HANDBALL
Sigurdsson lässt vor DHB-Pokal-Duell Dampf ab: „Das reicht nur, um gegen den Abstieg zu spielen“
Gummersbach – Vor dem Zweitrundenduell beim Zweitligisten Dessau-Rosslauer HV kritisiert der Trainer des VfL Gummersbach sein Team für die pomadige Schlussphase in Wetzlar - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
Dessau-Roßlauer HV – VfL Gummersbach (Mittwoch, 19 Uhr).
Die Handballer des VfL Gummersbach gewinnen am Sonntag bei der HSG Wetzlar die erste echte Pflichtaufgabe der noch jungen Saison und trotzdem ist Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson nach dem 36:33-Auswärtserfolg in Rage. Es sind vor allem die letzten 20 Minuten in der Buderus-Arena, die den Isländer „ziemlich sauer“ machen. Bis dahin hatten die Oberberger das Match klar beherrscht, auch deutlich mit 29:20 geführt, dann schlich sich der Schlendrian ins VfL-Spiel ein.
Sigurdsson spricht in diesem Zusammenhang von „mangelnder Qualität“ seiner Mannschaft. „Was ist Qualität? Ist das nur schnell laufen und hart werfen?“, fragt der Isländer. „Das ist auch Mentalität, Intensität, Dominanz zeigen und ein Spiel durchzuziehen. All das haben wir derzeit nicht“, wütet er. Mit der Performance des Schlussdrittels werde man es in jedem Wettbewerb und gegen jeden Gegner schwerhaben. In Berlin und Wetzlar habe man insgesamt 30 freie Chancen liegen lassen, rechnet er vor: „Das ist nicht akzeptabel. Das reicht nur, um gegen den Abstieg zu spielen, zu mehr nicht!“
Lange Zeit über Fehler nachzugrübeln, haben die Gummersbacher allerdings nicht. Schon am Mittwoch steht das Zweitrundenduell im DHB-Pokal beim Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV auf dem Programm. Sigurdsson erwartet eine Reaktion seines Teams. Seine Spieler sollten sich erst einmal auf die nächste Aktion konzentrieren und nicht über Sieg oder Niederlage nachdenken. „Resultate entstehen aus vielen kleinen Aktionen und wenn man viele kleine Sachen richtig macht, wird man am Ende erfolgreich sein. Wenn man zu weit vorausdenkt, verliert man den Fokus“, so der VfL-Coach. Trotzdem sei es selbstverständlich das Ziel weiterzukommen.
Beim Gegner läuft es derzeit noch schlechter als bei den Gummersbachern. Die Ostdeutschen sind mit 2:6 Punkten in die Saison gestartet und hatten zuletzt mit enormen Verletzungspech zu kämpfen. Bei der 33:39-Niederlage in Ferndorf am vergangenen Freitag standen Trainer Vanja Radic nur zehn Feldspieler zur Verfügung. Dabei sei Dessau-Roßlau „eine wirklich gute Zweitligamannschaft mit einem kraftvollen Rückraum“, findet Sigurdsson. Das unterstrichen die Biber auch bei der knappen 34:35-Niederlage in der Vorbereitung gegen Gummersbachs European League Gegner PGE Wybrzeża Gdańsk.
Bei den Doppelstädtern freut man sich trotz aller Sorgen bereits auf das Duell mit dem oberbergischen Altmeister. „Wir haben tolle Erinnerungen an die Pokalspiele gegen Hannover, Melsungen und zuletzt gegen den SC Magdeburg. Eine volle Halle, tolle Atmosphäre, starke Gegner – und wir haben jeweils gute Spiele abgeliefert. Die Jungs wissen, was solche Partien bedeuten. Auch diesmal ist es für jeden Spieler eine große Chance, sich mit einer der besten Mannschaften der Bundesliga und ihren Topstars zu messen. Mehr Motivation braucht man eigentlich nicht. Gegen die Besten zu spielen, ist für jeden Handballer etwas Besonderes,“ sagt Cheftrainer Radic. Dass die Anhalt-Arena ein heißes Pflaster sein kann, wissen die Oberberger auch aus eigener Erfahrung. In der Aufstiegssaison 2021/22 kassierte man dort eine der wenigen Niederlagen.
Personell kann Sigurdsson vor der Abfahrt am Dienstag nach Sachsen-Anhalt auf denselben Kader wie in Wetzlar zurückgreifen. Nationalspieler Mathis Häseler habe die Belastung nach seiner Fußverletzung gut verkraftet. Auch bei Teitur Einarsson und Tom Kiesler steigere man die Trainingsbelastung beständig.
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