HANDBALL

Neuer Trainer, neue Spieler, neue Strukturen

pn; 15.09.2026, 12:15 Uhr
Fotos: HC Gelpe/Strombach.
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Neuer Trainer, neue Spieler, neue Strukturen

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pn; 15.09.2026, 12:15 Uhr
Gummersbach – Obwohl der HC Gelpe/Strombach in diesem Sommer nächsten Neustart umsetzen muss, weigert sich der neue Coach Florian Greißner das Wort „Umbruch“ zu verwenden.

Von Peter Notbohm

 

Anfang Juli hat der neue Trainer Florian Greißner (36) seine Arbeit beim Handball-Regionalligisten HC Gelpe/Strombach offiziell aufgenommen. Seine Aufgabe wird keine leichte sein. Nachdem der letzte verbliebene oberbergische Viertligist schon im vergangenen Sommer seinen Kader neustrukturieren musste, stand keine zwölf Monate später bereits der nächste Neustart an. Mehrere Leistungsträger verließen den Verein, dazu trennte sich der Club nach wenigen Monaten schon wieder von Murfuni-Nachfolger Daniel Rodriguez, der das Team erst im Sommer übernommen hatte, zum Abschied aber noch zum Klassenerhalt führte.

 

Macht man es sich einfach, könnte man vom nächsten Umbruch nach dem Umbruch sprechen, doch genau dieses Wort hat Greißner (Foto) aus seinem Vokabular verbannt und will es auch im Umfeld des Vereins nicht hören. „Das streichen wir alle aus unserem Wortschatz. Das Wort Umbruch wird gerne genommen, um Niederlagen zu erklären“, erklärt er und will diese Ausrede nicht hören. Für den 36-Jährigen, der zuletzt für den Jugendbereich des TuS Ferndorf verantwortlich war, ist Gelpe/Strombach die erste richtige Station im Seniorenbereich.

 

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Trotzdem formuliert er ehrgeizige Ziele mit seiner jungen Mannschaft (Durchschnittsalter 22 Jahre): „Ich will nicht nur die Mannschaft entwickeln, sondern auch Strukturen schaffen, die uns besser machen.“ Damit meint er klar definierte Aufgaben, Kommunikationsstrukturen oder auch, wofür die Mannschaft stehen will. „Es geht darum, Prinzipien zu erarbeiten für außerhalb und innerhalb.“ Die ersten Eindrücke bewertet er als vielversprechend. „Das ist ein hungriges, ambitioniertes Team, in dem jeder mitzieht. Die ersten Schritte haben wir uns erarbeitet. Jetzt geht es darum, uns für alle Spielphasen Strategien und Lösungen zu erarbeiten“, spricht er von einem langfristigen, saisonübergreifenden Prozess.

 

Seinen Handball beschreibt Greißner, der kurz vor der Saison mit Ilja Schattner noch einen neuen Co-Trainer bekommen hat, als laufintensiv. Dabei will er nicht nur in der Offensive Vollgas sehen, sondern auch beim Rückzugsverhalten. „Wir werden eine Mannschaft mit maximaler Laufleistung sein und viel über Eins-gegen-Eins-Situationen mit Folgehandlungen agieren“, gibt er einen Einblick in sein Playbook. Dass das keine leeren Worte sind, zeigen die bisherigen Testspielergebnisse. Wünschen würde er sich noch einen oder zwei erfahrene Spieler. Besonders im Testspiel gegen Drittligaabsteiger Schalksmühle (34:35-Niederlage) habe man gemerkt, dass das HC-Spiel aufgrund mangelnder Erfahrung teilweise fahrig wurde.

