HANDBALL
HC Gelpe/Strombach verkauft sich teuer
Gummersbach - Der oberbergische Underdog hält das DHB-Pokalspiel gegen den Zweitligisten TuSEM Essen bis zur Mitte der zweiten Halbzeit offen - Rund 500 Zuschauer sorgen für prächtige Stimmung in der Derschlager Sporthalle.
Von Uli Klein
HC Gelpe/Strombach - TuSEM Essen 27:37 (17:20).
Als am Ende Inventur gemacht wurde, kam in etwa das Ergebnis heraus, das im Vorfeld des Matches in erwartet worden war: Die viertklassigen Handballer des HC Gelpe/Strombach unterlagen dem klar favorisierten Zweitligisten TuSEM Essen in der 3. Runde des DHB-Pokals mit 27:37 (17:20). Im bis dato hochkarätigsten Match der Klubhistorie zeigten die Oberbergischen aber über weite Strecken der Begegnung viel Herz und fighteten aufopferungsvoll, mussten sich dem Besuch aus dem Ruhrgebiet aber schlussendlich geschlagen geben.
Hartmut Markeli war dennoch hochzufrieden mit dem Verlauf des Nachmittags in der Wahlheimat Sporthalle Epelberg in Derschlag: "Das war ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten. Unsere Jungs haben sich gegen einen zwei Ligen höher spielenden Gegner sehr teuer verkauft. Es war sogar noch ein besseres Resultat für uns drin", analysierte der HC-Chef und ergänzte: "Dass das Ergebnis letztendlich standesgemäß ausfiel, hatte viel mit schwindenden Kräften bei unseren Jungs zu tun, die es heute einfach mit einer physisch richtig starken Mannschaft zu tun hatten."
Das sahen auch Fans und Sympathisanten der Gummersbacher so. Die HC-Liebhaber unter den geschätzt rund 500 Besuchern verabschieden ihr Team nach dem Abpfiff jedenfalls mit begeistertem Applaus. Und den hatte sich das Heimteam auch redlich verdient: Die Gastgeber zeigten nämlich gerade im ersten Spielabschnitt keinerlei Respekt vor dem klaren Favoriten. So gestaltete man die Anfangsviertelstunde völlig ausgeglichen und bot dem TuSEM bis zur 15. Minute (9:9) die Stirn, nachdem man in den ersten zehn Minuten sogar zeitweise knapp geführt hatte (5:4/8. oder 7:6/12.).
Als die Gastgeber dann aber nach ihrem gelungenen Auftakt zwei Zeitstrafen kurz hintereinander kassierten, nutzten die Essener ihre numerische Überlegenheit, um sich auf vier beziehungsweise drei Treffer abzusetzen (10:14/13. beziehungsweise 15:18/28.). Dennoch hatten die Oberberger die Gelegenheit, mit einem geringeren Rückstand als dem Drei-Treffer-Malus in die Kabine zu gehen. Als man neun Sekunden vor dem Pausenpfiff auf 17:19 verkürzte, hatte man nämlich ganz enge Tuchfühlung mit den Ruhrgebietlern, die aber exakt mit der Sirene noch ihr 20. Tor markierten.
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[Die Stimmung in der Derschlager Sporthalle war prächtig.]
Nach Wiederanwurf schien sich der TuSEM dann wie allseits erwartet zügig von den HC-Handballern abzusetzen. Doch der freche Underdog blieb auch bis Mitte der zweiten Halbzeit lästig und war beim 22:26 (45.) immer noch in Schlagdistanz, ehe ihm die Körner ausgingen. "Wir haben einfach das gespielt, was wir abgesprochen hatten", begründete Murfuni die beachtliche Widerstandsfähigkeit seiner Männer gegen ein Profiteam und freute sich bei seinem Fazit insbesondere darüber, dass „wir den Amateurhandball noch einmal hervorragend vertreten haben.“ In Zukunft gibt es keinen Amateurpokal mehr.
Gelpe/Strombach: Islam Elnoamany (5 Paraden), Dennis Stöcker (1 Parade); Julian Mayer (8/2), Alexandre Brüning (4), Leonard Viebahn (4), Lars Rotalski (3), Lukas Altjohann (3), Florian Panske (2), Mike Heinzerling (2), Felix Maier (1), Jerome Draeger, Finn Feuerbach, Paul Roth, Malte Meinhardt, Lukas Elverfeld, Paul Borisch.
Essen: Arne Fuchs (5 Paraden), Lukas Diedrich (5 Paraden); Felix Eissing (7), Finley Werschkull (6), Alex Schoss (6), Philipp Asmussen (4), Tim Mast (4), Felix Klingler (3/1), Julius Rose (2), Nils Homscheid (2/1), Finn Wolfram (2), Jonas Ellwanger (1).
Zeitstrafen
12:4 Minuten (Brüning (2), Viebahn, Panske, Mayer, Rostalski – Eissing, Schoss)
Siebenmeter
2/3 (Fuchs hält einmal gegen Meyer) - 2/5 (Ahmed Elnoamany hält zweimal, einmal verworfen)
Zuschauer
500
Schiedsrichterinnen
Sophia Janz, Rosana Sug

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