HANDBALL

Rückschlag im Abstiegskampf: Heinzerling droht länger auszufallen

pn; 19.03.2026, 10:00 Uhr
Foto: Michael Kleinjung ---- Mike Heinzerling droht eine längere Verletzungspause.
HANDBALL

Rückschlag im Abstiegskampf: Heinzerling droht länger auszufallen

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pn; 19.03.2026, 10:00 Uhr
Oberberg – Gelpe/Strombach will auch ohne seinen Topspieler gegen Refrath/Hand bestehen – Gummersbach II muss zum Tabellenführer – Nümbrecht zur Mannschaft der Stunde.

TSV Bayer Dormagen II – VfL Gummersbach II (Samstag, 15 Uhr).

 

Hinspiel: 25:31

 

Es fehlen: Malte Petersen, Konstantin Kasch (beide Verletzung).

 

An das Hinspiel gegen Bayer Dormagen II in der SCHWALBE arena haben die Regionalliga-Handballer des VfL Gummersbach II keine guten Erinnerungen. Das liegt aber weniger an der 25:31-Niederlage, sondern vielmehr an der schweren Knieverletzung von Malte Petersen, die für den Shooter das vorzeitige Saisonaus bedeutete. Am Samstag dürften die Rollen jedenfalls klar verteilt sein. Auf der einen Seite Dormagen II, das inzwischen Topfavorit auf den Aufstieg in die 3. Liga ist und zuletzt sechs Siege in Folge holte. Auf der anderen Seite der Drittligaabsteiger Gummersbach II, dessen Absturz in die Oberliga zunehmend wahrscheinlicher wird. Mit 8:28 Punkten beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer fünf Punkte.

 

Auch VfL-Coach Jan Schwenzfeier hat großen Respekt vor dem Bayer-Team: „Das ist für mich die beste Mannschaft der Liga. Ihr Kader ist gespickt mit vielen jungen, spielstarken Spielern.“ Dormagen-Trainer Peer Pütz kann auf einen festen Stamm zurückgreifen, dazu gibt es einen regen Austausch von Nachwuchstalenten aus dem Zweitligakader, die in der zweiten Mannschaft regelmäßig Spielpraxis sammeln. Davon profitiert unter anderem der Ex-Gummersbacher Julius Hein (19), der in der 2. Bundesliga zunehmend mehr Spielanteile bekommt.

 

Dormagen spielt aus Schwenzfeiers Sicht einen sehr isolationsbasierten Handball – ähnlich wie die Gummersbacher. Gegen die äußerst ballorientiert agierende 6:0-Deckung erwartet der VfL-Coach viele Zweikämpfe. Das könnte den Oberbergern entgegenkommen. „Die Spielanlage beider Teams ist wahrscheinlich ähnlicher als zu fast allen anderen Teams der Liga“, meint Schwenzfeier, der hofft, dass sein Team die 25:40-Klatsche in Haan aus den Kleidern schütteln kann. „Wir müssen deutlich besser decken. Die Abwehr war diese Saison eigentlich immer unsere bessere Spielphase. Daran müssen wir wieder anknüpfen“, sagt er. Auch die Zahl der technischen Fehler war ihm in den letzten Wochen deutlich zu hoch.

 

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OSC Rheinhausen – SSV Nümbrecht (Samstag, 18:45 Uhr).

 

Hinspiel: 41:31.

 

Es fehlen: Benedikt Opitz, Thorben Lang (Verletzung), Erik Hampel (beruflich verhindert).

 

Beim letzten Strohhalm sind Nümbrechts Handballer im Abstiegskampf noch längst nicht angelangt, doch die Aufgaben der kommenden Wochen werden nicht leichter. Im letzten Spiel vor der Osterpause müssen die Südkreisler zum OSC Rheinhausen. Für Nümbrechts Trainer Manuel Seinsche neben Dormagen II das Team der Stunde. Die Duisburger gewannen zuletzt fünfmal in Folge und kletterten damit mit 26:12 Punkten auf Platz drei der Regionalliga. „Das ist einfach eine affengeile Truppe, die in den letzten Wochen unheimlich konstant agiert. Das wird für uns eine ganz, ganz harte Nummer“, meint Seinsche.

