HANDBALL
Turbulente Woche endet mit Kantersieg
Oberberg - Gelpe/Strombach hat im Abstiegskampf nun alle Trümpfe in der Hand - Heimremis macht Nümbrecht Hoffnung - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.
HC Gelpe/Strombach – Borussia Mönchengladbach 40:24 (16:8).
Nach unruhigen Tagen und der angekündigten Trennung von Trainer Daniel Rodriguez im Sommer dürfte nach dem 40:24-Kantersieg der HC-Handballer im Abstiegskampf der Regionalliga wieder ein wenig Ruhe bei der Gummersbacher Spielgemeinschaft einkehren. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung der Oberberger (16:22 Punkte) auf die Abstiegszone nun, dazu hat das Rodriguez-Team auch den direkten Vergleich auf seiner Seite. „Nach so einer turbulenten Woche hat die Mannschaft ein klares Zeichen im Abstiegskampf gesetzt“, freute sich Rodriguez über einen mehr als gelungenen Abend aus HC-Sicht. Bemerkenswert: Für den Tabellenvorletzten Mönchengladbach war es erst die zweite Klatsche diese Saison. Vor dem 19. Spieltag hatten die Handball-Fohlen noch ein Torverhältnis von Minus 19, weshalb Rodriguez im Vorfeld auch vor einem extrem disziplinierten Gegner gewarnt hatte.
[Der Rückraum um Leonard Viebahn übte viel Druck auf Mönchengladbachs Abwehr aus.]
Doch davon war in der Eugen-Haas-Halle kaum etwas zu sehen. Gelpe/Strombach war taktisch gut eingestellt und setzte den Matchplan perfekt um. Die Gäste versuchten mit ihren beiden spielstarken Shootern Niklas Weis (2 Tore) und Jordi Weisz (9/5) vor allem über Übergänge zum Erfolg zu kommen. „Aber das haben wir heute mega gelöst bekommen. Mönchengladbach hatte keine Lösungen“, lobte Rodriguez seine Defensive, hinter der zudem Islam Elnoamany sofort auf Betriebstemperatur war. Der Torhüter hatte zur Pause bereits zehn Paraden in seiner Statistik stehen. Über 7:2 (15.) und 11:5 (22.) war bereits nach 30 Minuten beim 16:8-Pausenstand eine Vorentscheidung gefallen.
Von Verwaltungsmodus war aber auch nach der Pause nichts zu sehen. Gelpe/Strombach witterte nun die Gelegenheit, nach der 27:36-Hinspielniederlage doch noch den direkten Vergleich auf seine Seite zu ziehen und gab weiter Gas. Mönchengladbach wirkte phasenweise vollkommen hilflos und präsentierte sich in dieser Verfassung kaum ligatauglich. Der sonst gerne kritische Rodriguez hatte ausnahmsweise nichts zu bemängeln: „Wir waren heute stark und haben dafür gesorgt, dass der Gegner so schwach wirkte. Die Jungs haben das Spiel dominiert, vom Kampf, von der Einstellung und von der taktischen Überzeugung her. “
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[Zehn Tore gingen auf das Konto von Malte Meinhardt. Gelpe/Strombach konnte dank einer starken Defensive seine beiden Außen immer wieder im Gegenstoß in Szene setzen.]
Ein Sonderlob bekam Mike Heinzerling, der aus einer starken Mannschaftsleistung hervorstach. Über 28:21 (48.) zündete Gelpe/Strombach in der Schlussphase ein Feuerwerk. „Die Mannschaft hat heute gezeigt, welches Potenzial sie hat. Wir waren sehr variabel unterwegs und haben kaum Fehler gemacht. Der gewonnene direkte Vergleich ist für uns enorm wichtig“, so Rodriguez.
Gelpe/Strombach: Felix Maier (12/4), Malte Meinhardt (10), Mike Heinzerling, Leonard Viebahn (je 4), Karol Makowiecki, Arvid Pötz, Paul Roth, Tobias Müller (je 2), Julius Walch, Lukas Altjohann (je 1).
