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Strombach kocht Weiden im Verfolgerduell ab

pn; 29. Apr 2018, 16:45 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung ---- Malte Meinhardt und der TV Strombach durften einen knappen Heimsieg über Westwacht Weiden bejubeln.
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Strombach kocht Weiden im Verfolgerduell ab

pn; 29. Apr 2018, 16:45 Uhr
Oberberg - In einer torarmen Partie hat der TVS den längeren Atem - CVJM chancenlos - SSV verliert ersatzgeschwächt - TuS souverän - Die Handball-Oberliga wird präsentiert von 'Sportsbar Lutter'.
TV Strombach – DJK Westwacht Weiden 22:21 (9:11).


[Sean Borgard suchte gewohnt das direkte Duell.]

Michiel Lochtenbergh neigt nicht zu verbalen Übertreibungen. Entsprechend sachlich und nüchtern fasste der Strombacher Trainer auch den Sieg seiner Equipe gegen Westwacht Weiden zusammen. „Das war ein solides Spiel“, urteilte der Niederländer unaufgeregt. Deutlicher spannender hatte es dagegen sein Team gemacht. Zwar legten die Gastgeber wie die Feuerwehr los, doch nach dem frühen 4:0-Blitzstart (6.) kamen auch die Weidener nach einer Auszeit besser ins Spiel. Die bis dahin glänzende Chancenverwertung des TVS erlahmte zusehends, während die Gäste über 6:6 (21.) die Partie zur Pause drehten. „Wir waren die klar bessere Mannschaft, haben das aber nicht in Toren ausdrücken können“, ärgerte Lochtenbergh der Halbzeitrückstand.




[Lukas Bader steigt zu einem seiner drei Treffer hoch.]

Das sollte sich nach dem Seitenwechsel aber ändern. Zwar blieb die Partie torarm, doch über 14:13 (37.) übernahm Strombach die Kontrolle. Weiden erwies sich zwar als unbequemer Gegner, probierte auch zahlreiche Defensivvariationen aus, doch meist hatten die Hausherren eine Antwort parat. „Wir haben immer Lösungen gefunden und ich hatte nie das Gefühl, dass dieses Spiel noch einmal kippen könnte“, ließen sich Lochtenberghs Mannen auch vom 19:19-Ausgleich (50.) nicht schocken. In der Schlussphase machten Julian Mayer und Malte Meinhardt per Siebenmeter den Unterschied zum knappen Sieg. „Ich war sehr zufrieden mit den Jungs. Gerade vor dem Hintergrund, dass wir heute sehr viel gewechselt haben und auch schon einige Dinge für die kommende Saison probiert haben“, meinte der TVS-Coach abschließend.


Strombach: Markus Meister (4), Julian Mayer (4/2), Nico Blech, Lukas Bader (je 3), Malte Meinhardt (3/1), Lukas Altjohann (2/1), Luis Drux, Sean Borgard, Florian Panske (je 1).



CVJM Oberwiehl – BTB Aachen 22:34 (11:17).


Chancenlos war die ersatzgeschwächte Oberwiehler Mannschaft gegen den Tabellenzweiten aus Aachen. „Ihnen hat eine solide Leistung gegen uns gereicht“, beschrieb Florian König das Spiel als einen Kampf gegen Windmühlen. „Sieben Aachener und zwei Schiedsrichter waren einfach zu viel für uns“, wollte der CVJM-Coach den Unparteiischen noch nicht einmal viele Fehler vorwerfen, „aber ihre vorgegeben Linie lag uns überhaupt nicht.“ Auf beiden Seiten wurde extrem viel Körperkontakt zugelassen, so dass es kaum Freiwurfpfiffe gab. Dennoch konnte der CVJM die Partie bis zum 9:9 (21.) noch überraschend offen gestalten. Nachdem die Pfeife der Schiedsrichterinnen jedoch zunehmend still blieb, verlor Oberwiehl jeglichen spielerischen Faden, auch weil einige klare Chancen ungenutzt blieben. Aachen kam mit den Gegebenheiten besser zurecht und konterte mit seinem gefürchteten Umschaltspiel zum 11:17-Pausenstand.


Nach dem Seitenwechsel konnten die Hausherren das Ergebnis bis zum 17:25 (44.) im Rahmen halten, ehe sich Resignation im oberbergischen Lager breit machte. „Aachen war einfach zu stark und die Jungs haben nicht ihre sonst gewohnten Freiwurfpfiffe bekommen, so dass wir uns irgendwann aufgegeben haben. Dafür fehlen einigen von ihnen einfach noch die körperlichen Voraussetzungen“, musste der Übungsleiter angesichts des großen Lazaretts erneut auf einen blutjungen Kader zurückgreifen. Die Niederlage sei dadurch zwar viel zu hoch ausgefallen, insgesamt war König aber nicht unzufrieden. „Es war kein schlechtes Spiel von uns“, hob er den zehnfachen Torschützen Marc Weschenbach hervor.


