HANDBALL

Jubel in Wiehl – Debakel für Bergneustadt

pn; 18.11.2019, 11:40 Uhr
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Fotos: Erhard Krupp.
HANDBALL

Jubel in Wiehl – Debakel für Bergneustadt

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pn; 18.11.2019, 11:40 Uhr
Oberberg – Der TVB wird in Königsdorf nach der Pause vorgeführt – SSV II feiert erste Auswärtspunkte – HSG holt einen Zähler – CVJM II-Gegner prüft Einspruch - HCGS II verliert - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley' (AKTUALISIERT).

CVJM Oberwiehl II – TV Palmersheim 25:24 (13:13).

 

Oberwiehls Trainer André Heinrich brüllte seine Freude nach dem knappen 25:24-Erfolg geradezu heraus. „Wir haben uns endlich einmal belohnt und in einem keineswegs einfachen Spiel den Kampf auch angenommen“, meinte er nach dem Abpfiff der Partie. Von der ersten Sekunde an entwickelte sich eine umkämpftes Spiel zwischen der zuletzt leidgeprüften Oberwiehler Reserve und dem stark gestarteten Aufsteiger aus Palmersheim. Die Führung wechselte bis zur Pause mehrfach, kein Team konnte sich entscheidend absetzen.

 

Mit der Halbzeitsirene erzielte Stephan Sodies noch den keineswegs unverdienten Ausgleich für die Gäste, die unmittelbar nach dem Wiederanpfiff ihre stärkste Phase bis zum 16:20 (40.) hatten. Der Garant der Oberwiehler Aufholjagd wurde aber die Defensive. Über 19:21 (44.) robbten sich die Hausherren wieder zum 22:22 (51.) heran, die restlichen neun Minuten waren ein Abnutzungskampf auf beiden Seiten. Finn Dresler erzielte zweieinhalb Minuten vor dem Ende den entscheidenden Treffer, Jannis Schoger hielt den Erfolg mit zwei wichtigen Paraden fest.

 

In trockenen Tüchern sind die zwei Punkte allerdings noch nicht: Palmersheim prüft einen Einspruch, da Oberwiehl in den Schlusssekunden mit einem Spieler zu viel agiert habe, was von den Schiedsrichtern trotz lautstarker Proteste nicht bemerkt worden sei. Heinrich blickt dem aber gelassen entgegen: „Jetzt dürfen wir diesen Sieg erst einmal genießen.“

 

Oberwiehl: Johannes Schneevogt, Patrik Latzke (je 5/1), Daniel Rischikov (4), Finn Dresler (3), Phil Nückel, Jan Philipp Sträßer, Leon Binder (je 2), Pascal Latzke, Lennart Frielingsdorf (je 1).

 

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TV Rheinbach II - SSV Nümbrecht II 26:29 (14:16).

 

Im fünften Anlauf haben es die Landesligahandballer des SSV Nümbrecht endlich geschafft: Beim Verbandsligaabsteiger aus Rheinbach verbuchte das Team aus dem Südkreis endlich die ersten Auswärtszähler. „Vielleicht sollte ich künftig immer erst fünf Minuten vor dem Anpfiff in die Halle kommen“, war Manuel Seinsche nach dem Spiel zu Scherzen aufgelegt. Der Coach war beruflich bedingt erst spät in den Süden Bonns nachgereist, erlebte während seiner Kabinenansprache aber eine fokussierte Mannschaft: „Die Jungs hatten richtig Bock auf einen Sieg. Das konnte ich ihnen förmlich ansehen.“

 

In der Tat lagen die Gäste über 60 Minuten nicht ein einziges Mal hinten, agierten über 2:5 (7.), 8:11 (18.) und 11:15 (25.) mit viel Selbstvertrauen. Besonders Benedikt Opitz, Marcel Miebach und Torben Lang brachten die körperlich massive TV-Defensive immer wieder in Bewegung und öffneten so Lücken. „Ich muss meinem Team einfach ein Kompliment machen“, meinte Seinsche, „mittlerweile begreift jeder seine Aufgabe und die Rädchen greifen ineinander.“ Trotz des zwischenzeitlichen 18:23 (46.) mussten die Oberberger beim 23:24 (53.) aber noch einmal zittern, brachten den Sieg nach einer Auszeit aber souverän über die Zeit und stehen momentan auf Platz vier. „Davon dürfen wir uns aber nicht blenden lassen. Wir sammeln weiter Punkte gegen den Abstieg“, so Seinsche.

 

Nümbrecht: Marcel Miebach (7), Benedikt Opitz (6), Markus Schwemke (6/3), Lucas Söntgerath (4), Daniel Funk (3), Niklas Witthaut (2), Torben Lang (1).

 

 

HSG Euskirchen - HSG Marienheide/Müllenbach 20:20 (9:8).

 

HSG-Coach Dirk Schuldt musste lange überlegen, wann er zum letzten Mal eine solche Partie erlebt hatte. „Es war kein Spiel für Handballästheten“, hatte er trotzdem seinen Spaß an den 60 Minuten. Denn die waren von gegenseitigen Provokationen, vielen Nickligkeiten, noch mehr Trash Talk auf beiden Seiten, ungeahndeten Tätlichkeiten und viel Kampf geprägt. „Das war Handball der ganz ganz alten Schule und ging zum Teil über das normale Maß hinaus“, so Schuldt. Über 3:3 (12.) und 7:7 (24.) waren die Torhüter noch die stärksten Akteure auf beiden Seiten, was die Gäste allerdings auch zur Verzweiflung brachte, denn über Außen ließ die HSG schlicht zu viele Chancen liegen.

