HANDBALL
HC Gelpe/Strombach mit neuem Coach – Pallach setzt auf Entwicklung
Gummersbach – Die Frauen des HC Gelpe/Strombach gehen mit Maik Pallach als neuem Trainer in die nächste Regionalligasaison – Abgänge und Ausfälle verändern die Spielidee.
Von Thomas Giesen
Der HC Gelpe/Strombach startet erneut mit einem neuen Trainer in die Regionalligasaison. David Hoffmann hatte erst im vergangenen Jahr die erste Frauenmannschaft des HC von Philipp-Jonas Wilhelm übernommen und geplant, mindestens zwei Jahre im Oberbergischen zu bleiben. Doch es kam anders. Hoffmann konnte dem Ruf des Bundesligisten HSG Bensheim/Auerbach nicht widerstehen, übernahm dort die Zweitvertretung und Aufgaben im Jugendbereich. Von Vereinsseite wurden ihm keine Steine in den Weg gelegt.
Ein Ersatz war schnell gefunden und der ist im Oberbergischen ein alter Bekannter. Maik Pallach heißt der neue Coach, der die Gelpe/Strombacher durch die nächste Regionalligasaison führen soll. „Ich habe mit Philipp-Jonas Wilhelm schon beim VfL Gummersbach zusammengearbeitet“, erklärt Pallach. Nach seiner Zeit als Akademieleiter des Handball-Bundesligisten sei der Kontakt stets bestehen geblieben. „Eine Damenmannschaft fehlte mir noch in meiner Liste“, begründet Pallach mit einem Augenzwinkern, warum er die Aufgabe angenommen hat und ist dem Handballverband Westfalen dankbar, dass der ihm genehmigt hat, künftig in einer Doppelfunktion aufzutreten. Seit 2023 ist der diplomierte Gesundheitsökonom dort nämlich festangestellter Landestrainer im weiblichen Bereich und als Lehrwart auch für die Trainerausbildung zuständig.
Wie Hoffmann vor einem Jahr hat Pallach eine intakte Mannschaft vorgefunden, die er nun nach seinen Vorstellungen weiterentwickeln will. „Wir sind schon im Juni in die Vorbereitung gestartet und haben schnell gemerkt, an welchen Prozessen wir arbeiten müssen. Wir wollen mehr Tempospiel machen und dafür müssen wir die Grundlagen schaffen. In die Abwehr wollen wir Sicherheit reinbringen und auch im Angriff gibt es Prozesse, die wir angehen müssen“, umreißt Pallach die ersten Herausforderungen. Konstant an den Baustellen arbeiten, konnte Pallach zunächst aber nicht. Bis Ende August hatte er immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen, auch urlaubsbedingt. Sich selbst konnte er da nicht ausnehmen. Ein Trainingslager im belgischen Eupen, inklusive Testspiele, habe sich jedoch positiv ausgewirkt. „Da haben wir einen Riesenschritt nach vorne gemacht, vor allem im Angriff“, sagt er.
[Maik Pallach hat das Traineramt von David Hoffmann übernommen, den es nach nur einem Jahr zum Bundesligisten HSG Bensheim/Auerbach zog.]
Im Vergleich zum Start Hoffmanns hat Pallach jedoch nicht ganz die gleichen Voraussetzungen. Die Abgänge von Marie und Leonie Wlodarek reißen eine große Lücke in den Mannschaftsverbund. Zudem fällt Denise Szakacs für die nächsten Wochen aus. Die Torjägerin brach sich beim BSP-Cup den Daumen. „Das verändert unsere Spielidee. Andere müssen dafür jetzt in die Bresche springen, Verantwortung übernehmen und mutiger auftreten“, fordert der Coach. Auch die andauernde Verletzung von Desiree Horn, die seit Dezember vergangenen Jahres wegen einer Knieverletzung pausieren muss, wiegt schwer. Noch ist unklar, wann sie wieder einsatzfähig ist oder ob sogar noch eine Operation ansteht. „Das ist für uns ein Verlust für die Abwehr. Für uns spielt sie eine zentrale Rolle, weil sie auch im Innenblock decken kann“, so Pallach.
Die Zahl der Neuzugänge hält sich in Grenzen. Mit der 16-jährigen Jule Steinbach konnte ein großes Torwarttalent von der HSG Marienheide/Müllenbach nach Gummersbach gelockt werden, Maren Büker kehrt als Allrounderin zum HC zurück. Mit Isa Sterzik und Greta Schmitz sollen zwei vielversprechende Jugendspielerinnen an die Regionalliga herangeführt werden und den etablierten Kräften Druck machen. Kathleen Hertes, die nach ihrer Heirat nun Schluroff heißt, und Victoria Viebahn hatte der HC schon in der vergangenen Spielzeit verpflichtet und damit die damalige akute Personalnot behoben. Beide bleiben dem Klub erhalten.
Insgesamt ist Pallach zufrieden mit dem aktuellen Stand. „Wir haben einige junge Spielerinnen und die Entwicklung ist richtig gut. Wir kommen gut voran“, sagt er. Beim BSP-Cup habe der SSV Nümbrecht allerdings offenbart, dass es noch Verbesserungspotenzial beim Verteidigen des gegnerischen Kreisläuferspiels besteht. „Die Mannschaft zieht aber super mit. Wir haben auch noch Potenzial im Tempospiel und wollen zwei Abwehrsysteme spielen.“ Dass die Derbys gegen die oberbergische Konkurrenz schon so früh in der Saison stattfinden, gefällt Pallach derweil gar nicht. Schon am zweiten Spieltag muss man zu den Löwen, eine Woche später empfängt der HC den SSV Nümbrecht. Ein konkretes Saisonziel will der neue Übungsleiter nicht festlegen. „Wir wollen uns erstmal finden und schauen von Spiel zu Spiel – bis zur ersten Pause in den Herbstferien. Dann haben wir einen ersten Eindruck und können noch mal überlegen, in welche Richtung es gehen soll.“
Zugänge
Jule Steinbach (HSG Marienheide/Müllenbach), Maren Büker (SSV Nümbrecht), Isa Sterzik, Greta Schmitz (beide eigene Jugend)
Abgänge
Marie Wlodarek, Leonie Wlodarek (beide HBD Löwen), Ayleen Sudami (HSG Marienheide/Müllenbach)
Der Kader
Tor
Saskia Schmidt, Kea Wendel, Jule Steinbach
Feld
Celine Blumberg, Kira Blohme, Kathleen Schluroff, Tea Burazor, Meike Domnick, Desiree Horn, Marlin Keuper, Mia Klose, Anna Lichtinghagen, Tahnee Ranke, Merle Schreibelmayer, Denise Szakacs, Zoe Viebahn, Victoria Viebahn, Isa Sterzik, Greta Schmitz.
Trainer
Maik Pallach
Co-Trainerin
Mareike Voss
Torwarttrainer
Cedric Keuper