HANDBALL
Wichtiger Sieg: Hückeswagen holt "Big Points" im Abstiegskampf
Oberberg - Oberwiehl rührt gegen Siebengebirge-Thomasberg II Beton an - Nümbrecht II verliert knapp gegen Köln-Wahn - Hückeswagen klettert nach Heimsieg in der Tabelle (AKTUALISIERT).
ATV Hückeswagen – SSG Wuppertal/HSV Wuppertal 23:18 (11:9).
Dieses Match war nicht vergnügungssteuerpflichtig! Aber: Die Verbandsliga-Handballer des ATV Hückeswagen haben mit dem 23:18-Heimsieg über die SSG Wuppertal/HSV Wuppertal ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gesammelt. „Es war kein anderes Spiel zu erwarten. Das war Abstiegskampf pur“, meinte Trainer Markus Pabst nach einem 60-minütigen Abnutzungskampf mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Personell pfiffen die Gastgeber einmal mehr aus dem letzten Loch. Leader Paul Borisch musste krank kurzfristig passen, auch Fabio Krempel bekam man nach einer Zahn-OP nicht mehr rechtzeitig einsatzfähig. Dazu fehlten Lucas Frischmuth (Daumenbruch) und Timon Schneider (Arbeit). Stattdessen zauberten die Oberberger mit Jens Greffin einen 50-jährigen Routinier aus der Reserve aus dem Hut. Von Pabst gab es ein Sonderlob: „Er hat uns heute wirklich sehr geholfen.“
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[Mit fünf Toren war Philipp Borisch Topscorer der Hückeswagener.]
Die Partie begann zäh. Über 2:3 (9.), 6:5 (19.) und 9:9 (26.) mühten sich beide Teams zu ihren Toren. Moritz Mettler und ein Siebenmeter von Greffin sorgten bis zum Halbzeitpfiff der sehr guten Schiedsrichter für eine 11:9-Führung der Hausherren. Im zweiten Durchgang steigerte sich Hückeswagen dann defensiv noch einmal. Wuppertals Shooter Niklas Stratenschulte kam kaum zur Entfaltung und ATV-Keeper Niels Kuhlwilm demoralisierte den Gegner mit seinen Paraden reihenweise. Auch von Pabst gab es ein Lob: „Ein Riesenspiel von ihm. Er war der Grund, warum wir trotz nicht so guter Angriffsleistung immer führen.“ Nach einer Auszeit des ATV-Coachs erhöhte Hückeswagen dank eines starken Zwischensprints vom 14:12 (37.) zum 17:13 (40.) und gab diesen Vorsprung über 20:14 (48.) und 22:17 (57.) trotz insgesamt fünf verworfener Siebenmeter auch nicht mehr her. „Die Jungs haben sich den trainingsfreien Donnerstag redlich verdient“, so Pabst. In der Tabelle zieht Hückeswagen an Wuppertal vorbei auf Platz elf und hat zudem nun auch den direkten Vergleich gewonnen. (pn)
Hückeswagen: Philipp Borisch (5), Jens Greffin (4/1), Moritz Mettler (4/2), Florian Schmalt (3), Tim Botsch (3/1), Felix Scheider, Maximilian Hoffmann (je 2).
Ergebnisse und Tabelle Staffel 3
[Alter schützt nicht vor Leistung: Der 50-jährige Jens Greffin sprang aufgrund der Personalnot noch einmal im Verbandsligateam ein.]
CVJM Oberwiehl – HSG Siebengebirge-Thomasberg II 32:29 (14:16).
Der Gastgeber trieb die Siebengebirgler zur Verzweiflung. Dank einer starken Abwehrleistung, einem überragenden Lukas Kirchner im Tor und einer variabel agierenden Angriffsreihe rissen die Oberwiehler in der zweiten Halbzeit das Ruder herum und besiegten den Tabellenzweiten der Verbandsliga verdient. „Wir sind überglücklich, dass wir gewinnen konnten. Es war über weite Strecken ein sehr gutes Spiel von uns“, war CVJM-Trainer Christian Schüttenhelm begeistert. Der Auftakt verlief allerdings noch holprig. Zweimal parierte der HSG-Schlussmann glänzend und die Gäste gingen 2:0 in Führung, ehe sich die starke Abwehr der Hausherren mehr und mehr durchsetzte. In Minute 13 stand es schon 7:4 für Oberwiehl. „Wir sind dann in eine Phase gekommen, wo wir nicht mehr so konsequent verteidigt haben und die HSG es schafft, die Chancven zu nutzen, wo wir nicht mehr so gut verschieben. Den Platz haben sie gut genutzt“, so Schüttenhelm.