 

Kopf der OSC-Mannschaft ist Lukas Hüller. Für den SSV-Coach einer der besten Spieler der Liga. Mit 143 Toren führt der Shooter derzeit die Torjägerliste der Regionalliga gemeinsam mit Carsten Jacobs (BTB Aachen) an. Taktisch wird sich Nümbrecht in Duisburg auf einiges einstellen müssen. Die beiden Trainer Nico Biermann und Sascha Wistuba ließen zuletzt auch mit vier Rückraumspielern agieren. Seinsche sieht „viel Energie und noch mehr Variabilität“ in den Rheinhausener Angriffen. Dazu agiert das OSC-Team mit flexiblen Deckungssystemen. Schon im Hinspiel wurde Nümbrecht gnadenlos überlaufen. „Da werden wir Lösungen finden müssen“, sieht sich Seinsche in der Rolle des krassen Außenseiters.

 

Dabei müssen sich die SSV-Handballer keineswegs verstecken. Auch sie haben mit dem 30:30-Remis im Abstiegskampf nicht nur einen Punkt, sondern vor allem auch Selbstvertrauen gesammelt. Mit 13:25 Punkten schweben die Oberberger als Tabellenzwölfter aber weiter in Abstiegsgefahr. Mönchengladbach lauert auf dem vorletzten Platz mit 11:27 Punkten, hat gegen die Oberberger aber den direkten Vergleich verloren. Für Seinsche ist deshalb jedes der sieben verbleibenden Saisonspiele ein Endspiel: „Wir müssen bei jedem Strohhalm, der uns angeboten wird, zugreifen. Wir kommen jetzt langsam in die Phase der Saison, in der sich entscheidet, wer drinbleibt und wer nicht.“

 

 

 

HC Gelpe/Strombach – HSG Refrath/Hand (Samstag, 19:30 Uhr, Eugen-Haas-Halle).

 

Hinspiel: 26:27.

 

Es fehlt: Mike Heinzerling (Fußverletzung).

 

Hiobsbotschaft für den HC Gelpe/Strombach. Mike Heinzerling hat sich beim 40:24-Heimerfolg gegen Borussia Mönchengladbach eine Bänderverletzung zugezogen. Der spielstarke Shooter war unglücklich auf dem Fuß eines Gegenspielers gelandet und umgeknickt. Eine MRT-Untersuchung wurde bereits am Mittwoch durchgeführt, die genaue Diagnose stand noch aus. HC-Trainer Daniel Rodriguez befürchtet einen Bänderriss, wodurch Heinzerling im Abstiegskampf vier bis sechs Wochen fehlen würde. „Natürlich wäre das eine enorme Schwächung, aber ich will nicht jammern. Das werden wir irgendwie kompensieren“, sagt Rodriguez.

 

Von seinem Team erhofft er sich am Samstag eine Trotzreaktion. Zumal Gelpe/Strombach mit einem Heimsieg gegen Refrath/Hand einen gewaltigen Schritt Richtung Klassenerhalt machen könnte und an der Spielgemeinschaft aus Bergisch Gladbach (17:19 Punkte) vorbeiziehen würde. „Wir müssen gegen sie genauso agieren wie in den letzten beiden Heimspielen. Mit viel Power nach vorne, einer guten Abwehr, Kampf, Einstellung und Moral. Dass die Jungs das können, haben sie bewiesen. Jetzt müssen sie es auch bestätigen“, sagt Rodriguez.

 

Zumal die Oberberger aus seiner Sicht auch noch etwas aus dem Hinspiel gutzumachen haben. Nach einer guten ersten Hälfte verlor man Ende November nach der Pause vollkommen den Faden und kassierte eine nicht unverdiente Niederlage. „Da haben wir noch eine Rechnung mit uns selbst offen“, meint der HC-Coach. Refrath/Hand, der neue Club von HC-Kreisläufer Julius Walch (OA berichtete), zeigte sich in den vergangenen Wochen unbeständig in seinen Leistungen. Anfang Februar gelang ein Sensationserfolg gegen Korschenbroich, auch Nümbrecht hatte vor zwei Wochen keine Chance in der Halle an der Steinbreche. Auswärts kassierte das Team von Trainer Kelvin Tacke zuletzt allerdings deftige Packungen. „Das wird ein Duell zwischen zwei Teams auf einem Level. Für uns ist das im Abstiegskampf ein enorm wichtiges Match“, so Rodriguez.

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