 

Fast schon überrascht ist Greißner hingegen, wie schnell die Neuzugänge integriert wurden. Mit Konstantin Kasch und Christopher Falkenreck Valverde habe man absolute Teamplayer gewonnen, dazu viel individuelle Qualität mit Moritz Riedel, der nach seinem Handbruch beim BSP-Cup allerdings die Vorrunde ausfallen wird. Auch von VfL-Leihgabe Julien Kuebler (Zweitspielrecht), der die Sommervorbereitung allerdings weitgehend beim VfL Gummersbach absolviert hat und dort auch weiter in der A-Jugend auflaufen wird, erwartet man sich viele Impulse.

 

Spannend dürfte auch werden, wie schnell man die Abgänge der beiden Führungsspieler Mike Heinzerling und Leonard Viebahn kompensieren kann. Auch im Tor hinterlässt Islam Elnoamany riesige Fußspuren, die Felix Löpker, Moritz Banaschewitz und Nachwuchstorhüter Kilian Gerhard erst einmal ausfüllen müssen. „Isy hat gearbeitet wie ein Profi, dazu war er eine echte Persönlichkeit und ein Lautsprecher. Aber ich bin überzeugt, dass wir zwei junge Keeper haben, die in diese Rolle reinwachsen können. Sie sind ehrgeizig und ergänzen sich sehr gut“, sagt Greißner. Auch das Kreisläuferspiel dürfte mit Neuzugang Kasch künftig wieder eine größere Rolle einnehmen.

 

Beim Thema Ziele differenziert der neue HC-Coach indessen. In der kommenden Saison zählt für ihn vor allem der Klassenerhalt, wohlwissend, dass das Team Zeit brauchen wird. Langfristig will er den HC Gelpe/Strombach aber wieder zu einer der Topmannschaften der Liga entwickeln. Sein Plan ist dabei auf drei Jahre ausgelegt. Die Vorzeichen scheinen nicht schlecht. Aus dem Vereinsumfeld vernimmt man viel Positives über die ersten Wochen. Viel abhängen wird in der neuen Saison sicherlich auch vom Auftaktprogramm. An den ersten fünf Spieltagen hat es der HC sofort mit zwei Aufsteigern und zwei Beinahe-Absteigern aus der Vorsaison zu tun. Mindestens sechs Punkte hofft Greißner aus diesen Spielen zu holen, „sonst hätten wir sofort Druck drauf“.

 

Tests und Tore

HCGS – ASC 09 Dortmund (OL Westfalen) 40:31

HCGS – SGSH Dragons (RL Westfalen) 34:35

HCGS – ASC 09 Dortmund (OL Westfalen) 45:40

BSP-Cup

HCGS - HBD Löwen Oberberg (OL) 24:15

HCGS - CVJM Oberwiehl (VL) 34:20

 

Zugänge

Moritz Banaschewitz, Lasse Jürges, Mats Liebe (HC Gelpe/Strombach II), Konstantin Kasch, Moritz Riedel, Julien Kuebler (VfL Gummersbach II), Christopher Falkenreck Valverde (Longericher SC II), Kilian Gerhard (JSG Handball Köln).

 

Abgänge

Islam Elnoamany (TSV Bayer Dormagen II), Mike Heinzerling, Leonard Viebahn (TuS 82 Opladen), Karol Makowiecki (TB Wülfrath), Lars Rostalski (HBD Löwen Oberberg), Julius Walch (HSG Refrath/Hand), Trainer Daniel Rodriguez (TV Wahlscheid).

 

Spielerkader

 

Tor

Moritz Banaschewitz, Felix Löpker, Kilian Gerhard.

 

Feld

Lukas Altjohann, Jerome Draeger, Christopher Falkenreck Valverde, Lasse Jürges, Konstantin Kasch, Julien Kuebler, Mats Liebe, Felix Maier, Malte Meinhardt, Tobias Müller, Arvid Pötz, Moritz Riedel, Paul Roth, Felix Soldanski.

 

Trainer

Florian Greißner

 

Co-Trainer

Ilja Schattner

 

Torwarttrainer

Max Hamers

 

Physiotherapeuten

Johanna Heister, Paulina Stauf

 

Betreuer

Sven Rothe

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