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Höhenrettungseinsatz unterm Wetterhahn

mg; 12. May 2019, 11:30 Uhr
Fotos: Michael Gauger --- Mittels Schrägseilbahn wurde eine patientenschonende Rettung durchgeführt.
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Höhenrettungseinsatz unterm Wetterhahn

mg; 12. May 2019, 11:30 Uhr
Lindlar - Die Feuerwehr Lindlar und die Höhenrettung des Deutschen Roten Kreuzes absolvierten an der St. Apollinariskirche in Frielingsdorf einen nicht alltäglichen Einsatz.
Von Michael Gauger

Bereits am frühen Samstagmorgen hatte die Feuerwehr eine lebensgroße Puppe auf dem Dach des Kirchturms in etwa 30 Meter Höhe befestigt, diese stellte das eigentliche Übungsobjekt dar. Die simulierte Lage war ein verunglückter Dachdecker, dessen Rettung durch das Dachfenster nicht mehr möglich war. Gegen 10 Uhr lief die Rettungskette mit der Alarmierung der benötigten Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK an, die zeitversetzt den Einsatzort erreichten.


[Klaus Weber (rechts) bereitet eine weitere Rettungsübung vor.]

Die Kameraden der Gruppe Absturzsicherung der Feuerwehr Lindlar, bestehend aus 14 Einsatzkräften der Einheiten Lindlar, Frielingsdorf, Scheel, Remshagen und Hohkeppel, die speziell ausgebildet sind, begaben sich zügig in den Glockenturm. Mit Steckleiterteilen wurde der Dachbereich um den Verunfallten verstärkt, die Person selbst gegen weiteres Abrutschen gesichert und medizinisch betreut. Zeitgleich war ein Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Wipperfürth angekommen, das zwar nicht unmittelbar in die Rettung eingebunden war, an der aber ebenfalls Höhengewöhnungsübungen durchgeführt wurden.

Zeitlich korrekt versetzt erreichte das Fahrzeug der Höhenrettung des Deutschen Roten Kreuzes den Ort des Geschehens, dessen sechsköpfige Mannschaft sich nach der Absprache mit dem Rettungsdienst und der Feuerwehr unter Gruppenführer Daniel Siekmann routiniert an die Arbeit machte, um die verletzte Person mittels Schrägseilbahn vom Kirchturmdach zu retten. Die schonende Rettung nahm insgesamt etwa 30 Minuten in Anspruch.


[Zeitgleich fanden an der Drehleiter Abseilübungen statt.]

Brandinspektor Klaus Weber, der in den vergangenen drei Jahren die Ausbildung der Feuerwehrkameraden durchgeführt hatte, erklärte, dass es hierbei vor allem auf das perfekte Zusammenspiel ankommen würde, aber auch um die Überwindung in dieser Höhe aus einem Dachfenster zu klettern. „Wir sind froh, an so einem Objekt üben zu dürfen, und danken der Kirche sowie der Gemeinde für deren Unterstützung“, freute sich Weber. Ein weiterer Dank ging zudem an die Wipperfürther Feuerwehr für die Unterstützung mit der Drehleiter. An dieser wurden Steig- und Abseilübungen durchgeführt.

Die eingesetzte Höhenrettungsgruppe des DRK im Oberbergischen Kreis besteht seit 2012. In ihr verrichten zwölf Mitglieder aus dem gesamten Kreisgebiet ehrenamtlich ihren Dienst und üben regelmäßig die spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen. Dazu steht vielseitiges Material zur Verfügung, das mithilfe eines Allradfahrzeuges, in dem selbst eine Krankentrage Platz findet, zum Einsatz gebracht wird.


[Gegenseitig halfen sich die Kameraden beim Anlegen des Absturzsicherungsgeschirr.]

Die an diesem Tag mehrfach durchgeführte Übung hatte einen durchaus ernsten Hintergrund, wie DRK-Pressesprecher Johannes Ufer berichtete. Ende der 1970er Jahre war es bei Renovierungsarbeit an dieser Kirche zu einem tödlichen Absturz eines Dachdeckers gekommen.
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