HANDBALL
Suche beendet: Oberwiehl findet Herhaus-Nachfolger
Wiehl – Die Verbandsliga-Handballerinnen des CVJM Oberwiehl starten mit Heinz Tillmann an der Seitenlinie in die neue Saison.
Trainerwechsel bei den Oberwiehler Handballerinnen: Mit Heinz Tillmann (63) hat der CVJM Oberwiehl einen erfahrenen Handballtrainer für seine Verbandsligamannschaft verpflichtet. Der Rösrather wird Nachfolger von Jan Herhaus, hat seine Tätigkeit bereits zum 1. Juli aufgenommen und bereitet das Team auf die am 19. September startende Saison vor.
Oberwiehl blickt auf eine starke Saison zurück. Wurde das Team im vergangenen Sommer noch als möglicher Abstiegskandidat gehandelt, gerieten die CVJM-Handballerinnen nie in Abstiegsgefahr, spielten phasenweise sogar um die Tabellenspitze mit. Am Ende stand mit 29:19 Punkten ein starker dritter Platz zu Buche.
Trotzdem trennten sich im Sommer die Wege von Trainer Jan Herhaus, der aber im Verein bleibt. „Ich bin mit der Entwicklung der Mannschaft sehr zufrieden und auch stolz auf Platz drei nach der Vorsaison“, so Herhaus. Als Gründe für den Abschied nannte er seine eigenen Ambitionen als Spieler. Vor allem der Zeitaufwand und die parallelen Spiele von Damen und Herren seien nur schwer miteinander vereinbar gewesen.
Oberwiehl suchte daher seit längerem nach einem Nachfolger, um den eingeschlagenen Weg konsequent fortzuführen und die Mannschaft sportlich weiterzuentwickeln. In Tillmann glaubt man nun die optimale Lösung gefunden zu haben. Der Versicherungskaufmann bringt langjährige Erfahrung als Spieler und Trainer mit. Bei seinen Engagements beim RSV Rath-Heumar und Fortuna Köln II führte er beide Mannschaften jeweils zum Aufstieg in die Landesliga. Darüber hinaus engagierte er sich viele Jahre intensiv in der Nachwuchsarbeit der HSG Rösrath/Forsbach. Zuletzt war er gemeinsam mit Daniel Bissmann beim TuS Wesseling in der Verbandsliga tätig.
„Wir freuen uns sehr, dass wir Heinz Tillmann für den CVJM Oberwiehl gewinnen konnten. Seine sportliche Vita, seine Erfahrung und seine Vorstellung von Mannschaftsentwicklung haben uns in den Gesprächen sofort überzeugt. Umso mehr wissen wir es zu schätzen, dass er den zeitlichen Aufwand auf sich nimmt und regelmäßig aus Rösrath zu uns kommt. Wir sind überzeugt, dass er die erfolgreiche Arbeit von Jan Herhaus fortsetzen und unserer Mannschaft wichtige Impulse geben wird“, sagt Jan Balkhausen, Leiter des Sportausschusses des CVJM Oberwiehl.
Die Gespräche mit dem neuen Trainer führte der Sportliche Leiter Florian König. „Von Beginn an waren die Gespräche sehr offen und vertrauensvoll. Heinz passt sowohl fachlich als auch menschlich hervorragend zu unserem Verein. Seine Ideen, seine kommunikative Art und seine Begeisterung für die Entwicklung von Mannschaften haben uns überzeugt. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit“, erklärt König.
Für Tillmann stehen neben dem sportlichen Erfolg vor allem die Weiterentwicklung der Mannschaft und das Miteinander im Verein im Mittelpunkt: „Ich habe mich bewusst für den CVJM Oberwiehl entschieden, weil ich hier großes Potenzial und ein sehr engagiertes Umfeld sehe. Mir ist wichtig, eine Mannschaft weiterzuentwickeln, junge Spielerinnen individuell zu fördern und gleichzeitig als Team zusammenzuwachsen. Fairness, Respekt und Zusammenhalt sind für mich die Grundlage einer erfolgreichen Mannschaft – auf und neben dem Spielfeld.“
KOMMENTARE
1
Eine interessante Verpflichtung. Man lässt einen Trainer für einer Landesligamannschaft ( Verbandsliga ) aus Rösrath zweimal pro Woche zum Training anreisen – dazu kommt noch das Spiel am Wochenende. Für ein Taschengeld wird er das sicherlich nicht machen. Da sollte der CVJM das Geld vielleicht lieber in die Ausbildung eigener Trainer investieren.
