HANDBALL

Zu viele naive Fehler: Gummersbach unterliegt Magdeburg zum Saisonstart

pn; 30.08.2026, 18:00 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski ---- Miro Schluroff feuerte nach der Pause aus allen Rohren. Seine elf Tore sorgten mit dafür, dass Gummersbach fast bis zum Schluss auf den ersten Sieg seit zehn Jahren gegen den SC Magdeburg hoffen durfte.
HANDBALL

Zu viele naive Fehler: Gummersbach unterliegt Magdeburg zum Saisonstart

  • 0
pn; 30.08.2026, 18:00 Uhr
Gummersbach - Der VfL zeigt kämpferisch auch ohne die Verletzten Dujshebaev und Einarsson eine überzeugende Leistung - Machbares Los im DHB-Pokal – 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Von Peter Notbohm

 

VfL Gummersbach – SC Magdeburg 31:33 (14:18).

 

Der VfL Gummersbach ist mit einer Niederlage in die neue Saison gestartet. Das Team von Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson unterlag am Sonntagnachmittag am ersten Spieltag der Handball-Bundesliga dem amtierenden Deutschen Meister SC Magdeburg mit 31:33. Damit setzt sich die Negativserie gegen den ostdeutschen Traditionsverein fort. Das letzte Mal konnten die Oberberger im September 2016 gegen Magdeburg gewinnen.

 

 

WERBUNG

Es war eine verdiente Niederlage. Gummersbach lief 60 Minuten lang einem Rückstand hinterher. Nur zwei Mal – beim 1:1 und 13:13 – gelang jeweils dem neuen VfL-Kapitän Ellidi Vidarsson der Ausgleich. Die Hausherren mussten dabei in der inzwischen zum 48. Mal in Folge ausverkauften SCHWALBE arena allerdings auch auf zwei wichtige Spieler verzichten. Sowohl Neuzugang Alex Dujshebaev als auch Teitur Einarsson mussten aufgrund muskulärer Probleme passen, sodass Sigurdssons Möglichkeiten im Rückraum deutlich begrenzter waren.

 

Gummersbach erlebte einen Start zum Vergessen in die Partie. Während Magdeburgs Angriffsmaschinerie eine Woche nach dem 38:31-Sieg im Supercup gegen die Füchse Berlin sofort auf Hochtouren lief und die ersten zehn SCM-Würfe allesamt im Kasten von Betram Obling (2 Paraden) landeten, leisteten sich die Gastgeber Fehler und Fehlwürfe. Über 3:8 (9.) nahm Sigurdsson beim 7:11 (15.) seine erste Auszeit. Vor allem die rechte Abwehrseite war bis zu diesem Zeitpunkt zu anfällig. Der Isländer zog nun Kristjan Horzen in den Mittelblock, brachte schon kurz zuvor Neuzugang Ignacio Biosca (8 Paraden) zwischen die Pfosten und wechselte Ludvig Hallbäck auf die Mitte ein.

 

 

[Dominik Kuzmanovic (l.) blieb bei seinen Rückkehr nach Gummersbach blass. Ignacio Biosca war nach seiner Einwechslung sofort auf Betriebstemperatur, war im zweiten Durchgang aber auch kein Faktor mehr und musste wieder für Bertram Obling weichen.]

 

Das Drehen an den Stellschrauben zeigte Wirkung. Ignacio sammelte schnell vier Paraden und offensiv übernahm nun Kay Smits zunehmend das Kommando, sodass der VfL zum 13:13-Ausgleich kam. Doch damit war Magdeburg geweckt. Nach einem Musche-Siebenmeter zogen die Gäste das Tempo erneut an und bis zur Pause wieder auf 14:18 davon. Besonders das schwedische Toptalent Nikola Roganovic zahlte nicht nur in dieser Phase Leergeld.

 

[Neuzugang Nikola Roganovic traf nur einen seiner neun Würfe.]

 

Der Neuzugang deutete zwar immer wieder sein Talent an, musste aber auch lernen, dass die Handball-Bundesliga nicht umsonst die stärkste Liga der Welt ist. Bei Abpfiff kam das 20-Jährige in 25 Minuten Spielzeit auf eine miserable Wurfquote von elf Prozent, zwei verworfene Siebenmeter, drei technische Fehler und zwei Assists. Auch das zweite Talent, Neuzugang Garda Ingi Sindrason, konnte dem Spiel in seinen sieben Minuten Einsatzzeit kaum Impulse geben und blieb torlos.

 

Der zweite Durchgang wurde anschließend zur One-Man-Show des Miro Schluroff. Der Nationalspieler übernahm zunehmend Verantwortung und schraubte sich in Kooperation mit den Kreisläufern immer wieder in die Höhe. Mit seinem schnellen Armzug erzielte er am Ende elf Tore und war einer der Gründe, warum Gummersbach nach dem Seitenwechsel schnell zum 20:21 (37.) verkürzen konnte.

 

[Mit acht Treffern zweitbester Torschütze: Kay Smits.]

 

Spätestens nachdem ein Kontakt gegen SCM-Linksaußen Matthias Musche von den Schiedsrichtern ungeahndet blieb, kam nun Feuer in die Partie. Die Torhüter spielten auf beiden Seiten kaum noch eine Rolle – auch Magdeburgs neuer Torhüter Dominik Kuzmanovic (4 Paraden) dürfte sich mit einer Quote von 18 Prozent seine Rückkehr in sein altes Wohnzimmer anders vorgestellt haben. Magdeburgs Rückraum zog nun sein effektives Spiel auf. Gisli Kristjansson, Omar Ingi Magnusson und Felix Claar gingen immer wieder auf die Nahtstellen in der VfL-Deckung, sodass der SCM zum 23:27 (48.) davonzog.

