HANDBALL

Nümbrecht siegt im Torhüter-Wahnsinn von Pulheim

pn; 18.09.2022, 15:44 Uhr
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Nümbrecht siegt im Torhüter-Wahnsinn von Pulheim

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pn; 18.09.2022, 15:44 Uhr
Oberberg – Das Seinsche-Team verspielt eine haushohe Führung, darf am Ende aber doch jubeln – Löwen kommen ersatzgeschwächt gegen Opladen II völlig unter die Räder - Die Handball-Oberliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.

Pulheimer SC – SSV Nümbrecht 28:29 (8:14).

 

Als Benedikt Opitz zum 13:23 (44.) traf, hatte wohl niemand in der Pulheimer Sporthalle damit gerechnet, dass die Partie noch einmal die Dramatik gewinnen würde, die sie in den Schlussminuten hatte. Doch ausgerechnet eine Entscheidung der Schiedsrichter zwang Pulheims Trainer Kelvin Tacke zur richtigen taktischen Lösung, nachdem Nümbrechts Handballer bis zu diesem Zeitpunkt eine einseitige Partie geradezu dominiert hatten. PSC-Keeper Tim Giesen unterband einen Gegenstoß von Fabian Benger auf Kosten einer Zeitstrafe, sodass Shooter Oliver Midell, der beim Beachhandball ebenfalls als Torhüter spielt, zwischen die Pfosten wechseln musste. Fortan sollte er den Gästen den letzten Nerv rauben. „Was er alles rausgeholt hat, war der Wahnsinn. Gefühlt hat er jeden Ball gehalten, egal was wir versucht haben“, verzweifelte SSV-Trainer Manuel Seinsche auf seiner Bank.

 

 

Dabei hatten die Gäste bis dahin nahezu alles richtig gemacht. Aus einer beweglichen Defensive, mit einem bärenstarken Alexander Orth (21 Paraden) dahinter, kam Nümbrecht zu vielen einfachen Toren. Vor allem Jannik Lang wusste über 2:8 (13.) und 12:19 (39.) mit acht Toren seine Freiräume zu nutzen. Pulheim musste nun aber nicht nur den Torhüter wechseln, sondern stellte auch auf eine 4:1+1-Deckung mit Sonderbewachung für Lang um. Beim 22:26 (51.) war der Vorsprung bereits dahingeschmolzen, angetrieben von Tobias Midell fiel beim 27:27 (58.) der Ausgleich und anschließend brachte Jan Giesen die Gastgeber 90 Sekunden vor Ende sogar in Führung.

 

„Dass am Ende mit Benedikt Opitz und Torben Lang zwei Nachwuchsspieler noch die Eier haben und das drehen, spricht für meine Mannschaft“, so Seinsche. Die beiden Youngster schmissen sich unbekümmert in die Schlussminute, der letzte Pulheimer Freiwurf verendete dagegen nach einer kleinen Rudelbildung in Nümbrechts Block. „Wir waren über 43 Minuten die klar bessere Mannschaft und haben den Gegner richtig abgekocht. Anschließend zieht uns ihr Torhüter völlig den Zahn, aber ich kann den Jungs nur ein großes Kompliment für ihre Moral machen“, so Seinsche, der aber auch einen Mann aus seinem Trainerteam lobte: „Unsere beiden Keeper sind derzeit in bestechender Form. Das liegt auch an der Arbeit von Sven Achenbach.“ Dass Nümbrecht nun das einzige ungeschlagene Team der Liga ist, will der Coach dagegen nicht überbewerten: „Das ist nicht mehr als eine Momentaufnahme.“

 

Nümbrecht: Jannik Lang (8), Torben Lang (5), Johannes Urbach (5/2), Fabian Benger (4), Benedikt Opitz, Jan Sonka (je 2), Dominik Donath, Alexander Orth, Simon Schanz (je 1).

 

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HBD Löwen Oberberg – TuS 82 Opladen II 17:32 (7:17).

 

Die HBD Löwen Oberberg stecken weiter in der Krise. Gegen den TuS 82 Opladen II war das stark ersatzgeschwächte Team von Maik Thiele chancenlos und kassierte nach dem Derby in Nümbrecht die nächste heftige Abreibung. „Es war leider nicht anders zu erwarten. Ich war schon vor dem Spiel eher semioptimistisch“, flüchtete sich Löwentrainer Thiele in Galgenhumor. Jan Welke und Thorben Schneider hatten bereits der Landesligamannschaft nicht zur Verfügung gestanden und fehlten auch im Oberligakader, sodass die verletzungsgebeutelten Gastgeber erneut mit einem blutjungen und weitgehend unerfahrenen Team antreten mussten. Unter der Woche hatten die Löwen noch versucht, das Spiel zu verlegen: Opladen zeigte zwar Bereitschaft, allerdings stand kein Ausweichtermin zur Verfügung.

 

So bekamen die Oberberger über 2:6 (8.) und 7:12 (23.) besonders defensiv kaum ein Bein auf die Erde. „Die Jungs wissen teilweise überhaupt nicht wie sie stehen müssen“, so Thiele. Doch nicht nur die ordnende Hand eines Abwehrchefs fehlte, auch offensiv gab es niemanden, der das Spiel mit Ansagen an sich riss. Erst als die Hausherren ab dem 9:22 (40.) begannen, mit dem siebten Feldspieler zu agieren, kam endlich die benötigte Breite ins HBD-Spiel. Gerade die beiden Außen bekamen nun Freiräume, nachdem zuvor viel zu häufig der Mittelblock attackiert worden war. Über 12:28 (52.) war Opladen aber weiter die klar bessere Mannschaft. Thiele hofft nun, ab kommender Woche wieder einen etwas breiteren Kader zur Verfügung zu haben. „Die Situation tut mir auch für die Mannschaft leid. Wären alle Leistungsträger fit, würden wir wahrscheinlich oben mitspielen.“

 

HBD Löwen: Norman Krause (4), Felix Soldanski (3), Marko Köster, Silas Prystaw, Anthony Hudak-Domokos, Tobias Mlynczak (je 2), Till Malek, Marco Rubel (je 1).

 

Ergebnisse und Tabelle

 

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