Archiv

HB-Verbandsliga: Derschlager verteidigen gegen Siebengebirge Platz an der Sonne

pl; 19. Mar 2004, 06:22 Uhr
Oberberg Aktuell
ARCHIV

HB-Verbandsliga: Derschlager verteidigen gegen Siebengebirge Platz an der Sonne

pl; 19. Mar 2004, 06:22 Uhr
(pl/7.3.2004-11:30 AKTUALISIERT 19:55) Oberberg - In einem hart umkämpften Spitzenspiel der Verbandsliga verteidigte der TuS Derschlag mit einem Sieg gegen Verfolger Siebengebirge/Thomasberg am Abend die Tabellenführung und kann nun weiter aus eigener Kraft Meister werden – Müllenbach nach Erfolg beim Angstgegner in Brühl Dritter, Waldbröl setzt Talfahrt in Stolberg fort.
[Bilder: Oliver Mengedoht --- Derschlags Stefan Köser blieb mit drei Treffern unter seinem Soll. Am Ende reichte es trotzdem zum Sieg gegen die Verfolger aus dem Siebengebirge.]

Es ist vollbracht: Mit einem hart erkämpften 25:24-Sieg im Topspiel des Wochenendes zwischen dem TuS Derschlag und der HSG Siebengebirge/Thomasberg wahrten die Handballer von Trainer Jochen Fanger die Chance, aus eigener Kraft Meister zu werden. Während die Doppeldörfler (23:11 Punkte) durch den Sieg den Anschluss zum Spitzenduo halten konnten, muss Waldbröl (10. mit 15:19 Punkten) nun aufpassen, nicht doch wieder in den Abstiegstrudel zu geraten.

TuS Derschlag – HSG Siebengebirge/ Thomasberg 25:24 (17:10).



[Hatte mit seinen wichtigen Toren im zweiten Durchgang maßgeblichen Anteil am TuS-Erfolg: Christian Deckarm.]

„Erste Halbzeit hui, zweite pfui“, brachte Jochen Fanger das Duell der beiden Top-Teams aus Derschlager Sicht auf den Punkt. So hatten die rund 350 Zuschauer in der Derschlager Sporthalle in den ersten 30 Minuten Hausherren gesehen, die sich absolut das Prädikat Oberligatauglich verdient hatten.

Aus einer soliden Deckung um den Mittelblock mit Stefan Köser und Björn Kolbe schalteten die TuS-Cracks schnell auf Angriff um und überrannte förmlich ein ums andere Mal die verdatterten Gäste aus dem Siebengebirge, die sich zudem mehr mit den Schiedsrichtern beschäftigten, als sich auf das eigene Spiel zu konzentrieren. Die daraus nicht selten resultierenden Zeitstrafen nutzen die Derschschlager gnadenlos aus, sodass zur Pause beim 17:10 schon fast eine Vorentscheidung gefallen schien.



[Routinier Gunnar Jäger zieht ab. In der Schlussphase ließ der Deckungsspezialist seine ganze Erfahrung spielen.]

Es kam aber, wie es kommen musste. Obwohl Jochen Fanger in der Kabine seine Schützlinge gewarnt hatte, den Gegner nun auf die leichte Schulter zu nehmen, war fortan die Luft raus. Mit der nun agierenden offensiven 3:3-Deckung der HSG-Mannen kamen die Gastgeber überhaupt nicht klar, und „hätte die Partie fünf Minuten länger gedauert, wären wir als Verlieren vom Parkett gegangen“, so Fanger.

Dabei war bis zum 20:15 (38.) die Welt noch in Ordnung, und als zwei Minuten später Siebengebirges Spielmacher Oliver Schmidt nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig duschen gehen dürfte, schien eigentlich alles klar. Mitnichten, die Hausherren waren nun völlig von der Rolle, und beim 24:24 in der 59. Minute drohte die Partie endgültig zu kippen. Nur gut, dass Kapitän Maik Thiele beim folgenden Siebenmeter die Nerven behielt und 55 Sekunden vor Ultimo zum 25:24 verwandelte.



[Wieder einmal ein Vorbild in Sachen kämpferischer Einstellung: Spielmacher Maik Thiele.]

Siebengebirge nahm den Torwart heraus, aber TuS-Keeper Ralf Gießelmann und die Derschlager Deckung waren auf der Höhe. Freiwurf, Auszeit, nochmals Freiwurf – es nutzte alles nichts aus Gäste-Sicht. Zwei Sekunden vor dem Abpfiff stoppte TuS-Routinier Gunnar Jäger den letzten Versuch der HSG, als er den Angreifer hart, aber fair im wahrsten Sinne des Wortes auf den Boden der Tatsachen holte – Schluss, aus und vorbei, Derschlag’s Sieg war perfekt.

