HANDBALL

Remis gegen Melsungen: Roganović-Show überstrahlt das Bruder-Duell

Red; 06.09.2026, 11:35 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski ---- Von der Nervosität des ersten Spieltags war bei Nikola Roganović in seinem zweiten Heimspiel in der SCHWALBE arena überhaupt nichts mehr zu sehen. Der Youngster überragte gegen Melsungen mit 15 Toren.
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Remis gegen Melsungen: Roganović-Show überstrahlt das Bruder-Duell

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Red; 06.09.2026, 11:35 Uhr
Gummersbach - Der VfL Gummersbach holt gegen den Champions League-Teilnehmer einen Punkt - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

VfL Gummersbach - MT Melsungen 31:31 (16:18).

 

Der VfL Gummersbach muss trotz einer phänomenalen Roganović-Gala weiter auf den ersten Heimsieg in der Handball-Bundesliga (HBL) warten. Das Team von Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson trennte sich am Samstagabend vom amtierenden EHF European League-Sieger MT Melsungen in der zum 49. Mal ausverkauften SCHWALBE arena 31:31-Unentschieden. Nach einer Auszeit hatte Miro Schluroff den möglichen Sieg auf der Hand, Melsungens Defensive drängte den Shooter aber in einer ungünstige Wurfposition, sodass es bei der Punkteteilung blieb, bei der Alex Dujshebaev nach seinen muskulären Problemen zum Saisonbeginn erstmals zum Einsatz kam.

 

[Mit nun 27 Toren führt Miro Schluroff die Torjägerliste der Handball-Bundesliga auch nach dem dritten Spieltag an.]

 

Vor allem die Anfangsphase der spannungsgeladenen Partie wurde aber von Roganović. Von den ersten zehn Toren bis zum 10:8 (14.) gingen neun auf das Konto des schwedischen Toptalents. Beim Schlusspfiff hatte der Youngster zunächst 16 Tore in der offiziellen Statistik stehen, was von der HBL im Nachhinein auf 15 Treffer korrigiert wurde. Im Anschluss kamen die Gäste rund um Torhüter Nebojsa Simic besser ins Spiel und drehten das Match zum 10:13 (21.). Sigurdsson reagierte mit einer Auszeit. Nach neun torlosen Minuten der Hausherren war es daraufhin Miro Schluroff, der sich in der 23. Minute als dritter Gummersbacher in die Torschützenliste eintrug (11:13). Die Blau-Weißen agierten nun durchschlagskräftiger in der Offensive, liefen aber bis zum Halbzeitpfiff weiter einem knappen 16:18-Rückstand hinterher.

 

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Analog zur ersten Halbzeit gingen die ersten Szenen im zweiten Durchgang auf das Konto der Melsunger, die in der 33. Minute beim Stand von 16:19 die Chance verpassten, ihren Vorsprung auf vier Tore auszubauen. Stattdessen gelang Schluroff zwei Minuten später der 18:19-Anschlusstreffer. Dennoch gelang es den Hausherren noch nicht, das Momentum komplett auf ihre Seite zu ziehen. Erst auf einen erneuten Drei-Tore-Rückstand (19:22/40.) folgten drei Tore der Blau-Weißen in Folge zum 22:22-Ausgleich (42.). Spätestens als dann Roganović per Siebenmeter die Führung beim 24:23 (45.) zurückeroberte, war die SCHWALBE arena angezündet.

 

In der Schlussviertelstunde der Begegnung lieferten sich beide Mannschaften auf der Platte ein hart umkämpftes Duell auf Augenhöhe. In der 48. Minute gerieten die Gastgeber erneut ins Hintertreffen (25:26) und mussten auch während einer doppelten Unterzahlphase der
Gäste einen weiteren Gegentreffer hinnehmen (25:27/52.). Während die Stimmung in der SCHWALBE arena immer aufgeheizter wurde, behielten die Melsunger zunächst den kühleren Kopf. Die Gummersbacher bewiesen jedoch wieder einmal Moral. Durch zwei gehaltene Bälle des stärker werdenden Bertram Obling (7 Paraden, Quote: 24 Prozent) in Folge und auf der Gegenseite zwei Treffer von Schluroff übernahmen sie in der 55. Minute beim 29:28 wieder die Führung.