Schnalle, 09.07.2026, 08:14 Uhr2
Stimmt, die Vereine sollten einfach kurz im Keller die Trainer-Druckmaschine anwerfen :) Wer heutzutage glaubt, man könnte sich qualifizierte Trainer mal eben aus den Rippen schneiden, hat den Amateursport seit Jahren nicht mehr verfolgt. Ich kann zu dieser Verpflichtung nur gratulieren. Zusätzliche Erfahrung bringt immer neue Impulse – davon profitiert das gesamte Team. Wenn man sich die Entwicklung im Oberbergischen Handball anschaut, ist es natürlich Aufgabe und Pflicht der Vereine sich um die Ausbildung von Nachwuchstrainern zu kümmern. Das ist aber eine Gemeinschaftsaufgabe für die gesamte Handballregion, die man nicht allein auf den Schultern einzelner Klubs abladen kann – da müssen Verband und ein gewisses „Leistungszentrum“ in der Umgebung an der Basis genauso unterstützen.
Handball_Oberberg , 10.07.2026, 07:53 Uhr3
Da bin ich anderer Meinung. Ich halte nicht viel davon, Trainer von weiter weg zu holen. Langfristig sollte das Ziel doch sein, die eigenen Trainer im Verein auszubilden und weiterzuentwickeln. Bestes Beispiel ist das Gerüst in Königsdorf – dort wurde über Jahre kontinuierlich intern aufgebaut.
Da gibt es aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten: Entweder ziehen die Vereine im Oberbergischen gemeinsam eine qualifizierte Trainerausbildung auf, oder jeder Verein investiert konsequent in die Fortbildung seiner eigenen Leute. Beides halte ich für nachhaltiger.
Für ein Team 600 bis 700 Euro im Monat für einen externen Trainer auszugeben, ergibt für mich wenig Sinn. Dieses Geld wäre in die Ausbildung und Entwicklung der eigenen Trainer langfristig deutlich besser investiert.
4
Heinz ist auf jeden Fall ein super Typ und ein toller Trainer! Glückwunsch zu der Verpflichtung!
Kieler Förde, 10.07.2026, 13:06 Uhr5
Gut ausgebildete, interne Trainer verlangen auch Geld. Wahrscheinlich sogar im gleichen Budget. Schau dir mal an, wie viele Jugendteams der CVJM hat und dann sag mir, dass Oberwiehl nicht in die eigenen Leute investiert. Dein Kommentar ist einfach an der Realität vorbei.
Gundula Gause, 15.07.2026, 19:27 Uhr6
Das eine schließt das andere ja nicht aus. Ich denke schon, dass viele oberbergische Vereine – wie auch der CVJM – bereits enormen Wert auf die interne Ausbildung und Entwicklung eigener, junger Trainer legen. Aber solche Strukturen wachsen über Jahrzehnte und erfordern nicht nur finanzielle Kapazitäten, sondern bei den zumeist ehrenamtlich geführten Vereinen enorme menschliche Ressourcen und Zeit.
Dass hier so gezielt über eine Summe von 600–700 Euro spekuliert wird, lässt tief blicken. Man bekommt fast den Eindruck, dass da jemand die eigenen finanziellen Ansprüche auf andere projiziert.
Wer diesen Job im Amateursport nur wegen des Geldes macht, ist dort ohnehin fehl am Platz – hier zählen Engagement und das Projekt.
7
Aus meiner Sicht macht das überhaupt keinen Sinn, sorry. Vor allem nicht, 700 € für einen externen Trainer in so einer Liga auszugeben.
Schnalle, 17.07.2026, 08:47 Uhr8
@Gundula Gause,
Dann sag mir bitte einmal, welcher Trainer in Oberwiehl deiner Meinung nach wirklich fundierten Handball-Sachverstand mitbringt.
Aus meiner Sicht sind viele Jugendtrainer dort engagierte Ehrenamtliche, aber nicht unbedingt so ausgebildet, dass sie den Kindern technisch und taktisch viel vermitteln können. Das zeigt sich für mich auch daran, dass die Jugendmannschaften seit Jahren kaum über die Kreisliga hinauskommen.
Genau deshalb finde ich es nachvollziehbar, in qualifiziertes externes Training zu investieren, wenn dadurch die Ausbildung der Kinder verbessert wird.
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