Fangers Fazit: „In der Summe beider Halbzeiten haben wir den Sieg sicherlich verdient, auch wenn uns Siebengebirge im zweiten Durchgang mindestens ebenbürtig war. Gegen die offensive Deckung haben wir uns einfach zu dumm angestellt, und angesichts der Schlussphase muss man sogar noch von einem glücklichen Sieg sprechen. Hauptsache aber ist natürlich, dass wir nun weiter aus eigener Kraft Meister werden können.“ Namentlich hervorheben wollte der Trainer lediglich Spielmacher Maik Thiele als kämpferisches Vorbild und Christian Deckarm, der besonders im zweiten Durchgang die Derschlager mit seine wichtigen Toren im Spiel hielt.



[Robert Fischer kam heute nur zu einem Torerfolg.]

Tore Derschlag: Maik Thiele (8/5), Christian Deckarm (6), Björn Kolbe, Stefan Köser (je 3), Michael Häcke (2), Robert Fischer, Norman Scholz, Gunnar Jäger (je 1).


Brühler TV – TV Rodt-Müllenbach 21:32 (8:13).

„Gestern haben wir gegen einen Abstiegskandidaten gespielt, der allenfalls unteres Landesliga-Format hatte“, urteilte Müllenbachs Abteilungsleiter Karl Haarhaus nach dem Kantersieg seiner Schützlinge gegen den ehemaligen Angstgegner. Lediglich in den ersten 20 Minuten konnten die Hausherren der Mannschaft von Trainer Helge Janeck Paroli bieten.



[Derschlags Trainer Jochen Fanger (3) war die Erleichterung beim Abpfiff deutlich anzumerken.]

Spätestens aber als Brühls Spielmacher Frederik Jüttermann nach einem eigens verschuldeten Zusammenprall mit Michael Fuchs wegen eines ausgekugelten Schultergelenks verletzt ausschied, war es vorbei mit der Herrlichkeit des Vorletzten. Über 10:7 legten die Müllenbacher, immer wieder angetrieben vom starken Regisseur Michael Fuchs, zur Pause bereits mit fünf Toren vor.

Bis zum 15:19 (40.) hielten die Gastgeber noch einigermaßen mit, aber sieben Tore binnen acht Minuten – vor allem Dennis Aust und „Mucki“ Fuchs zeigten hier Treffsicherheit – sorgten für die endgültige Entscheidung. „Bis auf immer wieder kleine Konzentrationsschwächen, die wir uns gegen stärkere Gegner einfach nicht erlauben dürfen, haben wir eine insgesamt gute Vorstellung abgegeben“, so Haarhaus, der neben den bereits erwähnten Aust und Fuchs noch Tom Peters gute Noten ausstellte. „Er scheint endlich wieder Fuß zu fassen.“ Ordentlich auch die Leistungen der beiden Torleute Kai Rottschäfer (1. Halbzeit) und Mike Hinze.



Tore Müllenbach: Dennis Aust (9/2), Michael Fuchs (6), Jan-Hendrik van Münster (6/1), Tom Peters (5), Olaf Hardt (4), Christian Daase (2).


Stolberger SV – CVJM Waldbröl 27:20 (11:12).

Die Hiobsbotschaft vorweg: Der junge Eike Eschmann kugelte sich nach einem unglücklichen Zusammenprall in der 18. Spielminute ein Ellebogen-Gelenk aus und musste mit dem Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. „Für ihn dürfte die Saison gelaufen sein, zumal vermutlich auch noch einige Bänder gerissen sind“, so CVJM-Coach Karl-Heinz Michalke.

Ansonsten kann man zur gestrigen Partie aus Waldbröler Sicht nur sagen: Neues Spiel, altes Lied. Wieder stand die Deckung der Oberberger nicht schlecht, aber die Angriffsleistung ließ vieles zu wünschen übrig. Nicht nur, dass zahlreiche gute Chancen ungenutzt blieben, auch sieben (!) Strafwürfe „vergeigten“ Oliver Dax und Patrick Seebaum. „Hätten wir alleine nur die Siebenmeter verwandelt, hätten wir schon einen Punkt eingefahren“, ärgerte sich der Trainer.



[Freudentänze nach dem wichtigen Derschlager Sieg.]

Dabei waren die Südkreisler stark in die Partie eingestiegen, hatten sogar mit 9:3 nach 15 Minuten geführt. Dann die Unterbrechung wegen der Verletzung von Eschmann, die offenbar die CVJM’ler nicht wegstecken konnten. Plötzlich stand es nach 25 Minuten nur noch 9:8, und auch zur Pause betrug der Waldbröler Vorsprung lediglich einen Treffer. Die Entscheidung gegen die Michalke-Mannen dann binnen 14 Minuten nach dem Seitenwechsel, als die Hausherren auf 22:15 davonzogen. „Schade, da war wieder einmal mehr drin. Dennoch, die ersten 20 Minuten stimmen mich positiv“, so der Übungsleiter abschließend.

Tore Waldbröl: Rafael Laskowski (6/1), Oliver Dax (6/2), Patrick Seebaum (5), Eike Eschmann, Frank Brieschke, Patrick Müller (je 1).

Ergebnisse und Tabelle Verbandsliga Männer

WERBUNG