HANDBALL
Perfektes Auszeit-Timing bringt Gelpe/Strombach zwei Punkte im Abstiegskampf
Oberberg - Nach dem Sieg im bergischen Derby hat Gelpe/Strombach nun beste Aussichten auf den Klassenerhalt - Nümbrecht und Gummersbach II treffen das Tor nicht - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.
HC Gelpe/Strombach – HSG Refrath/Hand 35:34 (15:17).
War das der Sieg zum Sieg zum Klassenerhalt? Auch ohne ihren verletzten Topspieler Mike Heinzerling gewannen die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach das bergische Derby gegen die HSG Refrath/Hand mit 35:34 und verschafften sich damit Luft im Abstiegskampf. HC-Trainer Daniel Rodriguez sprach nach dem Abpfiff von „einem Spiel auf Augenhöhe, in dem wir die glücklichere Mannschaft waren“. Trotz der vielen Tore war es kein schönes Spiel, geprägt von zwei verkrampften Teams und insgesamt 13 Zeitstrafen. Auf beiden Seiten wurde nicht mit Fehlern gegeizt. Rodriguez war es egal: „Am Ende zählen nur die zwei Punkte.“
[Mit 14 Toren kaum zu stoppen: Rechtsaußen Felix Maier.]
Den Heinzerling-Ausfall versuchten die Oberberger mit ihrer Variabilität im Rückraum zu kompensieren. Leonard Viebahn, Tobias Müller und Arvid Pötz rotierten immer wieder. Zum Problem wurde zunächst aber nicht die Offensive, sondern vielmehr die eigene Defensive, die sich überraschend anfällig präsentierte. „Uns fehlte der Fokus. Wir haben viele dumme Tore durch Unaufmerksamkeiten kassiert“, meinte Rodriguez. Die Gäste gingen sofort in Führung und bauten diese zum 4:7 (17.) aus.
Gelpe/Strombach wechselte nun den Torhüter – mit Erfolg. Der junge Felix Löpker sollte mit einer Quote von 38 Prozent gehaltener Bälle zu einem der entscheidenden Faktoren im weiteren Spielverlauf werden. Über 10:11 (22.) und 14:14 (27.) rannten die Gastgeber aber bis zur Pause weiter einem Rückstand hinterher. Das sollte sich auch nach dem Seitenwechsel zunächst nicht ändern, obwohl die Oberberger nun auch defensiv allmählich ihren Fokus fanden. Bis Julius Walch zum 24:24 (49.) ausglich, ließen die Hausherren allerdings einige Chancen liegen. Doch damit war der Bann endlich gebrochen. Über 25:24 (50.) und 26:27 (52.) erspielten sich die Hausherren eine 31:28-Führung (56.).
[Zum Klassenerhalt fehlt Gelpe/Strombach nach der Rechnung von HC-Trainer Rodriguez noch ein Sieg. „Trotzdem wollen wir noch so viele Punkte wie möglich sammeln.“]
In den Schlussminuten versuchten die Oberberger das Tempo zu drosseln. Selbst beim 34:31 (59.) war noch keine Entscheidung gefallen. Refrath/Hand kam 30 Sekunden vor dem Schluss noch einmal zum 34:33-Anschlusstreffer, ehe Rodriguez seinen persönlichen Gislason-Moment erlebte. Wie der Bundestrainer bei der Handball-EM nahm er mitten im Wurf eine Auszeit. Zum Glück: der Ball landete nicht im Tor. In den verbleibenden zehn Sekunden gingen die Gäste volles Risiko und ließen den starken Felix Maier zum Abschluss kommen. Der Rechtsaußen zeigte keine Nerven und traf zur Entscheidung. „Das einzige, was man heute bemängeln kann, sind die vielen Fehler, aber am Ende kompensieren die Jungs Woche für Woche unterschiedlichste Rückschläge und zeigen, dass sie die Punkte unbedingt wollen“, meinte Rodriguez.
Gelpe/Strombach: Felix Maier (14/3), Arvid Pötz (6), Leonard Viebahn (5), Malte Meinhardt, Julius Walch (je 3), Karol Makowiecki (2), Paul Roth, Tobias Müller (je 1).
OSC Rheinhausen – SSV Nümbrecht 31:23 (16:8).
Nümbrechts Handballer sind nach der nicht unerwarteten Niederlage in Rheinhausen vorerst wieder auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Mit der Leistung seiner Mannschaft war Trainer Manuel Seinsche trotzdem nicht unzufrieden: „Wir haben gegen ein Topteam der Liga gespielt, das im Titelkampf in Lauerstellung liegt. Da hätte bei uns schon alles passen müssen.“ Bei den Oberbergern passte zwar viel, letztlich aber nicht alles. Größtes Manko war die Chancenverwertung. „Wir spielen keine schlechte Verteidigung, sind auch vorne sehr geduldig, machen dann aber unsere Chancen nicht rein. Mit 26 Fahrkarten gewinnt man kein Spiel“, ging Seinsche in die Detailanalyse.
[Arvid Pötz im Zweikampf mit der Refrather Defensive.]