 

[Kay Smits wird von Reynir Stefansson gestoppt.]

 

Bis zur Schlussminute wahrten die Oberbergischen den knappen Vorsprung und mussten dann die Hinausstellung von Štěpán Zeman infolge seiner dritten Zeitstrafe hinnehmen. Per Siebenmeter glich die MT daraufhin eine halbe Minute vor Schluss zum 31:31 aus, woraufhin die Oberbergischen im letzten Angriff keinen Torerfolg mehr verbuchen konnten.

 

Schon nächsten Sonntag (18 Uhr) erwartet die Oberberger das dritte Knallerduell. Bei den Füchsen Berlin, die am Donnerstag das Topspiel in Magdeburg verloren wartet bereits der dritte Champions League-Teilnehmer.

 

Gummersbach: Nikola Roganovic (15/6), Miro Schluroff (7), Kristjan Horzen (4), Kay Smits (3), Ellidi Vidarsson, Tilen Kodrin (je 1).

 

Melsungen: Aaron Mensing (9), Dainis Kristopans (5), Dimitri Ignatow (4), Johannes Golla (3), Erik Balenciaga, Adrian Sipos, Dariel Garcia Rivera (je 2), Florian Drosten (2/2), Ole Forsell Schefvert, Daniel Dujshebaev (je 1).

 

Trainerstimmen:
Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach): Wir müssen heute beide mit dem Punkt leben können. Das ist sicherlich das fairste Ergebnis nach dem Spielverlauf. Melsungen war am Ende der ersten Halbzeit stärker. Wir haben uns dann zurückgekämpft, dann ist Melsungen wieder mit drei Toren davongezogen und wir haben uns wieder zurückgekämpft. Wir hätten vielleicht mehr daraus machen können, aber es nicht gemacht. Wir haben uns gegen die gute Abwehr von Melsungen schwergetan. Auf der anderen Seite hat das Verteidigen gegen das Sieben-gegen-sechs gerade unserem Innenblock viel Kraft gekostet.

 

Ich bin froh um den Einsatz meiner Mannschaft, aber da gab es ein paar Szenen wie Stürmerfoul oder Ball ins Aus werfen, die wir uns nicht leisten dürfen, wenn wir gegen so starke Mannschaften wie Melsungen gewinnen wollen. Die Fans haben uns heute getragen und eine überragende Stimmung gemacht, aber bei unserer Mannschaft gibt es ein paar Sachen, die mir nicht gut genug gefallen haben. Nach dem Spielverlauf sollte man gut mit dem Punkt leben können, auch wenn wir den letzten Angriff besser hätten herausspielen können.


Roberto García Parrondo (MT Melsungen): Glückwunsch zur Punkteteilung. Wir wollten heute beide gewinnen. Es war ein starkes Spiel gegen eine Topmannschaft. Es ist nie leicht hier zu spielen und es muss vieles zusammenpassen, wenn man hier Punkte mitnehmen will. Ich war mit meiner Mannschaft und insbesondere der Intensität zufrieden. Wir haben allerdings in einigen, wichtigen Momenten drei, vier technische Fehler gemacht, die wir nicht noch einmal wiederholen können. Ich bin zufrieden mit dem Punkt. So muss es weitergehen. Wir haben noch viele Spiele vor uns, aber mit dieser Intensität von heute können wir einiges erreichen.

 

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KOMMENTARE

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Dass das Ergebnis unter dem Strich ein gerechtes ist, steht auf der einen Seite. Ich finde man hätte dennoch auch ein paar kritische Worte zum Schiedsrichtergespann verlieren können, die sich die komplette Partie über insbesondere von Kristopans haben veräppeln lassen. Dass er handballerisch absolut limitiert ist und ausschließlich wegen seiner körperlichen Konstitution auf Bundesliga-Niveau spielt, war heute exemplarisch. Sich nicht anders zu helfen wissen als auch noch sein schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen zeugt von Ausweglosigkeit. Schiedsrichter, die das nicht spätestens nach der 2. oder 3. Aktion erkennen, haben aus meiner Sicher kein Bundesliganiveau.

Felix Hassenjürgen , 06.09.2026, 12:11 Uhr
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