HANDBALL

Zu viele Strafen: Verpatztes Jäckel-Debüt auf der Wiehler Bank

pn; 19.09.2021, 19:10 Uhr
Fotos: Erhard Krupp --- Die Tore von Artur Gartung fehlten in der Schlussphase nach seiner roten Karte.
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Zu viele Strafen: Verpatztes Jäckel-Debüt auf der Wiehler Bank

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pn; 19.09.2021, 19:10 Uhr
Oberberg - Rote Karte bringt CVJM II auf die Verliererstraße - Seinsche watscht sein Team nach peinlichem Auftritt ab - Waldbröl verbessert, aber ohne Punkte - TVB gut erholt - HC II holt nach spannendem Krimi einen Punkt (AKTUALISIERT).

CVJM Oberwiehl II – HSG Refrath/Hand II 19:21 (10:10).

 

Misslungenes Debüt für Jan Jäckel auf der Oberwiehler Bank. Nach der 19:21-Heimniederlage gegen Refrath/Hand wartet das CVJM-Team weiter auf die ersten Saisonpunkte. „Da war mehr drin“, meinte der neue Coach, der die Niederlage der Unerfahrenheit seiner jungen Mannschaft zuschrieb: „Irgendwann hätten die Jungs einfach mal den Mund halten müssen“, gefiel Jäckel der Kleinkrieg seines Teams mit den Schiedsrichtern weniger – allein in den letzten 20 Minuten kassierten die Oberberger zwei Meckerstrafen sowie eine weitere wegen Ballwegwerfens. Zum Knackpunkt wurde allerdings eine andere Situation: Sieben Sekunden nachdem er das 14:13 (43.) erzielt hatte, wurde Artur Gartung nach einem harten Foul disqualifiziert. Damit fehlt in der Schlussphase die wichtigste offensive Waffe des CVJM.

 

[Foto: Thomas Wirczikowski --- Jan Jäckel blieb bei seinem Trainerdebüt ohne Punkte.]

 

Bis dahin hatten sich beide Teams ein umkämpftes Spiel geliefert. Jäckel gefiel besonders die Defensivleistung seiner Mannschaft. „Im Angriff hatten wir allerdings noch Probleme“, gab er zu. Über 17:17 (51.) blieb das Spiel bis in die Schlussminuten spannend. Refrath/Hand gelangen nun zwei schnelle Tore zum 17:19 (52.), entschieden war die Partie aber nicht. Mathias Rösner und HSG-Trainer Darius Esna-Ashari kassierten parallel eine Zeitstrafe (56.) – mit der doppelten Überzahl wusste Oberwiehl aber zu wenig anzufangen. Der Anschlusstreffer zum 19:20 von Moritz Madel 50 Sekunden vor dem Ende kam zu spät. „Wenn man die Schiedsrichter-Nörgelei ausklammert, war das ein guter Auftritt von uns“, sagte Jäckel. Für die kommenden Wochen versprüht er Zuversicht: „Wir haben gerade erst angefangen.“

 

Oberwiehl: Artur Gartung (7), Julian Klein (5/2), Leon Binder (3), Moritz Madel (2), Christian Schüttenhelm, Lennart Frielingsdorf (je 1).

 

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BTB Aachen III – SSV Nümbrecht II 32:18.

 

Stocksauer war Nümbrechts Trainer Manuel Seinsche nach dem peinlichen Auftritt bei BTB Aachen III. „Für so ein Spiel gibt es keine Entschuldigungen. Das war einfach nur eine unterirdische Leistung“, nahm er kein Blatt vor den Mund. Dabei hätte Seinsche mit der in Nümbrecht grassierenden Grippewelle durchaus eine gute Ausrede gehabt. Auch dass die Gäste bereits kurz nach dem Anpfiff Torben Lang mit einem ausgekugelten Daumen verloren, hätte als Grund getaugt. Von all dem wollte Seinsche aber nichts wissen. „Schon in den ersten zehn Minuten haben wir technische Fehler produziert, die sonst für fünf Spiele zusammen gereicht hätten“, redete sich der Handballlehrer weiter in Rage.

 

Nümbrecht blieb weitgehend harmlos, warf die gegnerischen Keeper warm und ließ sich nach den selten erfolgreichen Angriffen gnadenlos mit der schnellen Mitte auskontern. Aus seiner Generalkritik nahm der SSV-Coach lediglich Routinier Daniel Funk heraus, der als einziger Spieler Normalform gezeigt habe. „Mit solchen Auftritten müssen wir uns keine Ziele stecken. Jetzt heißt es für uns erst einmal, von Spiel zu Spiel zu schauen."

 

Nümbrecht: folgen.

 

 

TV Bergneustadt – ASV SR Aachen II 26:21 (13:8).

 

Die richtigen Lehren aus der Derbypleite in Gelpe/Strombach zog der TV Bergneustadt. „Wir haben das Spiel reflektiert und an einigen Stellschrauben gedreht“, sagte TVB-Coach Tobias Uding, der sich nach der Niederlage vergangene Woche ein wenig bestätigt sah: „Ich hatte vor der Saison gewarnt, dass wir aufgrund der Hallensituation in der Vorbereitung ein bisschen Zeit brauchen werden.“ Bis zum 6:6 (23.) war es ein defensives Abtasten beider Mannschaften, Philipp Sauer organisierte eine starke TVB-Deckung, auch Torhüter Kevin Neese glänzte mit einigen Paraden. Während Bergneustadt mit Holger Magdzack und Thorben Schneider nach einer Viertelstunde aber personell nachlegen konnten, merkte man den Gästen den Kräfteverschleiß bereits frühzeitig an.

