HANDBALL
Stressige Zeiten sind nicht mehr vorgesehen
Gummersbach - Die Handballsaison 2022/23 steht in den Startlöchern und Oberberg-Aktuell beleuchtet Neuverpflichtungen, Abgänge und Chancen der oberbergischen Vertreter in den einzelnen Ligen - Heute: A-Jugend-Bundesligist VfL Gummersbach.
Von Uli Klein
Es war ein zähes, teilweise frustrierendes Ringen, ehe sich die Handballtalente des VfL Gummersbach endlich das Ticket für die A-Jugend-Bundesliga sichern konnten. Erst Ende Mai gelang es den blau-weißen Youngstern, sich bei einem der Qualifikationsturniere in der heimischen SCHWALBE arena die erneute Startberechtigung für die nationale Eliteliga zu organisieren.
Vorausgegangen war gleich ein ganzes Potpourri an vergebenen Möglichkeiten zur frühzeitigen Qualifikation für die Eliteliga des nationalen Handballnachwuchses. Schon im Herbst hätte man alles klarmachen können, verlor aber das finale Kräftemessen der damaligen Vorrunde gegen die Talente aus Düsseldorf und musste sich in Folge durch einen wahren Marathon von Qualifikationsspielen beziehungsweise -turnieren kämpfen, ehe man das ausgerufene Ziel (wieder einmal) erreicht hatte.
Anel Mahmutefendic (Foto: Thomas Wirczikowski), damaliger A-Jugendcoach und neuerdings als Chef des Akademie-Anschlussbereiches unter anderem für die U 23 (3. Liga) sowie die U19 (A-Jugend) verantwortlich, kann die stressigen Zeiten bis zur Bundesligaqualifikation indes durchaus plausibel erklären: "Wir hatten insgesamt zu dünne Personaldecken, so dass es immer wieder Mehrfacheinsätze von Spielern in der Jugend beziehungsweise Drittligamannschaft gab. Dazu kam die Coronaproblematik. Das ging in Summe letztlich an die Substanz."
In der kommenden Bundesligaspielzeit wird indes ein Neuer das Sagen auf der Gummersbacher Trainerbank haben: Davor Rokavec heißt der neue Coach der A-Jugend. Der 42-jährige Kroate unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag in der oberbergischen Kreisstadt. "Als EHF-Mastercoach bringt er ein hohes Level an Kompetenz und Erfahrung mit“, beschreibt Mahmutefendic seinen Nachfolger und ergänzt: „In Zusammenarbeit mit dem Trainerteam der Bundesliga, unserem U 23-Coach Goncalo Miranda oder auch Jan Schwenzfeier, der die U17 betreut, wird er uns helfen, weitere Spieler aus der Akademie an unsere Bundesligamannschaft heranzuführen“, verspricht er sich viel vom künftigen Talententwickler an der Seitenlinie.
"Er ist ein sehr erfahrener Coach im Nachwuchsbereich und hat die Akademie von RK Zagreb in Kroatien mit aufgebaut, in der sehr viele Spieler auf Nationalmannschaftsniveau hervorgebracht wurden oder heute in der Bundesliga spielen“, ergänzt Mahmutefendic, dem in erster Linie daran gelegen ist, dass Rokavec in Gummersbach die blau-weißen Youngster individuell verbessert, denn: "Damit würden wir mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen können wir talentierte Jungs für den Herren-Bundesligakader ausbilden. Zum anderen würde auch das A-Jugend-Team in seiner Gesamtheit besser.
Wenn jeder einzelne Akteur stärker wird, dürften logischerweise auch die Ergebnisse passen", orakelt Mahmutefendic, der sich zwar auf keinen konkreten Tabellenplatz als Saisonziel festlegen möchte, aber betont, dass man nicht noch einmal eine ähnlich komplizierte Spielzeit wie anno 21/22 erleben möchte. Bereits seit Mitte bereiten sich die Oberbergischen konzentriert auf die Spielzeit vor. Erfreulich in diesem Kontext, dass Rokavec zum Auftakt der Übungseinheiten immerhin 19 Spieler begrüßen darf, deutlich mehr als zum Start der Vorjahresspielzeit.
"Ich bin wirklich glücklich, hier in Gummersbach trainieren zu können. Die Rahmenbedingungen sind großartig, und ich habe das Gefühl, dass auch die handelnden Personen sehr gut zusammenarbeiten", beschreibt Rokavec die ersten Eindrücke an seinem neuen Arbeitsplatz durchaus euphorisch. Dabei gab es wie bei Nachwuchsmannschaften durchaus üblich auch bei den VfL-Youngstern nach der Saison 21/22 einen großen personellen Umbruch.
[Torhüter Oskar Knudsen wird dem Team nach dem Riss seiner Netzhaut voraussichtlich einige Monate fehlen.]
Neun Neuzugängen standen sieben Abgänge gegenüber, wobei sich der überwiegende Teil der Personalrochaden klubintern abspielte. So ist mit Elian Brill von TuSEM Essen nur ein echter Neuer dazugekommen, die übrigen neuen A-Jugendhandballer sind durch die Bank Nachrücker aus der vorherigen Gummersbacher U 17. Von den Abgängen bleibt ein Trio dem Verein als Ergänzung des U 23-Aufgebotes erhalten.
Bemerkenswert allerdings, dass mit Felix Maier und Leonard Viebahn gleich zwei VfLer bei Lokalrivale HC Gelpe/Strombach anheuerten. Noch wertvoller dürfte für die blau-weißen Talente die Teilnahme an zwei hochkarätig besetzten Turnieren sein. Beim Sauerlandcup Mitte August konnte die VfL-Delegation um Rokavec wichtige Informationen sammeln.
Zugänge
David Chebeko
Oskar Knudsen
Joris Lehmann
Christian Bürger
Moritz Klose
Max Steichen
Mykola Protsiuk
Maxim Rojko (alle eigene U17)
Elian Brill (TuSEM Essen)
Abgänge
Kilian Werz (Ziel unbekannt)
Kieran Unbehaun
Finn Schroven
Bruno Eickhoff (alle eigene U23)
Felix Maier
Leonhard Viebahn(beide HC Gelpe/Strombach)
Max Hoffstadt (TV Rheinbach)
Kader
Tor
Keno Danzenbächer
Oskar Knudsen
David Chebeko
Feld
Daniel Polansky
Danilo Burazor
Mike Heinzerling
Joris Lehmann
Andrij Kasai
Mykola Protsiuk
Kian Schütte
Max Steichen
Dominik Janoska
Sam Richard
Elian Brill
Maxim Rojko
Semir Feka
Benedikt Israel
Moritz Klose
Christian Bürger
Trainer
David Rokavec
Betreuer
Andreas Multhauf
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