 

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eng: Euskirchen legte zwar zum 16:14 (47.) vor, Marienheide/Müllenbach konterte aber zum 17:18 (55.). In der dramatischen Schlussphase kassierte der starke Daniel Winkelmann 15 Sekunden vor dem Ende zunächst das 20:19, während der letzte HSG-Angriff eigentlich schon an einem Euskirchener Fuß verendet war. Philipp Ginczek musste sich den letzten Wurf quasi von der Grundlinie nehmen, fand trotz des schlechten Winkels aber eine Lücke und traf zum verdienten Ausgleich. Schuldt war anschließend stolz auf sein Team: „Wir waren körperlich weit unterlegen, haben aber zu keinem Zeitpunkt zurückgezogen. Das war ein hart verdienter Punkt.“

 

Marienheide/Müllenbach: Timo Montag (6), Philipp Ginczek (6/1), Oliver Schuldt (5), Arian Bahrs, Maurice Ginczek, Sven Höttgen (je 1).

 

 

TuS Königsdorf – TV Bergneustadt 36:19 (14:11).

 

Ratlosigkeit herrschte beim TV Bergneustadt auf der Rückfahrt aus dem Kölner Westen ins Oberbergische. „Ich bin schon etwas länger im Trainergeschäft, aber so einen brutalen Einbruch habe ich selten erlebt“, meinte auch TVB-Coach Tobias Uding nach dem Debakel. Dabei hatten sich die Gäste im Vorfeld durchaus etwas ausgerechnet in Königsdorf und wollten an ihre zuletzt starke Form anknüpfen. Das sollte zumindest bis zur Pause auch gelingen: Bergneustadt leistete sich kaum Fehler, hielt sich an die taktische Marschroute und war über 7:7 (17.) und 12:10 (26.) durchaus auf Augenhöhe. „Wir waren effektiv, haben am Limit gespielt und einen starken Gegner enorm geärgert“, war Uding zur Pause noch durchaus optimistisch.

 

Baldrian habe er seinem Team in der Kabine zwar nicht verabreicht, erklären konnte er sich die Körpersprache seines Teams nach dem Seitenwechsel allerdings auch nicht: „Kein einziger Spieler verkörperte noch das Selbstvertrauen, hier etwas mitnehmen zu können.“ Beim 20:12 (38.) war die Partie quasi entschieden, der Rest eine desolate Vorstellung der Gäste, die ab der 40. Minute geschlagene 13 Minuten ohne eigenes Tor blieben. Einzig Torhüter Christian Müller verhinderte eine noch höhere Pleite. Seinen Optimismus wollte Uding trotzdem nicht verlieren: „Ich könnte alles in Grund und Boden reden, aber das bringt nichts.Wir müssen die Ruhe bewahren, daraus lernen und wieder aufstehen.“

 

Bergneustadt: Marcel Neese (6/2), Daniel Stöcker (4), Nils Meier, Marco Rubel, Jürgen Baltres (je 2), Stefan Isenburg, Lukas Flick, Moritz Rahrbach (je 1).

 

 

HC Gelpe/Strombach II – TV Jahn Köln-Wahn II 28:30 (14:14).

 

„Der Gegner war einfach besser“, musste HC-Coach Eduard Debnar nach dem Duell mit dem starken Aufsteiger aus Köln zugeben. Zwar konnten die Oberberger auf Verstärkungen aus dem Oberligakader zurückgreifen, diese schienen aber ihre Defensivprobleme vom gestrigen Sieg gegen MTV Köln mitgebracht zu haben. Denn defensiv agierten die Hausherren zu selten als Team, verstrickten sich stattdessen häufig in einzelne Zweikämpfe und kassierten dabei viele Zeitstrafen. „Wir waren oft einfach zu spät“, haderte Debnar. Zudem fand die HC-Defensive nie ein probates Mittel gegen die gefährlichen Schlagwürfe des Kölner Rückraums.

 

Bis zum 7:10 (20.) produzierten die Hausherren aber auch einfach zu viele technische Fehler. Erst nachdem diese abgestellt wurden, begann die Aufholjagd zum 14:14-Pausenausgleich, die aber keinen nachhaltigen Effekt haben sollte. Drei schnelle Treffer zum 14:17 (36.) brachten die Gäste wieder in Front, während Gelpe/Strombach sich in der Folge zwar mühte, „aber uns fehlte die Geduld“, meinte Debnar. Statt konsequent auf lang gefahrene Angriffe zu setzen, habe sein Team zu häufig bereits die 80 Prozent-Chance nutzen wollen. „Eine verdiente Niederlage“, verharrt Debnars Team vor der einwöchigen Ligapause auf einem Abstiegsrang.

 

Gelpe/Strombach: Ole-Gunnar Steinhagen (8), Jan Höfer, Nico Blech (je 5), Julian Kolken (4), Lukas Altjohann (2), Markus Meister, Christian Meyer, Sebastian Panske, Thomas Anstötz (je 1).

 

Ergebnisse und Tabelle

 

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