HANDBALL

Gummersbach taumelt der Oberliga entgegen

pn; 08.03.2026, 20:10 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski ---- Paul Britz bleibt mit dem VfL Gummersbach II nach der Niederlage gegen Aachen Tabellenletzter der Regionalliga.
HANDBALL

Gummersbach taumelt der Oberliga entgegen

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pn; 08.03.2026, 20:10 Uhr
Oberberg - Die VfL-Reserve steckt nach einem Fehlerfestival gegen Aachen in einer Negativspirale - Nümbrecht schlägt sich in Bergisch Gladbach selbst - Gelpe/Strombach mit klarer Niederlage in Essen - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘ (AKTUALISIERT).

VfL Gummersbach II – BTB Aachen 23:27 (12:14).

 

Nächster Rückschlag für den VfL Gummersbach II. Das Team von Jan Schwenzfeier unterlag am Sonntagmittag im Abstiegskampf der Regionalliga BTB Aachen mit 23:27. Die Zuschauer erlebten ein Match, das von zahlreichen Fehlern geprägt war. Beiden Teams merkte man den Druck im Tabellenkeller an, das Spiel war auch eine Kopfsache. Gegenstöße, die in Überzahl nicht sauber zu Ende gespielt wurden, dazu ein Aachener Wurf aus sechs Metern auf das völlig leere Gummersbacher Tor, der nur an den Innenpfosten klatschte. Doch in der Summe machten die Gäste ein paar Fehler weniger.

 

 

[Patrick Kiesewalter wird von Tim Herzog gestoppt.]

 

„Wir dürfen einfach nicht diese Anzahl von technischen Fehlern machen, sondern müssen auch dann unseren Kopf bewahren und lernen, die Situationen, die uns der Gegner gibt, auch zu nutzen. Das haben wir heute nicht geschafft“, resümierte Schwenzfeier die 60 Minuten. Insgesamt notierten die VfL-Statistiker 18 technische Fehler. „Einfach zu viel“, so der VfL-Coach, den vor allem die unprovozierten Fehler störten, „weil sie uns am Ende das Genick brechen“.

 

Das Match verlief lange Zeit vollkommen ausgeglichen. Über 3:5 (8.) und 9:8 (20.) versuchte Gummersbach geduldig zu spielen. „Wir wussten, dass Aachen Fehler machen wird, was sie auch haben“, so Schwenzfeier. Doch profitieren konnte die VfL-Reserve davon kaum, auch weil Torhüter Tjorven Knackstedt nie richtig ins Spiel fand. Über 11:12 (24.) ging es schließlich mit einem 12:14-Rückstand in die Pause. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Aachen phasenweise seinen Vorsprung auf drei Tore (18:21/44.), Gummersbach kam beim 21:22 (50.) aber auch wieder zum Anschlusstreffer.

 

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[Obwohl es in der Partie um viel ging, hatten die Schiedsrichter keine Mühe. Nur eine Gelbe Karte und eine Zeitstrafe zeugten von sauberer Abwehrarbeit auf beiden Seiten.]

 

Der Ausgleich wollte allerdings nicht gelingen. In der Schlussphase überboten sich beide Teams schließlich mit ihren Fehlern. Aachen zeigte sich den Tick abgezockter und fuhr im Kampf um den Klassenerhalt über 22:26 (56.) schließlich einen wichtigen Sieg ein. Gummersbachs Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt nun fünf Punkte. Bereits am Dienstagabend steht das Nachholspiel beim Tabellenvorletzten Borussia Mönchengladbach an, der am Samstag unglücklich der TSV Bonn rrh. unterlag. „Wir haben bis dahin eine Trainingseinheit und werden alles dafür tun, es dort besser zu machen“, so Schwenzfeier.

 

Gummersbach II: Paul Britz (4), Tim Rath (4/1), Moritz Riedel (3), Jakob Patzelt (3/1), Fanou Ulmerich, Julian Krieg, Carlo Bohnenkamp, Malte Haglund (je 2), Hannes Hartmann (1).

 

 

HSG Refrath/Hand – SSV Nümbrecht 32:26 (13:10).

 

Psychologisch hatten sie beim SSV Nümbrecht vor dem wichtigen Abstiegsknaller bei der HSG Refrath/Hand alle Register gezogen. Doch der erhoffte Effekt der Vertragsverlängerung mit Trainer Manuel Seinsche (OA berichtete) blieb aus, der Aufsteiger unterlag klar mit 26:32 in Bergisch Gladbach. Seinsche sprach anschließend von „einer extrem ärgerlichen Niederlage, weil wir heute nicht am Gegner, sondern an uns selbst gescheitert sind“. Über 20 technische Fehler flossen in die Nümbrechter Angriffsstatistik ein. „Wir haben gefühlt die Bälle gar nicht erst Richtung Tor gebracht. Refraths Keeper haben wir überhaupt nicht zu Paraden zwingen müssen, weil wir die Bälle schon vorher vertändelt oder ins Aus geworfen haben“, ärgerte sich der SSV-Coach.

