HANDBALL

Waldbröl bleibt auch im CVJM-Derby ohne Punkte

pn; 12.12.2021, 20:35 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski ---- Auch eine Manndeckung konnten die 13 Tore von Julian Klein nicht verhindern.
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Waldbröl bleibt auch im CVJM-Derby ohne Punkte

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pn; 12.12.2021, 20:35 Uhr
Oberberg – In einem schwachen Spiel entführt Oberwiehl II beide Punkte aus Waldbröl – Nümbrecht II verspielt klare Führung – Bergneustadt mit kurioser Statistik - HCGS zittert sich zum Heimsieg (AKTUALISIERT).

CVJM Waldbröl – CVJM Oberwiehl II 22:25 (11:11).

 

Die 60 Minuten Derby in der Waldbröler Nutscheidhalle boten das, was der Tabellenstand zuvor versprochen hatte: Im Duell der beiden Ligaschlusslichter ging es nicht um Schönheitspreise, jedes Tor war hart erarbeitet. Offensiv waren beide Teams häufig zu limitiert, um die gegnerische Defensive in Bewegung zu bringen - nahezu jeder Angriff war nah am passiven Spiel und vieles blieb Stückwerk. So verwunderte es nach dem Abpfiff auch nicht, dass beide Trainer unisono betonten, dass ihre Mannschaft zumindest den Kampf angenommen habe. Das Fazit von Waldbröls Coach Markus Deubel traf den Nagel auf den Kopf: „Uns fehlte die Cleverness, während Oberwiehl das mit seiner Routine heruntergespielt hat.“

 

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Die Gäste erwischten zunächst den besseren Start bis zum 3:6 (12.), die Hausherren konterten zum 8:7 (20.). Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein körperlich intensiver Abnutzungskampf. Zu spüren bekam das Enzo Souliman, der nach einem missglückten Wurf von Martin Grümer benommen zu Boden ging und in der 38. Minute orientierungslos vom Feld geführt wurde. Beide Mannschaften setzten mittlerweile auf eine Manndeckung: Julian Klein und Sebastian Klein hielten sich fast nur noch an der Mittellinie auf. Oberwiehl probierte es taktisch zudem mit dem siebten Feldspieler – mit wechselhaftem Erfolg.

 

[Routinier Florian König gab für die Gäste sein Comeback in der Landesliga.]

 

Der 19:18-Führungswechsel (46.) resultierte aus einem Empty-Net-Treffer von Lars Gustke. Deubel haderte allerdings mit zwei Würfen, die ihr Ziel nicht im leeren Tor fanden. So folgten quälend lange Minuten, in denen beiden Teams bis zum 21:21 (54.) - erneut ein Empty-Net-Tor - kaum etwas einfiel. In der Schlussphase hatte Oberwiehl aber den längeren Atem. Im entscheidenden Moment tankte sich Julian Klein durch die linke Abwehrseite Waldbröls und zog neben einem Siebenmeter, den er selbst zum 22:24 (59.) verwandelte, auch eine Zeitstrafe gegen Robin Becker. „Ein Punkt wäre verdient gewesen, aber uns fehlten auch wieder mal die Alternativen“, so Deubel. Oberwiehls Coach Jan Jäckel nahm den Erfolg dagegen fast schon nüchtern hin: „Zwei Punkte sind zwei Punkte, im Abstiegskampf bringt uns dieser Erfolg aber kaum weiter.“

 

Waldbröl: Sebastian Hein (8), Lars Gustke, Enzo Souliman (je 4), Sebastian Klein (2), Tobias Mertens (2/1), Robin Becker, Niclas Braune (je 1).

 

Oberwiehl: Julian Klein (13/5), Lennart Frielingsdorf (5), Martin Grümer (3), Marcel Schmidt, Fabian Müller (je 2).

 

[Lennart Frielingsdorf war mit fünf Treffern am knappen Oberwiehler Auswärtserfolg beteiligt.]

 

SSV Nümbrecht II – HSG Euskirchen 28:28 (16:14).

 

Ein wenig ratlos wirkte Nümbrechts Trainer Manuel Seinsche nach dem dritten Remis in dieser Saison – alle drei gegen Topteams der Liga. „Auf der einen Seite zeigen wir, dass wir mit der Ligaspitze mithalten können, auf der anderen Seite vergessen wir aber immer wieder, uns auch zu belohnen“, ärgerten ihn die Schlussminuten, in denen Nümbrecht erneut einen komfortablen Vorsprung verspielte. „Heute fühlt sich das definitiv wie ein verlorener Punkt an“, grübelte der SSV-Coach noch lange nach dem Schlusspfiff über die 60 Minuten. Letztlich rang er sich aber auch ein Kompliment für sein Team ab: „Gegen einen wirklich starken Gegner haben wir alles rein geworfen und trotz personeller Engpässe eigentlich ein richtig gutes Spiel gemacht.“

 

Über 5:3 (5.) und 12:10 (20.) verteidigte Nümbrecht bis zur Pause konsequent einen knappen Vorsprung. Marcus Schwemke, Philipp Donath und Torhüter Lukas Kirchner drückten der Partie ihren Stempel auf. Und selbst die rote Karte gegen Kirchner nach der Pause beim 20:17 (40.) konnte die Gastgeber nicht stoppen, mit dem 27:22 (53.) schien die Partie entschieden zu sein. In der Schlussphase haderten die Oberberger aber nicht nur mit aus ihrer Sicht kuriosen Schiedsrichterentscheidungen, sondern auch mit dem eigenen Unvermögen. „Mit drei vergebenen Hundertprozentern müssen wir uns an die eigene Nase fassen“, befand Seinsche. Angetrieben vom überragenden Tobias Schmitz (zwölf Tore) kamen die Gäste acht Sekunden vor Schluss noch zum glücklichen Ausgleich. Im Kampf um die Qualifikation zur Meisterschaftsrunde dürfte das Remis aber noch Gold wert sein, im Januar erwarten das Seinsche-Team vor allem Pflichtaufgaben.

