HANDBALL

Derschlag kocht naive Nümbrechter ab

pn; 15.09.2019, 20:25 Uhr
Fotos: Judith Uessem --- Michael Romanov war kaum zu stoppen.
HANDBALL

Derschlag kocht naive Nümbrechter ab

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pn; 15.09.2019, 20:25 Uhr
Oberberg - Gelpe/Strombach löst die Auftaktaufgabe in Aachen souverän - Derschlag lässt Nümbrecht nach der Pause nicht den Hauch einer Chance (AKTUALISIERT).

Von Peter Notbohm

 

TuS Derschlag – SSV Nümbrecht 27:22 (11:12).

 

Johannes Urbach pfefferte den Ball Marcel Samel geradezu zurück: Was etwa 13 Minuten vor Schluss beim 21:14-Zwischenstand nur eine kleine Meinungsverschiedenheit um die Ausführung eines Strafwurfs der beiden etatmäßigen Nümbrechter Siebenmeterschützen war, ließ doch einen Blick in die Gefühlswelt der Gäste zu. Nach guter erste Hälfte hatte das Team aus dem Südkreis nach dem Seitenwechsel völlig den Faden verloren, agierte über weite Strecken naiv und fand vor allem defensiv gegen abgezockt agierende Derschlager überhaupt kein Mittel. „Keine Frage, unsere Niederlage war völlig verdient“, meinte auch SSV-Coach Dirk Heppe, „die zweite Hälfte war unterirdisch und wir haben in keiner Phase mit dem Kopf gespielt.“

 

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[Simon Schanz musste einige Wirkungstreffer einstecken.]

 

Deutlich gelöster war die Stimmung im Derschlager Lager. „Wir wollten mit diesem ersten Saisonspiel die gesamte Vorbereitung, mit all ihren Begleiterscheinungen, hinter uns lassen“, erzählte TuS-Trainer Ralph Weinheimer, „am Ende war dieser Auftritt die Belohnung für acht harte Wochen.“ Die Gastgeber fanden vor rund 500 Zuschauern gut in die Partie, führten zügig mit 3:0 (8.), mussten ihr hartes Deckungsspiel, insbesondere gegen SSV-Shooter Simon Schanz, nach drei frühen Zeitstrafen aber überdenken. Die Partie kippte zum 5:6 (14.) und Nümbrecht hatte vor der Pause sogar die Gelegenheit auf 10:13 zu erhöhen. Ein leichtfertiger Fehler von Marius Euteneuer ermöglichte Nils Welke aber noch den Anschlusstreffer mit der Halbzeitsirene.

 

[Nümbrechts Defensive fand keine Antworten auf die schnellen Antritte von Michael Romanov.]

 

Nach dem Seitenwechsel reagierte Weinheimer, zog den starken Michael Romanov auf die rechte Seite, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht den Hauch von Torgefahr ausgestrahlt hatte – ein cleverer Schachzug. Während bei Nümbrecht Abwehrchef Jens Frey schmerzlich vermisst wurde, rührte die TuS-Deckung Beton an und ließ die kopflosen SSV-Angriffe geradezu abprallen. Über 17:14 (41.) und 21:14 (47.) verpufften auch die beiden Auszeiten von Heppe wirkungslos. Eine Manndeckung gegen Romanov kam zu spät und auch eine deutlich frühere Einwechslung von Torhüter Alexander Orth hätte dem Spiel eventuell noch eine Wende geben können. „Aber im Endeffekt hat Derschlag unsere Schwächen gnadenlos aufgezeigt“, so Heppe, dessen Team in der Schlussphase noch einmal auf 25:22 (58.) herankam. Der TuS verschleppte das Spiel in den letzten Minuten allerdings clever genug und spätestens mit der Zeitstrafe gegen den meckernden Tom Rydzewski auf der Bank war die Partie entschieden.

 

Derschlag: Michael Romanov (9), Nils Welke (5), Philipp Krefting (5/3), Thorben Schneider (4), Timo Bay (2), Mario Weissner, Matias Cabrales (je 1).

 

Nümbrecht: Marcel Samel (5/1), Johannes Urbach (4/2), Dominik Donath, Simon Schanz (je 3), Tobias Mlynczak, Marius Euteneuer (je 2), Jannik Lang, Dag Dissmann, Patrick Martel (je 1).

 

 

BTB Aachen II – HC Gelpe/Strombach 20:30 (10:15).

 

Zumindest über Nacht sind die Handballer des HC Gelpe/Strombach der erste Tabellenführer der noch jungen Saison. Beim Aufsteiger aus der Kaiserstadt reichte der Mannschaft von Michiel Lochtenbergh eine routiniert heruntergespulte Leistung zu einem klaren Auftakterfolg. „Im ersten Spiel weiß man nie so richtig, wo man steht, aber das haben die Jungs sehr souverän gelöst“, umspielte ein Lächeln die Lippen des Niederländers nach der Partie. Die Gäste konnten viel ausprobieren, wechselten teilweise sogar blockartig durch, verloren dabei aber auch nie die Kontrolle über die einseitige Partie.

[Derschlags Handballer feierten den Sieg ausgelassen.]

 

Lediglich in den Anfangsminuten konnte die Nordrheinligareserve von BTB Aachen dagegenhalten. „Ihre ersten Angriffe kamen noch im Hurra-Stil, aber mit der Zeit haben wir uns darauf eingestellt“, ließen sich die Oberberger nicht von der schnellen 2:0-Führung (3.) der Hausherren einschüchtern. Beim 2:5 (9.) durch Lukas Bader war die Partie längst gedreht, bis zum 5:7 (13.) hielten die Gastgeber noch mit, ehe Gelpe/Strombach auf 6:13 (21.) davonzog. Beim 13:23 (47.) betrug der Vorsprung erstmals zehn Tore und sollte auch nicht mehr schrumpfen. „Bei einem Aufsteiger kann sich schnell ein zähes Spiel entwickeln, aber wir waren insgesamt sehr variabel“, wollte Lochtenbergh keinen Spieler hervorheben.

 

Gelpe/Strombach: Julian Mayer (12/5), Florian Panske (4), Lukas Bader, Sean Borgard, Felix Soldanski (je 3), Lukas Altjohann (2), Tim Hilger, Sebastian Panske, Ole-Gunnar Steinhagen (je 1).

 

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