HANDBALL

Kleines Südkreisderby findet keinen Sieger

pn; 12.01.2020, 19:00 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski ---- Die Deckungsreihen machten auf beiden Seiten einen hervorragenden Job.
HANDBALL

Kleines Südkreisderby findet keinen Sieger

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pn; 12.01.2020, 19:00 Uhr
Oberberg – Zwischen Oberwiehl II und Nümbrecht II dominieren die Defensivreihen - Dramatik in Marienheide - Blaue Karte für Bergneustadt - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley' (AKTUALISIERT).

CVJM Oberwiehl II – SSV Nümbrecht II 19:19 (8:12).

 

Ohne Sieger blieb das kleine Südkreisderby in der gut gefüllten Wiehler Halle. Nach dem Schlusspfiff herrschte allerdings auf beiden Seiten dieselbe Fragestellung: War das nun ein gewonnener oder ein verlorener Punkt? Während Nümbrechts Coach Manuel Seinsche diese Frage nicht endgültig beantworten wollte, entschied sich Oberwiehls Trainer André Heinrich für den verlorenen Zähler. „Wir waren die bessere Mannschaft und hätten gewinnen müssen.“ Eine Analyse, der sich Seinsche allerdings nicht anschließen konnte: „Wir hatten lange Zeit alles unter Kontrolle, haben nur irgendwann vergessen, weiter Tore zu werfen.“

 

[André Heinrich attestierte seinem Team eine starke Deckungsleistung.]

 

Doch von Anfang an: Oberwiehl begann stark und legte zum 4:2 (9.) vor, musste allerdings kurz darauf die frühe Verletzung von Dominik Krieg verkraften und fand anschließend nur noch wenig Mittel gegen eine bärenstarke SSV-Defensive um den Mittelblock Koch/Nitschmann sowie den gut aufgelegten Torhüter Lukas Kirchner. Aber auch die CVJM-Deckung ließ sich nicht lumpen und verhinderte so, dass die Gäste bereits zur Pause davonzogen. Nach dem Seitenwechsel sah es lange nach gähnender Langeweile aus. Beide Abwehrreihen diktierten das Geschehen und der Nümbrechter Vorsprung blieb bis zum 13:18 (44.) konstant.

 

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In der Schlussviertelstunde sollten die Gäste aber nur noch einen einzigen Treffer erzielen, während Oberwiehl die Partie mit einem 6:0-Run sogar zum 19:18 (53.) drehte. „Jannis Schoger hat allerdings auch überragend gehalten“, lobte Seinsche den gegnerischen Keeper. Aber auch sein Team rührte in den Schlussminuten Beton an und kam durch den kurzfristig reaktivierten Kevin Schieferdecker 110 Sekunden vor dem Ende noch zum Ausgleich. Der letzte Angriff gehörte dem CVJM, „aber es passte zum Spiel, dass wir die Uhr falsch gelesen haben und zu früh den Abschluss gesucht haben. Es fehlte einfach die letzte Lockerheit“, so Heinrich. Seinsche konnte sich letztlich mit dem Punkt sogar anfreunden: „Uns bringt er mehr, als unserem Gegner.“

 

Oberwiehl: Lars Arenz, Yannic Wollenberg (je 4), Daniel Rischikov (4/2), Jan Jäckel, Frankjörn Schell (je 2), Matthias Ullenboom, Christian Schüttenhelm, Finn Dresler (je 1).

 

Nümbrecht: Markus Schwemke (5/2), Niklas Witthaut (4), Daniel Funk (4/2), Kevin Schieferdecker, Lucas Söntgerath, Marcel Miebach (je 2).

 

[Yannic Wollenberg war mit vier Treffern mit Lars gefährlichster CVJM-Schütze.]

 

HSG Marienheide/Müllenbach – TV Rheinbach II 29:29 (11:15).

 

Seit 35 Jahren ist Pasqualino Gallina dem Handball verbunden, aber an solch ein dramatisches Spiel konnte sich auch der Trainer der HSG Marienheide/Müllenbach nicht erinnern. „Vor dem Spiel hätte ich ein Remis blind unterschrieben“, so der Coach, doch nach dem Spiel musste sich der Aufsteiger über einen verlorenen Zähler ärgern, „auch wenn die Punkteteilung sicherlich gerecht war.“ Gerade in der hektischen Schlussphase fühlten sich die Oberberger allerdings auch eines Sieges beraubt. „Da war alles dabei: Rote Karten und Tore, bei denen der Ball niemals hinter die Linie war“, meinte Gallina.

 

Dass die Spielgemeinschaft allerdings überhaupt in Führung lag, glich bereits einer Sensation. Die Gastgeber begannen zunächst nervös, während Rheinbach über 4:8 (13.) und 11:15 zur Pause seiner Favoritenrolle durchaus gerecht wurde. Beim 13:18 (36.) dürften nur noch die wenigsten HSG-Fans auf ihr Team gehofft haben – zumal Sven Höttgen bereits nach 28 Sekunden berechtigterweise die rote Karte gesehen hatte - und selbst beim 19:22 (44.) nahm das Spiel immer noch den erwartbaren Gang. Was folgte, war allerdings ein sensationeller 7:0-Run, den Philipe Ginczek zum 26:22 per Siebenmeter veredelte.

 

[Daniel Funk setzt sich kraftvoll durch.]

