HANDBALL
Trotz Personalsorgen: Gummersbach will Rückenwind mitnehmen
Gummersbach – Die VfL-Handballer empfangen am Dienstagabend den HC Eurofarm Pelister am dritten Spieltag der European League-Gruppenphase – Kiesler und Smits erneut angeschlagen -'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
VfL Gummersbach - HC Eurofarm Pelister (Dienstag, 18:45 Uhr).
Ungewöhnlich viel Zeit hatten die Handballer des VfL Gummersbach, um sich auf ihr nächste Aufgabe in der European League vorzubereiten. Zwischen dem Auswärtsmatch im spanischen Logroño und dem Heimspiel gegen den nordmazedonischen Vizemeister HC Eurofarm Pelister am Dienstag lag kein Ligaspiel – eine ungewohnte Abwechslung in Zeiten der eng getakteten englischen Wochen für den oberbergischen Traditionsverein. Die Zeit habe man intensiv genutzt, „um an uns zu arbeiten“, sagt VfL-Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson.
Nachdem die Oberberger erst am späten Mittwochabend aus Spanien zurückgekehrt waren, hat Sigurdsson seinem Team nach dem 34:30-Auswärtserfolg einen Tag freigegeben. Erst am Freitag kamen die VfL-Profis wieder in der SCHWALBE arena zusammen. Allerdings ohne Kay Smits und Tom Kiesler, die beide schon in der ersten Halbzeit verletzt ausgefallen waren. Smits klagte nach einem Wurf erneut über Rückenprobleme und Kiesler zwickte es wieder im Knie.
Obwohl beide bis zum Montag noch nicht wieder mit der Mannschaft trainieren konnten, gibt Sigurdsson aber Entwarnung. Es handle sich nicht um gravierende Verletzungen. Beide absolvierten Rehamaßnahmen. Dass auch Alex Dujshebaev und Stepan Zeman nach Roten Karten das Spielende in Logroño nicht erlebten, kommentiert der Isländer mit einem trockenen „viele Alternativen waren am Ende nicht mehr da“. Übers Wochenende meldete sich zudem Teitur Einarsson vom Trainingsbetrieb ab, konnte nach einer kleinen Grippe am Montag aber wieder zum Ball greifen.
Mit dem Auftritt in Logroño konnte Sigurdsson indessen sehr gut leben und sprach von einer klaren Leistungssteigerung gegenüber dem ersten Heimspiel gegen Danzig. Gegen die variabel agierenden Spanier sei es ein spezielles Spiel gewesen, in dem seine Spieler selbst auf die offene Manndeckung „cool“ reagiert hätten. Das große Manko der letzten Wochen bleibt allerdings die Chancenverwertung. Auch in Logroño ließ Gummersbach 13 freie Würfe aus sechs Metern ungenutzt, traf dazu viermal das leere Tor nicht und leistete sich auch zehn technische Fehler.
„Das gefällt mir gar nicht. Irgendwann kommt der Punkt, wo wir sagen, dass wir alles richtig machen, aber unsere Chancen nicht verwerten“, sagt Sigurdsson mit Blick auf die Chancenverwertung. Die Quote aus neun Metern war sogar besser als die vom Kreis. Einziger Lichtblick waren die VfL-Außen, die mit 100-prozentiger Trefferquote glänzten. Zudem hätten Einsatz und Willen gestimmt – vor allem defensiv. Und Sigurdsson weiß: „Wir haben auswärts gewonnen. Das war wichtig.“
Mit HC Eurofarm Pelister erwarten die Gummersbacher erneut einen äußerst flexiblen Gegner, der außerdem unter Druck steht. Zum Auftakt der Gruppenphase unterlagen die Nordmazedonier Logroño mit 24:31 und holten in Danzig beim 31:31 einen Punkt. Damit ist das Team von Cheftrainer Lino Červar aktuell Tabellenletzter der Gruppe G und muss um das Weiterkommen bangen. In der nordmazedonischen Superleague ist das Team aus Bitola, der drittgrößten Stadt des Landes, nach sechs Spielen (fünf Siege, ein Remis) noch ungeschlagen und erster Verfolger von Serienmeister Vardar Skopje.
Im Rückraum sorgt der Franzose Sadou Ntanzi, mit dem Sigurdsson noch in Paris zusammengespielt hat, für viel Wirbel. Aufpassen muss Gummersbach auch auf Filip Kuzmanovski, der in Danzig 15 Tore erzielte. Auch Nikola Grahovac ist kein Unbekannter. Der kroatische Nationalspieler spielte bis zum Februar noch für die HSG Wetzlar in der Bundesliga. Im Tor vertrauen die Nordmazedonier auf die Routine von Nikola Mitrevski (41) und Saeid Heidarirad (36). Dazu lässt Weltmeistertrainer Červar (2003 mit Kroatien), der für einen aggressiven Handball steht, gerne mit dem siebten Feldspieler agieren. „Ein Team, auf das wir uns gut vorbereiten müssen“, sagt Sigurdsson.
Für das Spiel wurden bislang etwa 2.500 Tickets verkauft. Kurzentschlossene VfL-Fans können an der Tageskasse also noch zuschlagen.
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