HANDBALL
Krisenderby in Gummersbach: Zwei Absteiger kämpfen um ihre Form
Oberberg – In der Regionalliga steht für Gelpe/Strombach in Aldekerk die weiteste Auswärtsfahrt der Saison an – Oberliga: In der SCHWALBE arena treffen mit Gummersbach II und Nümbrecht die beiden Regionalligaabsteiger aufeinander – Löwen wollen in Bardenberg endlich ersten Saisonsieg holen.
Vorschau Regionalliga Männer
TV Aldekerk – HC Gelpe/Strombach (Samstag, 19:30 Uhr).
Es fehlen: Moritz Riedel, Lasse Jürges, Mats Liebe (alle Verletzung).
Gut erholt kehren die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach aus der Herbstpause in den Ligaalltag zurück. HC-Trainer Florian Greißner nutzte die Pause, um der Mannschaft einige Tage freizugeben. Auch in der zweiten Ferienwoche wurde nur äußerst dosiert trainiert. Seit Montag wird die Belastung aber wieder hochgefahren und das endlich einmal wieder mit vollerem Kader. Felix Soldanski hat seine Schulterprobleme überwunden und auch Arvid Pötz ist nach seiner Bauchmuskelzerrung wieder vollständig beschwerdefrei. Erstmals seit Wochen konnte Greißner wieder im Sechs-gegen-Sechs trainieren lassen, spricht von einer „wirklich guten Trainingswoche“ und blickt entsprechend optimistisch auf die anstehende Aufgabe in Aldekerk.
Mit rund 140 Kilometern Entfernung ist es die weiteste Auswärtstour für die Oberberger, die beim Tabellensiebten auch endlich anfangen wollen, an ihrer schwachen Auswärtsbilanz zu arbeiten. Schon vergangene Saison holte Gelpe/Strombach in der Fremde nahezu keine Punkte und steht auch derzeit bei zwei Niederlagen aus zwei Auswärtsauftritten. Greißner spricht jedenfalls vom „perfekten Zeitpunkt“, an dieser Statistik zu arbeiten, denn nach einem guten Saisonstart mit drei Siegen brenne sein Team darauf, diesen weiter auszubauen und sich im oberen Tabellenbereich festzusetzen. „Die Pause tat uns gut und wir fahren mit viel Selbstvertrauen nach Aldekerk“, freut sich der HC-Coach auf eine „der schönsten Hallen im Nordrhein-Gebiet, in der uns ein hitziges Spiel erwarten wird“.
Zu dieser Einschätzung kommt Greißner vor allem wegen der starken Heimbilanz der Aldekerker. Insgesamt zeigt sich das Team von Tim Gentges im bisherigen Saisonverlauf zwar recht schwankend in seinen Leistungen, aber gerade in der heimischen Vogteihalle ist der TVA eine echte Macht. Gegen Titelkandidat Korschenbroich gab es einen 25:24-Heimsieg und auch gegen das Spitzenteam aus Essen erkämpfte Aldekerk sich ein 34:34-Unentschieden. Schlüsselspieler beim TVA sind die beiden Rückraumshooter Tim Könnes (23 Tore) und Thomas Brockmann (16 Tore). Aber auch Steffen Hahn und Routinier Thomas Phlak sind brandgefährlich. „Wir werden uns gut auf sie vorbereiten, legen den Fokus aber vor allem auf unsere Fähigkeiten und Stärken“, so Greißner.
Vorschau Oberliga Männer
VfL Bardenberg – HBD Löwen Oberberg (Samstag, 19:30 Uhr).
Es fehlen: Magnus Berscheid, Hendrik Wunderlich (beide Knieprobleme), Lars Rostalski (Verletzung).
Als einziges Team der Liga warten die HBD Löwen Oberberg noch auf die ersten Punkte in dieser Oberliga-Saison. Mit fünf Niederlagen verabschiedete sich das Team von Neu-Trainer Marijan Basic als Ligaschlusslicht in die Herbstpause. „Wer Letzter ist, kann mehr trainieren“, sagt der Löwen-Coach, der seiner Mannschaft keine Verschnaufpause gegeben hat, sondern während der beiden Ferienwochen an den vorhandenen Defiziten gearbeitet hat. Vor allem bei der Defensivarbeit, dem Rückzugsverhalten und dem eigenen Tempospiel sieht Basic Steigerungsbedarf. „Wir müssen mehr Tempo in unser Spiel bringen“, sagt er und spricht von vorentscheidenden Wochen. Denn die nächsten drei Gegner stuft er allesamt als Kragenweite der Löwen ein. Aus den Spielen gegen Bardenberg, Köln und Gummersbach fordert er „mindestens vier Punkte“.
