HANDBALL

Irre Schlussminuten: Webers Siebenmeter rettet Nümbrecht einen Punkt

pn; 18.01.2026, 00:45 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski ---- Trotz Knieproblemen zeigte Tim Hartmann eine starke Leistung beim Remis gegen Aachen. "Zum Glück hat sein Knie gehalten", meinte sein Coach Manuel Seinsche.
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Irre Schlussminuten: Webers Siebenmeter rettet Nümbrecht einen Punkt

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pn; 18.01.2026, 00:45 Uhr
Oberberg – Der SSV holt gegen Aachen einen hohen Rückstand auf – Gelpe/Strombach beendet in Bonn seinen Auswärtsfluch – Gummersbach II trifft das Weidener Tor nicht - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.

SSV Nümbrecht – BTB Aachen 28:28 (11:14).

 

Drama ist man in der GWN-Arena ja bereits gewohnt. Doch die Schlussminuten im Abstiegsduell der Handball Regionalliga zwischen dem SSV Nümbrecht und BTB Aachen hatten es in sich. Beim Abpfiff standen nur noch 8 Feldspieler auf dem Feld. Kein Wunder, dass Trainer Manuel Seinsche anschließend von einer Achterbahnfahrt sprach: „Wir müssen heute das Positive mitnehmen. Das ist neben dem Punkt auch die Tatsache, dass wir so zurückgekommen sind.“ Nachdem Nümbrecht einen 11:17-Rückstand (34.) über 16:21 (43.) und 21:23 (50.) aufgeholt hatte, bog das Match beim 26:26 (58.) in die Crunchtime ein. Anschließend wurde Tobias Schröter auf die Strafbank geschickt, nur zwei Sekunden später folgte ihm Tim Hartmann.

 

 

Carsten Jacobs traf für die Gäste parallel zum 26:27 (59.), was Dominik Donath in doppelter Unterzahl wieder ausglich. Es ging turbulent weiter. Zunächst traf erneut Jacobs mit seinem 15. Tor zum 27:28, anschließend kam es aber zu einem Getümmel. Die Schiedsrichter schickten Jacobs und Nümbrechts Johannes Urbach auf die Strafbank. Im Drei gegen Fünf tankte sich Erik Hampel durch und konnte 25 Sekunden vor Schluss nur mit einem Foul gestoppt werden. Den fälligen Strafwurf verwandelte Nümbrechts Jüngster: Mats Weber (17). Im Gegenzug kam Aachen zu einem freien Wurf, den Tom Rydzewski aber mit dem Gesicht entschärfte. Den Gastgebern blieben anschließend sechs Sekunden, der letzte Wurf von Dominik Donath wurde aber abgefälscht.

 

[Kreisläufer Fabian Benger tat sich schwer gegen die BTB-Deckung und erzielte nur ein Tor.]

 

Seinsche musste anschließend erst einmal durchatmen. „Dank diesem Punkt dürfen wir weiter im Mittelfeld mitschwimmen, aber insgesamt fehlt uns die Konstanz über die 60 Minuten. Das hätte heute auch anders laufen können. Wir machen zu viele Fehler und lassen zu viele Chancen liegen“, analysierte der SSV-Coach nach dem Abpfiff. Die Anfangsminuten hatten Nümbrecht noch bis zum 6:3 (12.) gehört, anschließend trafen die Oberberger aber das Tor nicht mehr und kassierten sechs Tore in Folge zum 6:9 (20.). Über 8:13 (25.) erwischte Aachen auch nach der Pause den besseren Start und schien beim 11:17 schon für die Vorentscheidung zu sorgen. Nümbrecht zeigte aber bekanntlich Moral.

 

Seinen Hut zog Seinsche anschließend vor allem vor seinen drei angeschlagenen Spielern Tim Hartmann, Tobias Schröter und Erik Hampel, die trotz Knieproblemen auf die Zähne bissen. „Dieser Punkt kann noch wichtig werden, denn diese Liga kann in fünf Wochen schon wieder ganz anders aussehen“, so Seinsche, der sich noch in der Nacht in Richtung Skifreizeit mit seiner Schulklasse verabschiedete. Co-Trainer Ingo Werblow und Hartmann werden das Team unter der Woche auf den nächsten Abstiegsknaller bei Untias Haan am kommenden Sonntag vorbereiten.

 

Nümbrecht: Tim Hartmann (9), Dominik Donath (8), Marcel Miebach (3), Johannes Urbach (2), Mats Weber (2/2), Fabian Benger, Erik Hampel, Philipp Donath (je 1), Niklas Witthaut (1/1).

 

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TSV Bonn rrh. - HC Gelpe/Strombach 29:37 (15:18).

 

Auswärtssieg, Auswärtssieg“ schallte es nach 60 Minuten durch den Bonner Bunker. Endlich war der Bann bei den HC-Handballern gebrochen. Nach sechs erfolglosen Anläufen gelang dem Team von Daniel Rodriguez beim letztjährigen Viezmeister TSV Bonn rrh. endlich der erste Auswärtssieg dieser Saison. „Wir haben heute nicht viel anders gemacht als in den vergangenen Wochen. Das war wieder eine stabile Abwehr und der Kampf wurde genauso gut wie gegen Nümbrecht angenommen. Was man heute allerdings merkte: Wir hatten eine breitere Bank, konnten unsere Leistungsträger damit entlasten und waren flexibler“, meinte Rodriguez nach dem Match. Die Gäste hatten wie angekündigt, erneut Paul Roth, Felix Soldanski und Tobias Müller im Kader.