Die Anfangsminuten gehörten zunächst den Oberbergern. Nach einem verworfenen Rheinhausener Siebenmeter legte der SSV, der defensiv immer wieder das Zentrum verdichtete, zum 0:3 (5.) vor. Nümbrecht erarbeitete sich zwar auch in der Folge gute Chancen, scheiterte aber reihenweise am gegnerischen Keeper, der nach einer Viertelstunde bereits acht Paraden in seiner Statistik stehen hatte. Im Ergebnis bedeutete das eine 9:4-Führung (15.) für die Gastgeber, die mit Gegenstößen immer wieder Nadelstiche setzten und schließlich mit einer 16:9-Führung in die Pause gingen. „Das ist dann auch einfach Qualität. Solche Fehler nutzen sie gnadenlos aus. Wir haben zu viele einfache Gegentore kassiert. Wenn man gegen ein Topteam der Liga bestehen will, muss man seine Chancen nutzen“, so Seinsche.
Auch nach dem Seitenwechsel liefen die Gäste dem Rückstand immer hinterher. 22:15 (41.) und 26:20 (51.) waren die weiteren Zwischenstände in einem Match, das nie drohte, noch einmal spannend zu werden. Seinsche versuchte trotzdem das Positive mitzunehmen: „Spielerisch war das ein kleiner Schritt nach vorne, aber am Ende zählt auch, was rauskommt. Wir haben nach der Osterpause noch sechs Spiele, in denen wir nicht nur gut spielen, sondern auch punkten müssen.“ Bevor seine Spieler ein paar Tage frei bekommen, steht am Donnerstag in Wiehl (20:30 Uhr) zunächst aber noch das Südkreisderby im Kreispokal-Halbfinale auf dem Programm.
Nümbrecht: Fabian Benger, Dominik Donath (je 5), Niklas Witthaut (5/2), Tim Hartmann (3), Marcel Miebach (2), Lennart Last (2/2), Tobias Schröter (1).
TSV Bayer Dormagen II – VfL Gummersbach II 35:19 (16:9).
Die Chancen auf den Klassenerhalt werden zunehmend geringer. Nach der 14. Saisonniederlage bleiben Gummersbachs U20-Handballern noch sieben Spiele, um den fünf Punkte-Rückstand auf das rettende Ufer aufzuholen. Der Trend spricht gegen den Drittligaabsteiger: Den letzten Sieg gab es vor sieben Spieltagen, Anfang Februar beim 28:26-Heimsieg im Derby gegen Nümbrecht. In Dormagen hatten am Samstag ohnehin nur die kühnsten Optimisten auf eine VfL-Überraschung spekuliert. Zu dominant präsentiert sich der Tabellenführer derzeit im Titelrennen. Auch VfL-Coach Jan Schwenzfeier war beeindruckt vom Bayer-Auftritt: „Sie haben die beste Mannschaft der Liga.“
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[Der 24:24-Ausgleich von Kreisläufer Julius Walch leitete die starke Schlussphase der Oberberger ein.]
Vor allem am gegnerischen Innenblock bissen sich die Gummersbacher reihenweise die Zähne aus. „Mit Julis Hein und Frederik Sondermann haben sie dort zwei Spieler, die auch im Zweitligakader im Innenblock spielen. Das ist einfach eine sehr gute Abwehrqualität“, so Schwenzfeier, dessen Team nur zehn Minuten gegenhalten konnte. Dormagen brauchte ein wenig, um sich auf die ungewohnten Defensivvariationen der Oberberger einzustellen. Nach torarmen Anfangsminuten bis zum 3:3 (9.) zogen die Gastgeber aber zum 8:4 (17.) davon. Auch eine Auszeit des VfL-Coachs brachte wenig ein. Über 11:7 (23.) ging es mit einem 16:9 in die Kabinen.
Größtes Manko der Gäste: Die Chancenverwertung. Insgesamt 37 Fehlwürfe notierten die VfL-Statistiker beim Abpfiff. Da half es wenig, dass die Quote der technischen Fehler deutlich besser als zuletzt war. „In Summe ist das too much, auch wenn die wenigen Fehler ein Fortschritt sind. Wir kamen irgendwann in Situationen hinein, in denen wir das Tor nicht mehr treffen und dann im Tempospiel einige Tore kassieren“, kommentierte Schwenzfeier den zweiten Durchgang, in dem die Gäste sich zwar mühten, der Rückstand aber immer größer wurde. Über 25:11 (42.) und 30:15 (51.) pfiffen die laut Schwenzfeier sehr guten Schiedsrichter die faire Partie schließlich beim 35:19 ab. In die Osterpause geht es für Gummersbach II noch nicht. Am Freitag steht das Nachholspiel gegen die HSG Refrath/Hand in der SCHWALBE arena an.
Gummersbach II: Hannes Hartmann (5), Tim Rath (5/4), Malte Haglund, Patrick Kiesewalter, Jakob Patzelt (je 2), Sota Shimizu, Paul Britz, Moritz Riedel (je 1).
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