HANDBALL
Wer werden die neuen Leitwölfe bei den SSV-Handballern?
Nümbrecht – Nach dem Abstieg aus der Regionalliga steht für den SSV Nümbrecht ein Neustart ohne langjährige Leistungsträger an – Oben mitspielen will das Seinsche-Team in der Oberliga trotzdem.
Von Peter Notbohm
Das Abenteuer Regionalliga ist für die Handballer des SSV Nümbrecht nach nur einem Jahr fürs Erste wieder beendet. Einer verheißungsvollen Hinrunde mit zehn Punkten folgte für den Oberligaaufsteiger eine schwache Rückrunde mit viel Verletzungspech und nur noch fünf Punkten. Schon am vorletzten Spieltag stand der Abstieg in die Oberliga nach der Niederlage im Schicksalsspiel bei BTB Aachen fest.
Für Trainer Manuel Seinsche (Archivfoto) trotzdem kein verlorenes Jahr. „Wir sind als Aufsteiger in eine unheimlich starke Liga gekommen und ich glaube, dass viele meiner Jungs dieses Abenteuer gerne mitgenommen haben und der Lernfaktor für uns hoch war. Wir durften uns mit vielen starken Gegnern messen, was uns weitergebracht hat“, sagt der Coach, der seit dem November 2021 an der Seitenlinie bei den SSV-Handballern steht und einige seiner Spieler auch schon davor in der Reservemannschaft trainiert hat.
Langfristig gesehen soll der Sprung in die Regionalliga keine einmalige Ausnahme bleiben, meint Seinsche: „Viele Spieler sind Mitte 20 und jetzt natürlich auch angefixt.“ Kurzfristig wollen sich die Südkreisler aber zunächst wieder in der Spitzengruppe der Oberliga etablieren und müssen dabei zudem ihr Mannschaftsgefüge neu formen, denn mit Tim Hartmann, Tobias Schröter und Dag Dissmann hat man im Sommer nicht nur spielerische Qualität verloren.
„Mit ihnen verlieren wir drei Führungspersönlichkeiten auf und neben dem Feld“, sagt Seinsche. Gleichzeitig sieht der erfahrene Coach das aber auch als Chance für die Reihe dahinter, nun aus diesem Schatten herauszutreten. „Wir haben einen Kern, der zusammengeblieben ist, der auch weitgehend aus echten Nümbrechter Jungs besteht und die alle eine totale Identifikation mit dem Verein haben. Einige dieser Spieler werden nun mehr Verantwortung übernehmen“, ist Seinsche überzeugt.
Als defensive Eckpfeiler sind dabei Dominik Donath, Fabian Benger und Neuzugang Paul Borisch geplant. Besonders von Borisch erwartet Seinsche, dass er keine lange Anlaufzeit benötigen wird, da er eine Nümbrechter Vergangenheit hat. Auch offensiv wird sich der SSV-Handball wandeln: Weg vom eher dominanten Stil von Strippenzieher Tim Hartmann zu mehr Variabilität. „Dominik Donath, Paul Borisch und Bene Opitz, der nach langer Verletzungspause bislang einen guten Eindruck macht, werden mit Sicherheit neue Ideen in unser Spiel bringen“, ist der SSV-Coach überzeugt. Auch Shooter Lennart Last dürfte die nächsten Entwicklungsschritte machen.
Gespannt ist Seinsche zudem auf Neuzugang Magnus Hosan. Die ersten Eindrücke des gut ausgebildeten Shooters seien vielversprechend, „aber wir müssen ihn noch in unser Spiel integrieren“, sagt der SSV-Coach. Dazu werden mit Mathis Pötzsch, Henrik Wilkens, Lukas Hemker künftig drei Spieler der abgestiegenen Verbandsligareserve zum erweiterten Kader gehören. Kreisläufertalent Mats Weber wird künftig zusätzlich über ein Zweitspielrecht für die Gummersbacher U19 in der Jugendbundesliga auflaufen. Was die Doppelbelastung und mögliche Überschneidungen angeht, befinden sich beide Vereine in „enger Absprache“, so Seinsche.
Überhaupt sieht der SSV-Trainer noch viele kleine Stellschrauben, an denen das Trainerteam, zu dem Marco Dabringhausen als neuer Co-Trainer hinzustößt, bis zum Saisonstart gegen die TSV Bonn rrh. II drehen will. Dazu zählt er auch Torben Lang, der nach ebenfalls langer Verletzungspause voraussichtlich erst im Herbst wieder zum Team stoßen wird. Dass längst noch nicht alles rund läuft, zeigen die durchwachsenen Ergebnisse und Leistungen in der Vorbereitung.
„Wir müssen uns einfach wiederfinden und realistische Ansprüche formulieren“, will der SSV-Trainer kein genaues Saisonziel benennen, spricht stattdessen nur vom „Plan, sich in der Spitzengruppe festzusetzen“. Als Konkurrenz in „einer total ausgeglichenen Liga“ erwartet er dabei vor allem die Wölfe Voreifel, Birkesdorf, Palmersheim und Königsdorf. X-Faktoren sind für ihn zudem Gummersbach II und die HBD Löwen Oberberg, denen er mehr zutraut als vergangene Saison.
Tests und Tore
SSV – HSG Siebengebirge-Thomasberg (RL Nordrhein) 22:38
SSV – VfL Gummersbach II 22:33
Küchler Cup der HSG Siebengebirge-Thomasberg
SSV – HSG Siebengebirge-Thomasberg (RL Nordrhein) 16:16
SSV – TSV Bonn rrh. (RL Nordrhein) 10:26
SSV – 1. FC Köln (OL Nordrhein) 14:15
SSV – LTV Wuppertal (OL Nordrhein) 17:13
BSP-Cup
SSV – CVJM Oberwiehl (VL Nordrhein) 20:21
SSV – HBD Löwen Oberberg (OL Nordrhein) 28:25
Zugänge
Paul Borisch (ATV Hückeswagen), Magnus Hosan (Bergischer HC), Mathis Pötzsch, Henrik Wilkens, Lukas Hemker (alle SSV Nümbrecht II).
Abgänge
Tim Hartmann, Tobias Schröter, Dag Dissmann (alle Karriereende), Kevin Schieferdecker (HSG Rösrath/Forsbach).
Kader
Tor
Tom Rydzewski, Jannis Schoger, Philip Winkler
Feld
Fabian Benger, Paul Borisch, Philipp Donath, Dominik Donath, Erik Hampel, Lukas Hemker, Magnus Hosan, Torben Lang, Lennart Last, Marcel Miebach, Benedikt Opitz, Mathis Pötzsch, Tim Seiffarth, Johannes Urbach, Mats Weber, Henrik Wilkens, Niklas Witthaut
Trainer
Manuel Seinsche
Co-Trainer
Marco Dabringhausen
Betreuer
Ingo Werblow
Torwarttrainer
Sven Achenbach
Athletiktrainer
Christian Hebenstreit
Physiotherapeut
Sven Georgowitsch
Betreuer
Mario Mattowitz, Petra Miebach, Markus Trachte
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