HANDBALL

Wolff entscheidet das Topspiel im Alleingang für die Zebras

uk; 04.10.2026, 01:00 Uhr
Archivfoto: Thomas Wirczikowski ---- Kiels Torhüter Andreas Wolff zog den Gummersbachern in den entscheidenden Momenten den Zahn.
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Wolff entscheidet das Topspiel im Alleingang für die Zebras

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uk; 04.10.2026, 01:00 Uhr
Gummersbach - Der VfL Gummersbach unterliegt dem THW Kiel trotz einer starken Leistung - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Von Uli Klein

 

THW Kiel - VfL Gummersbach 29:26 (13:15).

 

Alles war gerichtet für ein echtes Topspiel, denn alle Protagonisten gingen mit einer positiven Grundstimmung in das Duell zweier wirklicher Schwergewichte des deutschen Handballs. Hier der gastgebende Rekordmeister THW Kiel, der nach dem Verpassen des europäischen Wettbewerbs in dieser Saison die Rückkehr auf die internationale Bühne als Saisonziel ausgerufen hat und bis auf die jüngste Pleite vergangenen Mittwoch beim Meister in Magdeburg richtig stark aufgetreten ist (11:3 Zähler).

 

Dort der VfL Gummersbach, der ein hammerhartes Auftaktprogramm (u.a. gegen die drei deutschen Champions League-Starter SC Magdeburg, Füchse Berlin sowie MT Melsungen) ohne allzu große Beulen überstand, und die Dienstreise an die Förde immerhin mit einem positiven Punktekonto (7:5) antreten konnte.

 

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Sehr gespannt war die Handballszene zudem auch, wie sich der "verlorene Sohn" Julian Köster im Match gegen seine ehemaligen Kameraden präsentieren würde. Nicht minder bemerkenswert, dass auf Seiten der Gummersbacher Abwehrchef Tom Kiesler sein heiß ersehntes Comeback nach rund vierwöchiger Verletzungspause geben konnte.

 

Als die Partie beendet war, gab schon die Szenerie auf dem Spielfeld Antworten auf die zentralen Fragen des Abends: Julian Köster klopfte seinem jungen Mitspieler Rasmus Ankermann anerkennend auf die Schulter und klatschte anschließend Rune Dahmke, den Kieler Linksaußen, in High-Five-Manier ab - Keine Frage: Köster war sichtbar happy über Ereignisse und Ergebnis des frühen Samstagabends.

 

Die Kieler Zebras hatten die Partie gegen den alten Rivalen nämlich auch ohne die beiden verletzten Leistungsträger Emil Madsen und Eric Johansson nach höchst intensiven, ja richtig packenden 60 Minuten mit 29:26 gewonnen und den Kontakt zur absoluten Spitze der Bundesliga wieder hergestellt. Die Oberbergischen dagegen rutschten durch die dritte Saisonniederlage mit 7:7 Zählern ins Mittelfeld der nationalen Eliteliga ab.

 

Und dies, obwohl die Blau Weißen über weite Strecken des Traditionsduells eine bärenstarke Leistung in die Merkus Ostseehalle gezaubert hatten. Köster selbst hatte mit seinen sechs Toren zwar seine bisher stärkste Offensivleistung im Kieler Dress gezeigt, war aber auch genau so oft (ein halbes Dutzend Mal) an dem gerade in der ersten Halbzeit glänzenden Bertram Obling im VfL-Kasten gescheitert. Der Däne war denn letztlich auch derjenige, der seinen Kollegen eine knappe Führung zur Halbzeit (13:15) organisierte.

 

In den 30 Minuten zuvor hatten sich die Gäste in der Defensive durchgängig kompakt und sehr schnell auf den Beinen präsentiert; kein Wunder, dass man den gelungenen Start (1:3/5.) schrittweise ausbaute. Über die Zwischenstationen (4:7/10.) sowie 6:10 (18.) hatte man auch zum Ende des ersten Spieldrittels beim 8:11 noch die Oberhand behalten, wobei sich im Angriff Ellidi Vidarsson als zielsicher erwiesen hatte.

 

Der Isländer markierte seine fünf Treffer in den ersten 48 Minuten. Danach war Schluss, weil der Kreisläufer die dritte Zeitstrafe kassierte und die Rote Karte sah. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich THW-Keeper Andreas Wolff in Abschnitt zwei nicht lumpen lassen und begann angesichts des famosen Obling im VfL-Gehäuse nun seinerseits mit einer ganz persönlichen Unterhaltungsshow. Ob aus dem Rückraum, von Außen, vom Siebenmeterstrich oder vom Kreis - der Nationaltorwart gab tiefe Einblicke in die Kunst des Torwartspiels und drehte die Begegnung im Alleingang.

 

Beim 18:18 hatte das Heimteam jedenfalls ausgeglichen, knapp zwei Minuten später gingen die Nordlichter erstmals in dieser hochklassigen Auseinandersetzung in Führung und ließen sich auch durch den nochmaligen Ausgleich der Truppe von Coach Gudjon Valur Sigurdsson (20:20) nicht mehr vom entschlossen betretenen Erfolgsweg abbringen.

 

THW Kiel Perez de Vargas, Wolff (14 Paraden/1 P.); Faust, Duvnjak (2), Reinkind (4), Köster (6), Laube, Ankermann (3), Dahmke (2), Zerbe (3/2), Makuc (8/1), Pekeler (1), Ellefsen a Skipagötu, Büchner, Nacinovic.

 

VfL Gummersbach: Ignacio Biosca (1/1 P.), Bertram Obling (14 P.); Ellidi Snaer Vidarsson (5), Tilen Kodrin (1), Milos Vujovic (4/2), Alex Dujshebaev, Mathis Häseler (3), Teitur Einarsson, Miro Schluroff (6), Luvig Hallbäck, Nikola Roganovic (4/1), Kristjan Horzen (1,) Tom Kiesler, Kay Smits (1), Garda Ingi Sindrason, Stepan Zeman (1).

 

Strafen

6:8 Minuten (2x Köster, Reinkind - 3x Vidarsson (Rot), Smits).

 

Siebenmeter

3/4 - 3/5 (Lukas Zerbe scheitert an Biosca - Roganovic verwirft zweimal).

 

Zuschauer

10.045

 

Schiedsrichter

Hurst /Krag

 

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