 

[Dominik Donath trieb sein Team immer wieder an.]

 

Zwar ging Bonn, das erneut auf seinen Topshooter Finn Hoffmann verzichten musste, noch mit 2:1 (2.) in Führung, anschließend übernahmen aber die Gäste über 2:4 bis zum 4:8 (11.) die Kontrolle. Nach einer Auszeit verkürzten die Gastgeber zwar zum 7:9 (17.), Gelpe/Strombach blieb aber offensiv konsequent und hatte mit Islam Elnoamany zudem einen starken Keeper in der Hinterhand, der gegen seinen Heimatverein groß auftrumpfte. „Wir haben das Spiel über viele Phasen kontrolliert und viele Zweikämpfe gewonnen. Die Jungs haben wieder alles umgesetzt, was wir von ihnen taktisch eingefordert haben“, so Rodriguez, dessen Team über 8:13 (23.) mit einer 18:15-Führung in die Pause ging.

 

Auch nach dem Seitenwechsel verteidigten die Oberberger ihre Führung lange. Bonn probierte alle taktischen Kniffe aus: Von der offensiven Deckung, über Manndeckung und den siebten Feldspieler. Dass die Gäste ihre 23:19-Führung (41.) verspielten, lag aber auch an Zeitstrafen, mit denen man sich schwächte. Beim 25:26 (47.) drohte das Match zu kippen, doch die HC-Spieler blieben ruhig und fanden wieder zu ihrem Spiel. Über 27:31 (52.) wurde das Ergebnis in der Schlussphase sogar noch deutlich. „Ein großes Kompliment an die Jungs. Sie haben wieder ihre Leistung gebracht und den Auftritt aus dem Derby gegen Nümbrecht bestätigt. Wir gucken nur auf uns und werden weiter arbeiten“, so Rodriguez, der vor dem Spiel gegen Bonn sechs Punkte aus den kommenden vier Spielen gefordert hatte. „Eins aus vier“, meinte er mit einem Augenzwinkern abschließend.

 

Gelpe/Strombach: Leonard Viebahn (8), Malte Meinhardt (7), Felix Maier (7/2), Mike Heinzerling (6), Julius Walch (4), Tobias Müller (3), Arvid Pötz, Paul Roth (je 1).

 

 

HC Weiden – VfL Gummersbach II 37:31 (19:17).

 

Der VfL Gummersbach II bleibt Tabellenletzter der Regionalliga. Der Drittligaabsteiger verlor am Samstagabend beim Topteam aus Weiden mit 31:37. Unzufrieden war VfL-Coach Jan Schwenzfeier aber nicht mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Das hatte mehrere Gründe. „Weiden ist Zweiter und wir haben uns vernünftig präsentiert.“ Gleichzeitig verwies er auch auf die Umstände, unter denen Gummersbach anreisen musste. Neben den Langzeitverletzten Petersen und Kasch mussten die Oberberger auch auf Moritz Riedel (Außenbandverletzung) verzichten und hatten zudem die 60 Minuten von der Niederlage in der Jugend-Bundesliga vom Vorabend in Emsdetten in den Beinen, bei der sich auch noch Julien Kübler eine leichte Verletzung zugezogen hatte. „Das waren natürlich keine fantastischen Voraussetzungen“, meinte Schwenzfeier.

 

[Marcel Miebach stoppt in dieser Szene Till Huckemann.]

 

Umso begeisterter war er von der ersten Hälfte, in der Gummersbach konsequent mit dem siebten Feldspieler agierte. „Ich finde, das haben wir sehr, sehr gut gemacht. Weiden hatte kaum Möglichkeiten, das zu verteidigen. Wir machen insgesamt nur zwei technische Fehler bis zur Pause. Das ist fantastisch“, so der VfL-Coach. Dass die Oberberger über 5:2 (5.), 13:7 (17.) und 17:12 (24.) trotzdem bis zur Pause lange einem Rückstand hinterherliefen, lag allerdings an der schwachen Chancenverwertung. Neun freie Würfe vom Kreis und zwei gute Chancen aus der zweiten Reihe ließen die Gäste bis zur Pause ungenutzt und verpasste mit dem Halbzeitpfiff per Siebenmeter auch noch den Anschlusstreffer. „Wir machen nahezu alles richtig, treffen aber das Tor zu selten“, haderte Schwenzfeier.

 

Den Start in den zweiten Durchgang verschliefen die Gummersbacher dann allerdings, nachdem die Gäste gezwungen waren ein wenig umzustellen.

Wir haben uns dann schwerer getan, waren überhastet und laden Weiden zu richtig billigen Empty-Net-Toren ein“, so Schwenzfeier. Über 25:19 (36.) zogen die Gastgeber zum 29:22 (45.) davon. Die Oberberger verzichteten nun auf den siebten Feldspieler und agierten zudem mit einer 5:1-Deckung. Näher als beim 30:25 (49.) kamen sie aber nicht mehr heran. „Am Ende fehlten uns auch die Körner im Tank. 19 Fehlwürfen sind aber auch einfach zu viel“, so Schwenzfeier, der nach dem Abpfiff mit Hannes Hartmann auch noch ins Krankenhaus musste. Der 18-Jährige hatte sich zwei Finger ausgekugelt.

 

Gummersbach II: Paul Britz (8), Malte Haglund (4), Hannes Hartmann, Tim Rath (je 4/2), Julien Kübler, Carlo Bohnenkamp, Jakob Patzelt, Fanou Ulmerich (je 2), Patrick Kiesewalter, Hugo Fleisch, Tjorven Knackstedt (je 1).

 

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