Bilder: Daniel Beer --- Im Sand buddeln und mit Wasser rummatschen, welches Kind mag das nicht?
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Spielen und Lernen im Einklang mit Mutter Natur
Engelskirchen Die Naturkindergartengruppe der AWO-Kindertagesstätte Ründeroth hat ihr neues Domizil im Freien bezogen.
Von Daniel BeerSeit vergangenem Montag herrscht wieder Leben auf dem ehemaligen Freibadgelände in Ründeroth. Die Naturkindergartengruppe der AWO-Kindertagesstätte hat ihren Garten im hinteren Teil des Geländes bezogen und hat sich bereits gut eingelebt, wovon sich heute Vertreter von Kreis, Kommune und Arbeiterwohlfahrt überzeugten.
[Marie (4) macht es vor: So waschen sich die Kinder die Hände.]
Zwölf Kinder (davon fünf U3) sind im Naturkindergarten. Jetzt in der Eingewöhnungsphase können die Eltern den Tag mit ihren Kindern verbringen. Geleitet wird die Gruppe von Erzieherin Ramona Kohl. Ihr zur Seite stehen die Fachkräfte Janine Hoppe und Anita Thalmann. Im zweiwöchigen Wechsel kommen jeweils sechs Kinder aus der Kindertagesstätte in der Brückenstraße rüber zu ihren Spielkameraden in die Natur, denn trotz der räumlichen Trennung soll es ein gemeinsamer Kindergarten bleiben. Die Kinder lernen die gleichen Dinge, sagt Kita-Leiterin Iris Kettner-Müller.
Die Aktivitäten finden bei Wind und Wetter draußen statt. Wichtigste Voraussetzung für den Spaß in der freien Natur ist die richtige Kleidung. Die Kleinen sollen weder frieren noch nass werden. Da sollten die Eltern nicht sparen, da sind wir streng, sagt Kettner-Müller. Dennoch steht ein Aufenthaltsraum mit Heizung in Form eines extra umgebauten Wohnwagens zur Verfügung erst einmal als Überganslösung. Hier können die Kinder schlafen und nehmen auch ihr Mittagessen zu sich, welches jeden Tag frisch aus der Küche des Seniorenzentrums Ründeroth geliefert wird. Der Außenbereich wurde nach den vier Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft gestaltet. Neben einer Feuerstelle für Stockbrot und einer Wasserpumpe im Sandkasten können die Kinder nach und nach einen kleinen Garten anlegen.
[Zufriedene Gesichter: Iris Kettner-Müller (von links), Martina Gilles, Ramona Kohl, Beate Ruland und Dr. Gero Karthaus.]
Der Naturkindergarten ist der erste seiner Art im Oberbergischen. Dr. Jorg Nürmberger vom Kreis sieht in der Zukunft steigendes Interesse an solchen Angeboten. Erfahrungen mit Waldkindergärten, etwa in Lindlar, zeigten, dass das Konzept gut funktioniert. Martina Gilles, stellvertretende AWO-Geschäftsführerin, ist überzeugt: Die Kinder sind hier sehr glücklich. Die Plätze in Ründeroth waren schnell belegt. Sogar aus Berlin fragte eine Familie an. Die AWO-Vorsitzende Beate Ruland berichtete, dass Kinder aus Natur- und Waldkindergärten bessere Kompetenzen im sozialen Bereich sowie größere Konzentrationsfähigkeit aufweisen. Aber auch die Eltern sind schon nach wenigen Tagen ganz begeistert und haben ihre Unterstützung zugesichert.
Im Zuge der Umgestaltung des Freibadgeländes (OA berichtete) soll das alte Zugangsgebäude umgebaut werden. Hier soll dann ein langfristiger Aufenthaltsraum für den Naturkindergarten entstehen. Bürgermeister Dr. Gero Karthaus dankte noch einmal der Firma Dörrenberg, der die Parzelle auf dem Gelände eigentlich gehört. Im Gegenzug stehen der Firma drei Betriebskindergartenplätze zur Verfügung. Karthaus: Für junge Ingenieure mit Familie sicherlich interessant.
