HANDBALL
Wildwest-Handball, ein Überraschungscomeback und zwei Trainer, die aneinander geraten
Gummersbach – Der HC Gelpe/Strombach verabschiedet sich mit einem 42:33-Heimsieg gegen Aufsteiger Siebengebirge-Thomasberg in die Herbstpause.
HC Gelpe/Strombach – HSG Siebengebirge-Thomasberg 42:33 (20:19).
Die Handballer des HC Gelpe/Strombach haben ihrem Ruf als torhungrigstes Team der Regionalliga in dieser Saison einmal mehr alle Ehre gemacht. Mit einem spektakulären 42:33-Heimsieg und 6:4 Punkten verabschiedet sich das Team von Florian Greißner in die Herbstpause. Nach fünf Spielen hat die Gummersbacher Spielgemeinschaft bereits 176 Tore erzielt. „Für uns könnte das Gefühl kaum besser sein“, meinte der HC-Coach nach dem Match.
[Mit der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr mit Indianer Malte Meinhardt zog Gelpe/Strombach den Gästen den Stecker.]
Auch personell sieht er Licht am Horizont. Gegen den Aufsteiger war überraschend Arvid Pötz nach seiner Bauchmuskelverletzung in den Kader zurückgekehrt. Noch am Mittwoch hatte sein Trainer einen Einsatz des spielstarken Linkshänders eigentlich ausgeschlossen. „Er hatte seit Donnerstag ein besseres Gefühl und hat am Freitag im Abschlusstraining zumindest ein bisschen unter Kontakt mitgespielt“, sagte Greißner, der selbst überrascht war, dass der 21-Jährige sofort zum Faktor wurde. Pötz kam nach zwölf Minuten ins Spiel und brachte mit drei Toren in Folge sofort frischen Wind ins Spiel des HCGS, der zu diesen Zeitpunkt einem 5:7-Rückstand hinterherlief.
Bis zur Pause sahen die Zuschauer in der Eugen-Haas-Halle puren Wildwest-Handball. Ärgerlich aus HC-Sicht: In Überzahl schafften es die Oberberger nicht, ihre 13:10-Führung (20.) weiter auszubauen. „Wir waren die erste Hälfte nicht bei uns, haben uns zu sehr mit Schiedsrichterentscheidungen beschäftigt und auch die Abwehr war überhaupt nicht gut“, analysierte der HC-Coach, den ersten Durchgang. Obwohl man sich intensiv auf Karl Nitsche und Edgar Schulz vorbereitet hatte, konnte das Duo (11 und 4 Tore) nach Belieben wirbeln. Über 14:16 (26.) ging es schließlich mit einem 20:19 in die Kabinen.
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[Felix Maier baut seinen Vorsprung in der Torjägerliste weiter aus. Der Rechtsaußen steht bereits bei 51 Saisontoren.]
Erst nach dem Seitenwechsel setzten die Oberberger ihren Matchplan zunehmend besser um. Vor allem die Umstellung auf die 5:1-Deckung mit Indianer Malte Meinhardt brachte den erhofften Schub. Auch der eingewechselte Torhüter Moritz Banaschewitz fand sofort ins Spiel und streute wichtige Paraden ein. Siebengebirge-Thomasberg produzierte nun reihenweise technische Fehler, die Gelpe/Strombach zum 30:21-Zwischenstand (44.) nutzte. „In der zweiten Hälfte waren wir bei uns und haben viele Bälle generiert. Das war letztlich der entscheidende Faktor, dass wir unser Ziel, ihren Glauben zu brechen, erreicht haben“, so Greißner.
Auch wenn in der Schlussphase keinerlei Spannung mehr aufkam, dürfte für das Rückspiel im März für ordentlich Brisanz gesorgt sein. Greißner und Siebengebirges Trainer Lars Degenhardt gerieten nach dem Match nach dem Abklatschen noch aneinander, lieferten sich ein Wortgefecht und mussten von Spielern getrennt werden.
Gelpe/Strombach: Felix Maier (10/3), Konstantin Kasch (7), Julien Kübler (6), Malte Meinhardt, Arvid Pötz (je 5), Christopher Falkenreck Valverde (4), Paul Roth (3), Moritz Banaschewitz, Tobias Müller (1).
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