Oberwiehl: Marc Weschenbach (10), Simon Schanz, Julian Marenbach (je 3), Andre Rischikov (2), Johannes Schneevogt (2/1), Daniel Rischikov, Jonas Koebnick (je 1).



[Julian Mayer wird von Marcel Habisch und Stefan Kuck in die Zange genommen.]

HSV Bocklemünd – SSV Nümbrecht 27:25 (10:11).


Eine bittere Niederlage kassierte der SSV Nümbrecht in Norden Kölns. „Da war deutlich mehr drin“, haderte Trainer Mario Jatzke mit dem Ergebnis. Allerdings mussten die Oberberger gleich fünf Stammspieler ersetzen. Marcel Samel und Kevin Schieferdecker halfen der Reserve im Landesligaabstiegskampf aus, Daniel Funk und Lukas Hemmersbach fehlten privat und auch Jannik Lang konnte aufgrund von Rückenproblemen nur äußerst dosiert eingesetzt werden. „Diese Quote an Ausfällen kann kaum eine Mannschaft stemmen“, urteilte Jatzke. Dementsprechend holprig verlief auch die Anfangsphase, in der seine Nümbrechter schnell mit 1:6 (9.) hinten lagen.


Nachdem Christoph Bitzer allerdings in den Mittelblock beordert wurde und auch Johannes Urbach sich im ungewohnten Rückraum besser zurecht fand, übernahmen die Gäste zur Pause das Kommando. Bis zum 16:17 (43.) lagen die Oberberger weiter in Front, mussten nun allerdings dem hohen Kräfteverschleiß ihren Tribut zollen. Die Fehler häuften sich und Jatzke gab zudem den nachgereisten Landesligaakteuren ihre Spielzeiten. „Am Ende fehlte einfach von allem ein bisschen“, sah der Coach die Partie zum 21:19 (49.) kippen. Zwar gelang dem starken Stefan Ufer noch der 26:25-Anschlusstreffer, mehr sollte dem SSV in den beiden Schlussminuten aber nicht mehr gelingen. „Ich freue mich jetzt besonders auf das Pokalendspiel am Dienstag, weil wir dann noch einmal mit dem kompletten Kader angreifen können“, verteilt Jatzke noch ein Sonderlob an Niklas Reuter.
  
Nümbrecht: Stefan Ufer (8/1), Niklas Reuter (7/2), Patrick Martel (3), Dominik Donath, Johannes Urbach (je 2), Tobias Mlynczak, Jannik Lang, Ilja Schattner (je 1).

[Michiel Lochtenbergh war mit seiner Defensive hochzufrieden.]

SC Fortuna Köln – TuS Derschlag 28:35 (12:16).


Eine erwachsene Leistung hatte Ralph Weinheimer von seinem Team vor dem Duell mit den stark abstiegsgefährdeten Kölnern eingefordert. Und Derschlags Handballer kamen der Forderung ihres Cheftrainers nur allzu gern nach. „Wir haben die Lügen gestraft, die meinen, wir würden uns jeden Sonntag gegen die vermeintlich Kleinen blamieren“, urteilte der Coach nach dem souveränen Pflichtsieg. Ein Spaziergang war die Partie dabei allerdings nicht. Nachdem der Tabellenletzte aus Opladen am Samstag sein Spiel gewonnen hatte, standen die Domstädter enorm unter Druck und kämpften verbissen um jeden Zentimeter. Die Oberberger ließen sich davon aber nicht beeindrucken, sondern erspielten sich zügig eine solide Führung, die konsequent bis zur Pause verteidigt wurde.


Mit frischen Instruktionen gefüttert kam das Team von Kamel Fekih noch einmal gallig aus der Kabine und verkürzte den Rückstand nach zehn Minuten sogar auf zehn Treffer. „Danach haben wir das aber völlig souverän geregelt“, sah Weinheimer eine ungefährdete Schlussphase, in der er mit einer offenen Manndeckung zudem versuchte, noch etwas für das Torverhältnis im Zweikampf um Platz zwei zu tun. „Eigentlich müssen wir hier sogar zweistellig gewinnen, haben aber zu viele Chancen liegen lassen“, so der Coach abschließend.


Derschlag: Petar Cutura (9), Tim Hilger (9/3), Thorben Schneider (8), Shawn Pauly (4), Vladislav Veselinov, Norman Krause (je 2), Nils Welke (1).

Ergebnisse und Tabelle
  
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