 

Machbares Los für Gummersbach im DHB-Pokal

 

Im Anschluss an das Bundesligamatch wurde die 2. Runde im DHB-Pokal ausgelost. Die VfL-Fans mussten lange warten, bis Losfee Kim Voss-Fels die VfL-Kugel zog. Die Oberberger hätten eigentlich ein Heimspiel gehabt, mussten ihr Heimrecht aber an den klassentieferen Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV abtreten. Lukas Blohme kommentierte das Los nüchtern: „Es hätte uns schlimmer treffen können. Trotzdem müssen wir gewinnen.“ Die 2. Runde wird zwischen dem 22. und 24. September ausgespielt.

 

[Marc Wäschenbach (HBL) bei der Auslosung der 2. Pokalrunde mit DYN-Moderatorin Lea Rostek.]

 

Longericher SC - VfL Eintracht Hagen
HSC 2000 Coburg - FRISCH AUF! Göppingen
HBW Balingen-Weilstetten - TSV Hannover-Burgdorf
SG BBM Bietigheim - GWD Minden
SC Magdeburg - HSG Wetzlar
TV Emsdetten - ThSV Eisenach
TVB Stuttgart - HC Erlangen
VfL Lübeck-Schwartau - SG Flensburg-Handewitt
TV 05/07 Hüttenberg - THW Kiel
MT Melsungen - Rhein-Neckar Löwen
TuSEM Essen - 1. VfL Potsdam
Dessau-Roßlauer HV 06 - VfL Gummersbach
HC Elbflorenz Dresden - Handball Club Hamburg

 

Anschließend stockte den Zuschauern der Atem: Musche rutschte nach seinem Tor zum 23:28 weg und landete in den Beinen von Tom Kiesler. Beide konnten nach kurzer Behandlungspause aber weiterspielen. Sigurdsson brachte anschließend den siebten Feldspieler und Gummersbach verkürzte noch einmal zum 28:30 (54.). Als dann auch noch Bertram Obling einen Siebenmeter parierte und der VfL im Gegenzug ebenfalls einen Strafwurf erhielt, sah vieles nach einer spannungsgeladenen Crunchtime aus. Doch der Wurf von Milos Vujovic, der sonst nicht zum Einsatz kam, küsste nur den Pfosten. Auf der Gegenseite machte es Musche drei Mal besser. Mit seinem Tor zum 30:33 (58.) fiel die Entscheidung 60 Sekunden vor dem Ende.

 

Schluroff ärgerten im Anschluss am DYN-Mikrofon vor allem die vielen kleinen Fehler im ersten Durchgang: „Das sind die Fehler, die der SCM nicht macht.“ Insgesamt fand der Shooter aber, dass sich der VfL stark verkauft hatte: „Wir haben alles auf dem Platz gelassen. Es fehlte die Abgezocktheit, gerade in der Crunchtime, so ein Ding nochmal zu drehen. Das macht der SCM aber auch überragend.“ Den Umbruch im Kader sieht er optimistisch: „Wir haben eine super Mannschaft. Wir haben super Leute verloren, aber auch super Leute dazubekommen und müssen nichts umverteilen. Wenn alles zusammenpasst, können wir eine Megasaison spielen.“

 

 

[Mit der Einstellung seiner Mannschaft war Gudjon Valur Sigurdsson zufrieden.]

 

Gudjon Valur Sigurdsson sprach nach Schlusspfiff von einem verdienten SCM-Sieg: „Wir haben heute nicht gut angefangen. Magdeburg war deutlich besser und wir haben in der Abwehr keinen Zugriff gehabt und uns vorne Fehler und schlechte Abspiele geleistet.“ Lobende Worte fand der Isländer für die Abwehrarbeit von Kristjan Horzen und Tom Kiesler sowie die beiden überragenden Schluroff und Smits: „Ich kann deshalb nicht unzufrieden sein. Magdeburg war uns einfach immer einen Schritt voraus. Natürlich kann man einzelne Fehler heraussuchen, aber Magdeburg war einfach besser. Wenn wir uns ein paar naive Fehler weniger erlauben, dann machen wir wieder einen Schritt nach vorne. In puncto Einsatz und Willen kann ich meiner Mannschaft nichts vorwerfen.“

 

Gummersbach: Miro Schluroff (11), Kay Smits (8/1), Ellidi Vidarsson (7), Ludvig Hallbäck (2), Tilen Kodrin, Kristjan Horzen (je 1), Nikola Roganovic (1/1).

 

Magdeburg: Matthias Musche (9/6), Gisli Kristjansson (7), Felix Claar (5), Magnus Saugstrup (4), Omar Ingi Magnusson, Elvar Örn Jonsson (je 3), Lukas Mertens, Oskar Vind (je 1).

 

 

Zeitstrafen

4:8 Minuten (Smits, Schluroff - Saugstrup, 2x Jonsson, Serradilla).

 

Siebenmeter

1/4 – 5/6 (Roganovic scheitert an Mandic und Kuzmanovic, Vujovic an den Pfosten, Obling hält gegen Musche).

 

Schiedsrichter

Philipp Dinges/Fabian Baumgart.

 

Zuschauer

4.132 (ausverkauft).

 

BILDERGALERIE

KOMMENTARE

0 von 800 Zeichen
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.
Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.
WERBUNG