SSV Nümbrecht – HC Weiden 30:30 (17:19).
Nümbrechts Handballer senden im Abstiegskampf ein Lebenszeichen. Der Aufsteiger rang dem HC Weiden beim 30:30-Heimremis einen Punkt ab. Bei SSV-Trainer Manuel Seinsche schlugen nach dem Abpfiff trotzdem zwei Herzen in der Brust. Zum einen der Stolz über einen famosen Auftritt gegen das Topteam. Gleichzeitig schwang auf der anderen Seite aber auch ein wenig Frust mit, denn die Oberberger ließen in der Schlussphase einen möglichen Sieg liegen. „Ob das am Ende ein gewonnener oder ein verlorener Punkt ist, können wir wahrscheinlich erst im Mai sagen. Heute freuen wir uns aber erst einmal über einen weiteren Zähler“, so Seinsche, dessen Team nun zwei Punkte Vorsprung auf den Tabellenvorletzten Mönchengladbach hat, gegen den man zudem den direkten Vergleich gewinnt.
[Mike Heinzerling steuerte das HC-Spiel mit seiner Übersicht.]
Die Zuschauer in der abermals gut gefüllten GWN-Arena erlebten zunächst 30 Minuten Hochgeschwindigkeitshandball. Angesichts des wahnwitzigen Tempos blieb zum Durchatmen kaum Zeit. Bis zum 9:7 (15.) mit leichten Vorteilen für Nümbrecht. Anschließend kippte das Match aber zum 11:13 (23.) und es ging mit einem 17:19-Rückstand aus oberbergischer Sicht in die Kabinen. Im zweiten Durchgang änderte sich die Statik der Partie. Weiden erhöhte zunächst zum 18:22 (36.), ehe Seinsche sein Team mit einer Auszeit wieder ins Spiel brachte. Beim 25:25 (48.) fiel der Ausgleich. Längst war die Partie nun defensivgeprägter, auch die beiden Torhüter waren nun Faktoren. Die Schiedsrichter hatten alle Hände voll zu tun und pfiffen insgesamt 19 Siebenmeter (8:11).
Über 27:27 (53.) lag Nümbrecht nach den Treffern von Fabian Benger und Dag Dissmann mit 29:27 (57.) in Führung, ließ nun aber gleich vier gute Chancen (zweimal Pfosten, zwei Paraden) ungenutzt, sodass Weiden zum 29:29-Ausgleich (59.) kam. In Unterzahl – Johannes Urbach hatte nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte gesehen – erkämpfte sich der SSV einen Siebenmeter, den Niklas Witthaut eiskalt verwandelte. Doch Weiden blieb ein letzter Angriff, der ebenfalls in einem Strafwurf gipfelte. Sven Xhonneux zeigte wie schon bei seinen sieben vorherigen Versuchen keine Nerven und verwandelte zum 30:30-Ausgleich.
Ein Sonderlob gab es anschließend für Comebacker Fabian Benger. „Der Kerl ist einfach eine Maschine“, meinte Seinsche, der seinen Kreisläufer im ersten Durchgang nur sporadisch gebracht hatte, in der zweiten Hälfte dann aber von der Leine ließ. „Was er, Tim Hartmann, Johannes Urbach und Dag Dissmann im Innenblock verteidigt haben, war überragend“, fand der SSV-Coach, der nun etwas entspannter auf die nächsten Aufgaben blickt: „Für mich war heute wichtig, dass alle gezeigt haben, dass sie über ihre Grenzen hinausgehen und diese Endspiele um den Klassenerhalt annehmen.“
Nümbrecht: Lennart Last (6), Niklas Witthaut (6/5), Fabian Benger, Dominik Donath (je 4), Dag Dissmann (3), Mats Weber (2/2), Marcel Miebach, Tom Rydzewski, Tobias Schröter, Tim Hartmann, Johannes Urbach (je 1).
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