Zur Mitte des Durchgangs glich die HSG zum 9:9 aus und nahm zur Pause sogar eine Zwei-Tore-Führung mit. Wie schon zum Spielauftakt verwarfen die Gastgeber zu Beginn der zweiten Hälfte zwei Bälle und der Gast stellte auf 18:14 (32.). „Dann haben wir angefangen, hinten Beton anzurühren. Das war eine überragende Deckungsleistung mit der wir die HSGH zu Fehlern gezwungen haben. Was wir aber auch geschafft haben ist, gegen deren 3-2-1-Deckung immer wieder Lösungen zu finden. Das in der ersten Halbzeit schon gut funktioniert, in der zweiten haben wir das noch übertroffen, sodass wir den Gegner in der 44. Minute so weit hatten, dass er eine 6:0- und später eine 5:1-Deckung probiert hat. Wir haben aber in allen Phasen Lösungen gefunden“, so Schüttenhelm, dessen Ensemble in Minute 39 schon zum 20:20 ausglich, die Führung übernahm und diese bis zum Ende nicht mehr abgab. Ein Sonderlob erhielt Torwart Lukas Kirchner, der bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause über 60 Minuten 37 Prozent der Würfe parierte. (thg)
Oberwiehl: Julian Klein (5), Lennart Frielingsdorf, Phil Nückel, Frederik Schneider (je 4), Moritz Madel (4/2), Sean Bockhacker, Artur Gartung (3), Ole Knotte (2), Maximilian Meinerzhagen, Jan-Philipp Sträßer, Jan Herhaus (je 1).
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[Trainer Markus Pabst gab seinem Team einen Tag trainingsfrei für den Erfolg im Kellerduell.]
SSV Nümbrecht Handball II - TV Jahn Köln-Wahn 26:27 (14:14).
Die Verbandsliga-Männer des SSV Nümbrecht sind knapp an einer Überraschung vorbeigeschrammt. Beim Heimspiel gegen den TV Jahn Köln-Wahn sahen die Zuschauer eine jederzeit spannende Partie auf Augenhöhe, bei der Moritz Menger mit fünf Treffern ein großartiges Comeback feierte. Da die Gäste zu den Top-Teams der Verbandsliga gehören, fand SSV-Trainer Patrick Seebaum lobende Worte für den Auftritt seiner Spieler: „Wir sind topmotiviert reingegangen und haben den Gegner lange geärgert.“ Bereits im ersten Durchgang musste der TV mit seinem Lenker und Denker Jan Lange richtig arbeiten, um in Führung zu gehen. Beim 8:11 (18.) schienen sie ihrer Favoritenrolle erstmals gerecht zu werden. Doch die Nümbrechter hatten ein Ass im Ärmel: Alexander Orth war nach seinem Einsatz im Regionalligakader leicht verspätet angereist, drückte dem Spiel aber mit einigen Paraden seinen Stempel auf und verhalf den Gastgebern zu einem 14:14-Unentschieden zur Pause.
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[Die Erleichterung war den ATV-Handballern nach Schlusspfiff anzusehen.]
In der zweiten Halbzeit setzte sich der SSV-Lauf fort: Eine 17:15-Führung (37.) wurde auf 19:15 (39.) ausgebaut. Da sich Hendrik Willkens und Marcus Schwemke im Laufe des Spiels verletzten, fehlten Seebaum nun aber die Alternativen im Rückraum. Schnell kamen die Wahner wieder heran und glichen zum 20:20 (46.) aus. Es entwickelte sich ein Krimi: Über 23:23 (52.) und 25:25 (56.) setzte sich kein Team vorentscheidend ab. Der Genickbruch für die Nümbrechter folgte als Mathis Pötzsch in der 58.Minute eine Hinausstellung erhielt. Seebaum haderte etwas: „Das war eine zu harte Entscheidung kurz vor Schluss der ansonsten guten Schiedsrichter.“ Zusätzlich bekamen die Kölner einen Strafwurf zugesprochen, den Jan Lange zum 26:27 verwandelte. Die restlichen zwei Minuten blieben torlos, sodass die Seebaum-Sieben weiterhin am Tabellenende steht. „Wir haben ein Bombenspiel gemacht und alles reingehauen. Ich bin stolz auf die Mannschaft und finde wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, sprach der SSV-Coach von einer Leistungssteigerung. (bm)
Nümbrecht II: Kevin Schieferdecker (12), Moritz Menger (5), Mats Weber (5/2), Lucas Hemker (2), Joshua Pottgießer, Mathis Poetzsch (je 1).
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