„Wir müssen jetzt anfangen zu gewinnen. Es gibt keine Ausreden mehr“, sagt Basic vor dem Auswärtsmatch am Samstag beim VfL Bardenberg. Der Aufsteiger verkaufte sich im bisherigen Saisonverlauf gut. Mit 5:5 Punkten steht das Team von Trainer Ingo Driessen auf einem soliden siebten Platz und sorgte mit einem Remis in Birkesdorf und dem Heimsieg gegen Nümbrecht schon für zwei faustdicke Überraschungen. „Sie spielen eine aggressive 5:1-Deckung und betreiben ein sehr laufintensives Spiel. Sie haben wirklich Lust zu kämpfen und haben einen guten Zusammenhalt“, findet Basic. Mit Abstand gefährlichster Werfer ist Tim Gellin, der bereits 39 Tore erzielte. Die Löwen reisen bis auf die Langzeitverletzten Rostalski, Berscheid und Wunderlich komplett in Richtung niederländische Grenze.
VfL Gummersbach II – SSV Nümbrecht (Sonntag, 17 Uhr, SCHWALBE arena).
Es fehlen: Thomas Eisenbach (krank), Julian Krieg (Verletzung) - Mats Weber, Torben Lang, Philip Winkler (alle Verletzung).
Einsatz fraglich: Fabian Benger (Trainingsrückstand), Philipp Donath, Benedikt Opitz (beide Verletzung)
Drei Niederlagen in Folge und viel Verletzungspech: Nümbrechts Handballer sind vor den Herbstferien in eine kleine sportliche Krise gerutscht. Aber auch beim VfL Gummersbach II stimmen die Resultate bislang kaum. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga und dem nächsten Umbruch im Sommer steckt der Akademienachwuchs nach fünf Spieltagen schon wieder im Abstiegskampf. SSV-Coach Manuel Seinsche spricht vor dem Derby von einer wenig befriedigenden Situation für sein Team: „Wir wussten, dass die Saison ein Auf und Ab werden wird. In den ersten Spielen hat man gesehen, dass wir noch nicht so weit sind und die Rollen nach den Abgängen im Sommer neu zu finden, länger dauern wird.“
Die Vorfreude aufs Derby ist im SSV-Lager aber natürlich trotzdem da. Seinsche hofft, dass das Lokalduell seine Jungs emotional kitzeln wird, zumal man in der Sommervorbereitung in der SCHWALBE arena eine empfindliche Niederlage kassiert hat und auf Revanche brennen dürfte. Obwohl die VfL-Reserve einen Sieg weniger auf dem Konto hat, ist der Respekt bei Seinsche groß. „Sie spielen ihren Stiefel runter und werden von Spiel zu Spiel gefestigter“, attestiert er den „individuell sehr gut ausgebildeten“ Gastgebern eine „unheimlich bewegliche“ Spielanlage. Sorgen bereiten ihm weiterhin die Verletzten. Zwar hatte das Team in den Herbstferien eine Woche frei, doch schon in der ersten Trainingswoche verletzten sich Benedikt Opitz (Hand) und Philipp Donath (Fuß). Sollte Donath ausfallen, stünde Seinsche keiner seiner drei Kreisläufer zur Verfügung.
Auch bei den Gummersbachern herrscht Vorfreude auf das Derby. VfL-Coach Joao Caracóis Palma rechnet mit vielen Gästefans und einem lauten Spiel am Sonntag. Überbewerten will er das Derby aber auch nicht, „schließlich gibt es auch hier nur zwei Punkte“. Er hat nach wie vor mehr die Weiterentwicklung seiner Talente im Hinterkopf und hofft, dass der nächste Entwicklungsschritt gegangen wird. Der deutliche Sieg in der Sommervorbereitung ist aus seiner Sicht irrelevant. „Das wird ein komplett anderes Spiel. Nümbrecht ist seitdem besser geworden und wir haben damals mit dem kompletten U19-Kader gespielt“, sagt er. In der Liga setzt der VfL einige der Toptalente bislang aber nicht ein. Diese kommen nur in der Jugendbundesliga zum Einsatz.
In der Herbstpause musste Gummersbach zunächst auch noch ein Bundesligaspiel bestreiten, ehe Caracóis Palma dem Team eine Woche frei gab. Seit dieser Woche gilt der volle Fokus aber wieder dem Handball. Vor Nümbrecht hat er Respekt: „Sie können sehr gefährlich sein, haben gute Shooter und eine Defensive, die uns Probleme bereiten kann, wenn wir nicht die notwendige Geduld haben. Das wird wieder ein Spiel, aus dem wir viel lernen können.“ Personell kann er fast aus dem Vollen schöpfen. Nur die beiden Routiniers Julian Krieg und Thomas Eisenbach werden vermutlich fehlen.
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