 

[Im Aufbauspiel leisteten sich Malte Haglund & Co zu viele Fehler.]

 

Über 3:3 (7.), 8:9 (23.) und 10:10 (24.) entwickelte sich eine von zwei beherzt zupackenden Defensivreihen geprägte Partie. Die Gastgeber profitierten dabei immer wieder von Nümbrechts Fehlern und kamen vor allem über die erste und zweite Welle zu ihren Toren. Mit zunehmender Dauer gingen die Gäste gegen die rustikale HSG-Defensive allerdings immer weniger auf die Nahtstellen. Nach dem Seitenwechsel zogen die Hausherren schließlich auf 21:16 (40.) davon, wovon sich die Gäste nicht mehr erholten.

 

„Durch schlimme technische Fehler und einige Zeitstrafen haben wir aber auch alle Chancen zu verkürzen liegen gelassen. Das waren so viele Fehler, dass wir dieses Spiel gar nicht gewinnen konnten“, so Seinsche. Über 26:21 (50.) und 31:23 (57.) geriet der Refrather Sieg nicht mehr in Gefahr. Während die Gastgeber nun sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge haben, muss Nümbrecht abwarten, was am Dienstag im Nachholspiel zwischen Mönchengladbach und Gummersbach II passiert. Bei einem Fohlen-Sieg stünden die Oberberger vorerst wieder auf einem Abstiegsrang. „Wir müssen jetzt gucken, dass wir in unseren Heimspielen gegen die Teams aus der Spitzengruppe vielleicht mal eine Überraschung schaffen, sonst bleiben wir im Keller hängen“, sagt Seinsche, der froh ist, dass kommende Woche Fabian Benger wohl in den Kader zurückkehrt.

 

Nümbrecht: Marcel Miebach (7), Mats Weber (3/2), Erik Hampel, Lennart Last, Philipp Donath, Tim Hartmann, Tobias Schröter, Dag Dissmann, Dominik Donath (je 2), Niklas Witthaut, Simon Schanz (je 1).

 

[VfL-Coach Jan Schwenzfeier ärgerten die vielen Fehler seines Teams.]

 

HSG am Hallo Essen – HC Gelpe/Strombach 39:29 (18:8).

 

Mit einer deftigen Zehn-Tore-Niederlage kehrten die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach aus dem Ruhrpott zurück. Beim neuen Tabellenzweiten HSG am Hallo Essen kassierte das Team von Daniel Rodriguez eine verdiente 29:39-Niederlage. Der HC-Coach redete anschließend nicht lange um den heißen Brei herum: „Essen war heute einfach besser als wir.“ Vor allem im ersten Durchgang hatten die Oberberger der Angriffsmaschinerie des starken Aufsteigers kaum etwas entgegenzusetzen. „Wir haben viele Bälle verschenkt, entweder im Block oder durch Ballverluste. Gegen ihre bewegliche Deckung hatten wir unsere Probleme“, analysierte Rodriguez.

 

Bis zum 6:6 (14.) war es noch ein offener Schlagabtausch, doch nach einer Auszeit der Gäste lief bei der Gummersbacher Spielgemeinschaft nicht mehr viel zusammen. Bis zum 10:8 (21.) blieb man noch in Schlagdistanz, anschließend schaltete Essen, das ohne seinen Topstar Matthis Blum auskommen musste, zwei Gänge höher und hatte mit einem 8:0-Lauf zur Pause beim 18:8 schon alle Fragen nach dem Sieger geklärt. „Das war wirklich dominant von ihnen. Sie kamen zu vielen einfachen Toren über die erste und zweite Welle und haben auch immer wieder ihren Kreisläufer gefunden“, so Rodriguez.

 

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Die Oberberger zeigten im zweiten Durchgang aber zumindest Moral. Über 27:15 (41.) und 33:23 (52.) wurde das Spiel nun ausgeglichen gestaltet. Gelpe/Strombach agierte mit wesentlich mehr Tempo und kam zu einfachen Toren. Aber auch die Essener fanden stets Lösungen. „Das Zehn-Tore-Polster war einfach zu hoch“, meinte der HC-Coach, der die Niederlage aber schnell abhakte: „Nächste Woche geht es gegen Mönchengladbach weiter. Wir haben jetzt zwei wichtige Spiele vor uns.“ Mit Siegen gegen die Handball-Fohlen und anschließend Refrath/Hand könnte der HC bis zur Osterpause einen großen Schritt Richtung vorzeitigem Klassenerhalt machen.

 

Gelpe/Strombach: Mike Heinzerling (8), Felix Maier (6/2), Karol Makowiecki (5), Lukas Altjohann, Malte Meinhardt, Julius Walch, Leonard Viebahn (je 2), Jerome Dräger, Arvid Pötz (je 1).

 

Ergebnisse und Tabelle

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