 

[Foto: Michael Kleinjung ---- Der TV Bergneustadt gewann auch sein zweites Heimspiel.]

 

In Unterzahl erzielte der TVB zwei Treffer zum 8:6 (24.) und baute diesen Vorsprung bis zur Pause kontinuierlich aus. „Wir haben immer wieder Lösungen gefunden“, meinte Uding. Mehrfach hieß der Abnehmer Dennis Hermann. Nach dem Seitenwechsel wuchs der Vorsprung auf 18:11 (42.), ehe die Hausherren einen Gang rausnahmen. Beim 20:16 (50.) drohte die Partie noch einmal knapp zu werden, mit der Einwechslung von Marco Rubel kam aber der fehlende Schwung zurück. „Wir haben einen guten Kader, müssen aber auch selbstkritisch arbeiten, um uns Schritt für Schritt zu verbessern“, so Uding, der von einem souveränen Auftritt sprach.

 

Bergneustadt: Thorben Schneider (9/2), Dennis Hermann (4), Marcel Neese (3), Philip Sauer, Marco Rubel, Nils Welke (je 2), Lukas Flick, Holger Magdzack, Michel Töpfer (je 1), Moritz Rahrbach (1/1).

 

 

CVJM Waldbröl – Pulheimer SC II 23:26 (12:9).

 

Balsam für die leidgeprüfte Seele war der Waldbröler Auftritt gegen den Pulheimer SC. Nachdem das Team von Markus Deubel und Gunnar Cichon an den ersten beiden Spieltagen die Ligatauglichkeit noch schuldig geblieben war, präsentierte sich der Aufsteiger im zweiten Heimspiel stark verbessert. „Das war eine 1000-prozentige Steigerung zu den ersten beiden Spielen. Wir haben gezeigt, dass wir Handball spielen können“, meinte Deubel. In der ersten Hälfte waren die Hausherren sogar das bessere Team. Bis zum 7:7 (18.) verlief das Spiel ausgeglichen, anschließend nutzte Waldbröl eine Überzahlsituation für drei Tore in Folge zum 10:7 (22.). „Zur Pause müssen wir eigentlich sogar deutlicher führen“, haderte Deubel mit Pfosten und Latte.

 

Auch nach dem Seitenwechsel waren es Zeitstrafen, die das Spiel kippen ließen – diesmal allerdings in die andere Richtung. „Durch dumme Strafen sind wir leider ins Hintertreffen geraten“, sah Deubel zunächst den 17:17-Ausgleich (42.) und sein Team dann einem 19:22-Rückstand (50.) hinterherjagen. In der Schlussphase probierte es der Tabellenletzte noch mit dem siebten Feldspieler, Pulheim spielte aber clever die Zeit runter. Eine Schrecksekunde mussten die Oberberger kurz vor Schluss verdauen: Torhüter Martin Gruzcynski sprang bei einem parierten Siebenmeter die Kniescheibe heraus, er musste zur Behandlung ins Krankenhaus. „Trotz der Niederlage kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, das war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, so Deubel nach der Partie.

 

Waldbröl: Sebastian Klein (6), Tobias Mertens (6/3), Enzo Souliman (4), Sebastian Hein (3), Nico Keyser (2), Julian Schmitz, Lukas Leidig (je 1).

 

 

HC Gelpe/Strombach II – HSG Siebengebirge III 26:26 (14:13).

 

Die Frage nach dem gewonnen oder dem verlorenen Punkt stellte sich Eduard Debnar nach 60 intensiven Minuten nicht. „Es war ein gerechtes Unentschieden“, meinte der HC-Coach, der den urlaubenden Daniel Rodriguez gemeinsam mit Ole Remmers auf der Bank vertrat. „Beide Teams haben gezeigt, dass sie das Zeug haben, oben mitzuspielen“, sprach Debnar völlig zurecht von einer Partie auf sehr gutem Landesliganiveau. Siebengebirge hatte mit Edgar Schulz, Torhüter Timo Adeyemi oder Nils Grunwald gleich mehrere Altstars in seinen Reihen. „Spieler dieser Klasse hatten wir nicht, aber wir haben als Mannschaft dagegen gehalten“, meinte Debnar. Die auf hohem Tempo geführte Partie verlief lange völlig ausgeglichen, meist konterten die Gäste die heimische Führung mit dem Ausgleich.

 

Zur Gretchenfrage wäre beinahe die 47. Minute geworden. Zunächst wurde Tobias Müller beim 21:21 auf die Strafbank geschickt, zwölf Sekunden später ging Siebengebirge nicht nur erstmals seit langer Zeit in Führung, auch Philipe Ginczek musste für zwei Minuten vom Feld. Die doppelte Unterzahl verlieh den Hausherren aber neue Kräfte: Tom Bonfiglio traf zum 22:22 und die Deckung erkämpfte sich den nächsten Ball. Beim 26:23 (55.) durch Philipe Ginczek schien eine Vorentscheidung gefallen, eine Zeitstrafe gegen Marvin Scholz machte es aber noch einmal spannend. „Da hätte ich mir gewünscht, dass wir ein wenig cooler reagiert hätten“, sah Debnar nun fehlende Gelassenheit bei seinem Team, das drei schnelle Gegentreffer kassierte. Wild wurden die Schlussminuten: Beide Teams hatten mehrfach den Siegtreffer auf der Hand, der finale Wurf von Maurice Ginczek wurde von HSG-Keeper Philipp Brenner aber pariert. Ein Remis, mit dem am Ende beide Teams gut leben konnten.

 

Gelpe/Strombach: Tom Bonfiglio (6), Paul Roth (5), Maurice Ginczek, Jan Höfer (je 4),Marvin Scholz, Philipe Ginczek (je 3), Tobias Müller (1).

 

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