HANDBALL

Wild Card: Sigurdsson will sich nicht an Rechenspielen beteiligen

pn; 02.06.2026, 16:45 Uhr
Foto: Thomas Wirczikowski ---- Das Hinspiel gegen Magdeburg verlor Gummersbach denkbar knapp mit 31:32.
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Wild Card: Sigurdsson will sich nicht an Rechenspielen beteiligen

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pn; 02.06.2026, 16:45 Uhr
Gummersbach - Nur mit einem Sieg am Mittwoch beim SC Magdeburg kann der VfL Gummersbach die letzten rechnerischen Chancen auf die Champions League wahren - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Von Peter Notbohm

 

SC Magdeburg – VfL Gummersbach (Mittwoch, 20 Uhr).

 

Rechnerisch lebt die letzte Chance auf das Champions League-Ticket noch. Wirklich daran glauben will beim VfL Gummersbach (48:16 Punkte) zwei Spieltage vor dem Saisonende in der Handball-Bundesliga (HBL) aber niemand mehr. Die SG Flensburg-Handewitt ist auf Platz drei zwar nur einen Punkt entfernt, der reicht seit Sonntagabend aber ohnehin nicht mehr aus, um eine Wild Card für die Königsklasse beantragen zu dürfen. Die MT Melsungen hat sich diese Option durch den Gewinn der European League gesichert, der Dritte der HBL wird nur European League spielen.

 

Das Team von Gudjon Valur Sigurdsson, das Platz vier schon sicher hat, müsste also schon Vizemeister für den ganz großen Wurf werden. Grundvorrausetzung hierfür: Zwei VfL-Siege in Magdeburg und gegen die Rhein-Neckar Löwen. Dazu darf Flensburg (49:15 Punkte) am Donnerstag sein Heimspiel gegen Eisenach nicht gewinnen und Berlin (51:13 Punkte) muss seine beiden ausstehenden Spiele gegen Melsungen und Flensburg verlieren. Pikant: Melsungen darf gegen Berlin eigentlich nicht gewinnen, um die eigenen Chancen auf die Champions League-Wild Card nicht zu gefährden, da Berlin als Tabellendritter bei einem möglichen Champions League-Sieg selbst eine vorrangige Wild Card beantragen könnte.

 

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VfL-Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson will sich mit all diesen Eventualitäten eigentlich nicht mehr befassen. „Die Regeln sind so. Wir sind Vierter und werden es wahrscheinlich auch bleiben. Trotzdem werden wir alles dafür tun, das Maximale aus den letzten beiden Spielen herauszuholen“, sagt der Isländer. Ihn stört an der Endlos-Diskussion nur eins: die Ungewissheit für alle beteiligten Vereine. „Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass der Sieger der European League in die Champions League kommen kann. Ich habe aber ein Problem damit, dass Melsungen es nach gestern noch nicht weiß und am Donnerstag auch besser nicht gewinnt“, meinte er am Montag.

 

Vom Endspiel der European League zwischen den Hessen und dem THW Kiel war der VfL-Coach beeindruckt. „Das war ein Hammer-Finale von der Abwehr und der Intensität her. Beide Teams haben alles auf der Platte gelassen und man hat gemerkt, wie viel Feuer in diesem Spiel war. So ein Endspiel lässt Handball-Herzen höherschlagen“, sagt er. Aber auch seiner Mannschaft zollt Sigurdsson für die bisherige Saison weiterhin seinen Respekt: „Wir spielen eine Mega-Saison. Darauf können und sollen die Jungs stolz sein und sich von den Regeln nicht zu irgendwelchen Diskussionen verleiten lassen.“

 

In Magdeburg stehen die VfL-Handballer am vorletzten Spieltag vor einer Mammutaufgabe. Seit 14 Monaten hat der neue Deutsche Meister in der GETEC Arena kein Ligaspiel mehr verloren. Die letzte Niederlage datiert vom 21. März des vergangenen Jahres gegen die Füchse Berlin. Überhaupt hat das Wiegert-Team mit vier Minuspunkten und insgesamt nur einer Niederlage eine überragende Saison gespielt. „Die Amerikaner nennen das eine Dynastie. Das ist derzeit das Beste, was der Handball zu bieten hat. Bei uns muss schon alles passen und bei ihnen wenig funktionieren, damit wir dort etwas holen können. Aber es macht auch unglaublich Spaß, sich mit den Besten zu messen“, meint Sigurdsson.

 

Personell gibt es beim VfL keine Veränderungen. Ellidi Vidarsson befindet sich nach seiner Gehirnerschütterung weiterhin nicht im Training. Zwar gehe es dem Kreisläufer besser, an Sport sei aber bislang nicht zu denken, sagt sein Coach. Der Verein will beim isländischen Nationalspieler kein Risiko eingehen. Auch Mathis Häseler fällt weiterhin aus. Dem Fuß von Tom Kiesler gehe es besser, sagt Sigurdsson vor der Abreise am Dienstag nach Magdeburg. Und auch Julian Köster habe sein Comeback gut verkraftet. Das operierte Knie des VfL-Kapitäns habe keine Reaktion auf die Belastung gegen Minden gezeigt.

 

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