HANDBALL
Gummersbach zeigt im Derby die „schlechteste Saisonleistung“
Oberberg – Gelpe/Strombach zeigt gegen den Stadtrivalen eine abgeklärte Leistung und macht Boden im Abstiegskampf gut - Nümbrecht feiert gegen Mönchengladbach den ersten Sieg in 2026 - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘ (AKTUALISIERT).
HC Gelpe/Strombach – VfL Gummersbach II 32:21 (19:12).
Rund 600 Zuschauer erlebten ein überraschend einseitiges Gummersbacher Stadtderby. Während Gelpe/Strombach im Abstiegskampf der Regionalliga wichtige Punkte sammelte, tritt Gummersbach II als Tabellenletzter weiter auf der Stelle. VfL-Coach Jan Schwenzfeier nahm nach dem Abpfiff kein Blatt vor den Mund: „Man muss ganz klar sagen: Das war unsere schlechteste Saisonleistung. Wir haben weder in der Abwehr noch im Angriff stattgefunden. Leider haben wir es gar nicht geschafft, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten.“ Umso besser war die Laune bei HC-Trainer Daniel Rodriguez: „Es war das erwartete Kampfspiel, in dem wir Gummersbach ziemlich geärgert haben, sodass sie irgendwann keinen Bock mehr hatten. Wir haben sie dazu gezwungen, schlecht zu spielen.“
[Malte Meinhardt war mit acht Toren nicht nur torgefährlich, sondern unterstrich auf der Spitze der 5:1-Abwehr einmal mehr, warum er zu den besten Abwehrspielern der Liga zählt.]
Dabei gingen die Gäste in der Eugen-Haas-Halle durch Tore von Tim Rath und Fanou Ulmerich zunächst sogar mit 2:0 (2.) in Führung. Über 2:3 (4.) übernahm Gelpe/Strombach dank der guten 5:1-Defensive um Indianer Malte Meinhardt und einem bärenstarken Islam Elnoamany zwischen den Pfosten (Quote über 40 Prozent und sechs von sieben gehaltene Siebenmeter) aber zunehmend die Kontrolle. Selbst zwei frühe Zeitstrafen hielten die Gastgeber nicht auf: Gelpe/Strombach drehte die Partie über 6:3 (6.), 12:7 (16.) und 14:11 (24.). Ein starker 5:1-Lauf sorgte dann bis zur Pause bereits für eine Vorentscheidung. Gummersbach leistete sich allerdings auch deutlich zu viele Fehler im Aufbauspiel.
„Isy macht im Zusammenspiel mit der Abwehr ein Bombenspiel und vorne waren wir unheimlich geduldig und diszipliniert“, so Rodriguez, dem mit Felix Soldanski (Operation nach Mittelfußbruch) und Arvid Pötz (krank) im Rückraum Alternativen fehlten. Tobias Müller führte als Spielmacher aber klug Regie, dazu erwischte Mike Heinzerling einen echten Sahnetag. „Das war seine kompletteste Leistung diese Saison. Sowohl defensiv als auch vorne, wo er nicht nur wegen seiner Tore viel Verantwortung übernommen hat“, schwärmte sein Trainer.
Nach dem Seitenwechsel probierte es Gummersbach II dann mit dem siebten Feldspieler, darauf hatte Rodriguez sein Team unter der Woche aber vorbereitet, sodass die Führung sogar zum 25:15 (39.) ausgebaut wurde. Im Schlussdrittel brannte über 28:19 (51.) dann nichts mehr an. In der Schlussphase gelang Mikka Fischer dann noch sein erstes Regionalligator. „Trotz unserer schwierigen Kadersituation war das heute in allen Belangen viel zu wenig“, meinte VfL-Coach Schwenzfeier anschließend.
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[Zu selten gelang es den Gummersbachern um Moritz Riedel sich klare Chancen zu erarbeiten. Dazu verwarfen die Gäste sechs Siebenmeter.]
Rodriguez blicke indessen auf den Abstiegskampf: „Man hat gemerkt, dass die Doppelbelastung ein Thema beim VfL zu sein scheint. Es ist schade für die Region, dass wir Oberberger uns im Kampf um den Klassenerhalt bekämpfen müssen, denn man lebt für solche Derbys. Für uns war es wichtig, endlich mal wieder ein Spiel gegen einen direkten Konkurrenten gewonnen zu haben.“ Gelpe/Strombach hat vor den Spielen am Samstagabend nun ein Vier-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge.
