorte sind mittlerweile in Waldbröl, Gummersbach und Wipperfürth zu finden. Seit 2006 werden im betreuten Wohnen auch psychisch Kranke und Suchtkranke unterstützt.
Im Jahr 2008 wurden im Kreis fast 90 Menschen begleitet und unterstützt. Der Altersschnitt liegt bei Menschen zwischen 40 und 50 Jahren, so Steinbinder. Trends zeigen, dass aber immer mehr junge Menschen und Familien die Unterstützung durch das ambulante betreute Wohnen in Anspruch nehmen. Auch Hilfesuchende, die aus ursprünglich stabilen Verhältnissen kommen und die aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Trennung unter die Hartz IV-Regelung fallen und damit einen sozialen als auch finanziellen Abstieg erleben. Ereignisse wie die Wirtschaftskrise bekommen wir immer mit etwas Verzögerung mit, erklärte Gimmel. Für Alleinstehende komme das Problem dazu, dass es nur ein begrenztes Wohnungsangebot im Oberbergischen Kreis gibt, dass der festgeschriebenen Preisgrenze entspricht.
Die Angebote der Diakonie Michaelshoven sind vernetzt, ergänzen sich und sind aufeinander abgestimmt. So wird das betreute Wohnen im Oberbergischen Kreis weiter ausgebaut und den aktuellen Bedürfnissen angepasst.