 

Nümbrecht: Marcus Schwemke (8/2), Philipp Donath (5), Markus Bitzer (4), Lucas Söntgerath, Moritz Menger, Robin Donath (je 3), Mario Weissner (2).

 

[Nach diesem verunglückten Wurf gingen bei Enzo Souliman für mehrere Minuten alle Lichter aus.]

 

TV Bergneustadt – Eschweiler SG 28:24 (14:13).

 

Zum Jahresausklang gelang dem TV Bergneustadt im Kampf um die vorderen acht Plätze ein wichtiger Heimsieg gegen die Eschweiler SG. „Wir werden von Woche zu Woche besser und sind nicht mehr so ausrechenbar wie noch vor einigen Spieltagen“, sah Trainer Tobias Uding deutliche Fortschritte bei seinem Team: „Die Entwicklung stimmt.“ In einem Landesligaspiel auf gutem Niveau diktierten in den Anfangsminuten beide Abwehrreihen mit körperbetontem Spiel das Geschehen. Bergneustadt zwang den Tabellendritten zu vielen Fehlern, biss sich mit schlecht ausgespielten Übergängen aber ebenfalls bis zum 3:5 (11.) die Zähne am gegnerischen Innenblock aus. Uding reagierte und brachte gleich vier neue Spieler – mit Erfolg, die Partie kippte über 6:6 (16.) zum 11:9 (24.). Lediglich der Pfosten verhinderte eine höhere TVB-Führung.

 

In meinen Augen waren wir zur Pause bereits die klar bessere Mannschaft“, meinte Uding. Eschweiler blieb aber auch nach dem Seitenwechsel ein unangenehmer Gegner, der über 19:18 (39.) und 23:21 (49.) lange in Schlagdistanz blieb – auch weil die Gastgeber weiter zu leichtfertig mit ihren Chancen umgingen. Erst mit dem 26:22 (57.) durften die Gastgeber langsam durchatmen. Ein Sonderlob bekam nicht nur Lukas Flick, der im zweiten Durchgang Thorben Schneider entlastete, sondern auch Malte Müller, dem Uding seine beste Saisonleistung attestierte. Durch den Sieg macht Bergneustadt eine kuriose Statistik perfekt: Auf dem Bursten blieb man in 2021 ungeschlagen, in der Fremde gelang allerdings auch kein einziger Sieg. Kein Wunder, dass Uding einen Weihnachtswunsch an sein Team hat: „Im neuen Jahr müssen wir auch endlich auswärts punkten.“

 

Bergneustadt: Marcel Neese (7/3), Thorben Schneider, Malte Müller (je 6), Philip Sauer (3), Lukas Flick, Nils Welke (je 2), Marco Rubel, Nils Meier (je 1).

 

[Auch acht Tore von Sebastian Hein konnten die zehnte Niederlage im zehnten Spiel nicht verhindern.]

 

HC Gelpe/Strombach II – TuS Niederpleis 26:24 (10:8).

 

„Wir sind einfach nicht in der Lage, einen Gegner zu dominieren“, musste HC-Trainer Daniel Rodriguez nach dem Zittersieg über den TuS Niederpleis zunächst einmal tief durchatmen. Keiner der knapp 50 Zuschauer in der Eugen-Haas-Halle konnte am Sonntagmittag den Eindruck gewinnen, dass hier ein Spitzenteam der Landesliga auf einen potenziellen Absteiger trifft. Beide Teams überboten sich mit ihren Fehlern und zeigten eher behäbigem Handball mit kämpferischer Note. 3:3 hieß es nach 15 gespielten Minuten, Niederpleis lag kurz darauf sogar 6:4 (20.) in Führung. „Ich habe die Jungs die gesamte Woche gewarnt, dass das ein Gegner ist, der 40 Minuten lang mithalten kann“, sagte Rodriguez nach der Partie, sein Team schien die Warnungen nicht wirklich ernst genommen zu haben.

 

Zumindest Marvin Scholz und Jan Höfer wachten nun immerhin auf und drehten die Partie zum 10:8-Pausenstand. Aber auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zäh. Biss und Leidenschaft vermittelte eigentlich nur Rodriguez selbst, der immer wieder korrigierend versuchte, auf sein Team einzuwirken. Vor allem die ordnende Hand von Julian Kolken wurde schmerzlich vermisst. Auch Philipe Ginczek fehlte als Vollstrecker beim Strafwurf: Insgesamt fünf Siebenmeter blieben ungenutzt. Erst nach der roten Karte gegen den Niederpleiser Hendrik Hitz setzten sich die Gastgeber zum 22:17 (49.) endlich ein wenig ab.  Zittern mussten die Oberberger dennoch bis zum Schluss, erst Marvin Scholz erlöste den HC in den Schlusssekunden. „Es war kein gutes Spiel, aber am Ende sind zwei Punkte zwei Punkte“, sah es Rodriguez pragmatisch.

 

Gelpe/Strombach: Marvin Scholz (8), Jan Höfer (5/2), Noah Lomberg (4), Leon Hagen, Finn Feuerbach, Paul Roth (je 2), Maurice Ginczek (2/2), Ben Bening (1).

 

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