 

Ein Vorsprung, den die HSG eisern bis zum 29:26 (59.) verteidigte. Nun folgte allerdings eine spektakuläre Schlussminute, eingeleitet mit einer aus oberbergischer Sicht diskutablen roten Karte für Lutz Lichtinghagen, fortgesetzt mit dem 29:27-Anschlusstreffer 40 Sekunden vor Schluss sowie einer Zeitstrafe gegen Trainer Gallina („Da habe ich der Mannschaft leider einen Bärendienst erwiesen“). Einem schnellem Ballverlust folgte das 29:28 und auch danach agierten die Gastgeber zu hektisch, verloren den Ball und zu allem Übel unterband Philipe Ginczek den Freiwurf der Gäste. Der Außen sah die rote Karte und Rheinbach erzielte per Siebenmeter den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie willig sind, um jeden Punkt zu kämpfen“, lobte der HSG-Coach die Moral seines Teams.

 

Marienheide/Müllenbach: Timo Montag (8), Oliver Schuldt (7), Philipe Ginczek (7/3), Marc Hochsattel (4), Lutz Lichtinghagen (3).

 

 

ASV SR Aachen II – TV Bergneustadt 26:19 (14:7).

 

Den Start ins neue Jahr hatte sich der TV Bergneustadt anders vorgestellt. Doch auch beim Aufsteiger aus Aachen zahlte die Mannschaft von Tobias Uding einmal mehr Lehrgeld. „Wir hatten uns viel vorgenommen, haben aber den Start völlig in den Sand gesetzt“, nahm der Gästecoach beim 6:0 (11.) seine erste Auszeit. Bis dahin hatte sich Bergneustadt viele schwierige Würfe genommen und den Gegner immer wieder eingeladen. Uding rotierte das Personal – zunächst mit Erfolg. Beim 10:7 (24.) schienen die Oberberger wieder im Spiel zu sein, doch bereits zur Pause hatten die Kaiserstädter erneut für klare Fronten gesorgt. Zu allem Übel kassierte Jürgen Baltres kurz vor der Pause nach einer Gegenspielerbeleidigung die blaue Karte.

 

Und auch nach dem Seitenwechsel kehrten die mittlerweile verunsicherten Bergneustädter nicht gerade mit breiter Brust aus der Kabine zurück. Zusätzlich hatten die Gäste erhebliche Probleme, sich auf die Linie der Unparteiischen einzulassen. Über 18:9 (37.) und 24:13 (51.) plätscherte die Partie ihrem Ende entgegen und hinterließ einen konsternierten Tobias Uding. „Wir hatten uns viel vorgenommen, aber am Ende war es leider wieder nur die Fortführung der Fehler des vergangenen Jahres“, vermisste er Cleverness und Disziplin. Im letzten Hinrundenspiel, dem Derby gegen Marienheide/Müllenbach, stehe sein Team nun unter Druck, „auch weil dann die Zeit des Lernens mit dem Ende der Hinrunde abgeschlossen sein muss.“

 

Bergneustadt: Lukas Flick (4), Philip Sauer, Marcel Neese (je 3), Moritz Rahrbach, Lennart Schmitz (je 2), Nils Meier (2/1), Holger Magdzack (1), Marco Rubel, Philip Losch (je 1/1).

 

 

HC Gelpe/Strombach II – HSG Geislar-Oberkassel 36:24 (18:11).

 

Bereits mit ihrer Aufstellung dokumentierte die Reserve des HC Gelpe/Strombach, dass es an diesem Nachmittag keine zwei Meinungen über den Sieger geben darf. Aus dem Oberligakader rückten die U21-Spieler Julian Kolken, Ole-Gunnar Steinhagen und Lukas Altjohann in den Kader, zudem hatte sich Michiel Lochtenbergh über die Weihnachtstage neue Handballschuhe bestellt. Zwar mussten die Oberberger am Kreis mit Jan Höfer ein wenig improvisieren, Prunkstück war aber ohnehin die bewegliche 6:0-Defensive. Höfer und Lochtenbergh stellten einen fast unüberwindbaren Mittelblock, sodass die Gastgeber beim 11:2 (16.) bereits früh für klare Verhältnisse gesorgt hatten.

 

In der Folge ließen es die Hausherren zwar ein wenig ruhiger angehen, die Kontrolle über das Spiel verlor der HC aber nie – näher als beim 22:17 (39.) sollten die Gäste nicht herankommen. Spätestens mit einer Deckungsumstellung nahm die Spielgemeinschaft das Heft des Handelns wieder in die Hand und feierte über 30:22 (51.) einen ungefährdeten Heimsieg. „Ich bin heute sehr zufrieden mit den Jungs. Wir haben uns auch viel ohne Ball bewegt und damit immer wieder Räume geschaffen“, hob Trainer Eduard Debnar seine drei Haupttorschützen heraus.

 

Gelpe/Strombach: Julian Kolken (12), Ole-Gunnar Steinhagen (9), Lukas Altjohann (6), Martin Sterling (3), Marco Köster (2), Thomas Anstötz, Jan Höfer, Michiel Lochtenbergh (je 1), Tom Bonfiglio (1/1).

 

 

Ergebnisse und Tabelle

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KOMMENTARE

1

Mit einem vernünftigen Mittelmann hätte der CVJM das Spiel gewonnen

Jupp, 12.01.2020, 22:58 Uhr
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