Gelpe/Strombach: Mike Heinzerling, Malte Meinhardt (je 8), Felix Maier (8/2), Leonard Viebahn, Tobias Müller, Julius Walch (je 2), Mikka Fischer, Paul Roth (je 1).
Gummersbach II: Tim Rath (6), Moritz Riedel (4), Patrick Kiesewalter (4/1), Fanou Ulmerich (3), Paul Britz, Julian Krieg (je 2).
SSV Nümbrecht – Borussia Mönchengladbach 34:32 (18:13).
Der SSV Nümbrecht kann noch gewinnen: Nach sechs Ligaspielen ohne Sieg und dem Absturz auf einen Abstiegsrang gelang dem Team von Manuel Seinsche im Abstiegskracher gegen Borussia Mönchengladbach endlich einmal wieder ein doppelter Punktgewinn. Der SSV-Coach sprach anschließend von purer Erleichterung und einer Willensleistung seiner Mannschaft: „Das war ein enorm wichtiges Erfolgserlebnis, um ein besseres Gefühl für die nächsten Aufgaben zu haben. Ich glaube, die Jungs haben verstanden, dass wir an unser kämpferisches Maximum müssen. Wir haben heute die entscheidenden Schritte mehr gemacht.“
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[Für Mike Heinzerling gab es von seinem Trainer nach dem Spiel ein Sonderlob.]
Der Sieg gehöre aber auch Torwarttrainer Sven Achenbach, meinte der SSV-Trainer. Achenbach hatte das Team unter der Woche auf das Match vorbereitet. Aber auch Seinsche hatte nach seiner Rückkehr von einer Klassenfahrt am Freitagabend noch einmal tief in die psychologische Trickkiste gegriffen und die Mannschaft am Samstagmittag zu einer Runde Kaffee bei sich Zuhause vor der Videoanalyse des Gegners eingeladen. Positive Nachrichten gab es auch aus dem Lazarett: Johannes Urbach, Marcel Miebach und Erik Hampel meldeten sich rechtzeitig fit, dazu tauchte Simon Schanz überraschend auf dem Spielberichtsbogen auf. Sogar Torhüter Tom Rydzewski stand nur vier Wochen nach seinem Fingerbruch dick bandagiert wieder zur Verfügung. Dass der Routinier am Ende nur für zwei Siebenmeter eingesetzt wurde, lag auch an den starken Leistungen seiner beiden Vertreter Jannis Schoger (11 Paraden) und Alexander Orth (7 Paraden in 15 Minuten).
Locker, aber auch fokussiert starteten die Nümbrechter in das Match und führten früh mit 5:1 (6.). Mönchengladbach, das auswärts weiter auf den ersten Sieg warten muss und in der Fremde erst drei Remis holte, kam zwar noch einmal zum 6:6 (12.) heran, anschließend diktierte der SSV das Geschehen aber über 12:7 (20.) und 15:9 (25.) weitgehend bis zur Pause. Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Abnutzungskampf, in dem die Handball-Fohlen von offensiver Deckung bis zum siebten Feldspieler alle taktischen Hebel zogen. 23:20 (39.), 25:25 (48.) und 30:25 (52.) waren die weiteren Zwischenstände, ehe Erik Hampel mit dem 33:28 zwei Minuten vor dem Ende für die Entscheidung sorgte.
„Ich habe das Gefühl, dass wir den Abstiegskampf jetzt verinnerlicht haben. Die letzten Wochen waren nicht zufriedenstellend, aber heute waren wir da, als wir liefern mussten“, so Seinsche. Ein Sonderlob bekam Kreisläufer Mats Weber. Nümbrecht kann als Tabellenelfter nun zumindest kurz durchatmen. Bereits kommende Woche wartet mit dem Auswärtsspiel in Refrath das nächste wichtige Match im Abstiegskampf. Seinsche: „Wir dürfen uns jetzt einen Abend lang freuen, aber morgen geht schon die Vorbereitung auf kommende Woche los.“
Nümbrecht: Mats Weber (8/4), Dag Dissmann, Dominik Donath (je 5), Erik Hampel, Tim Hartmann (je 4), Marcel Miebach (3), Tim Henrichs (2), Johannes Urbach, Tobias Schröter, Simon Schanz (je 1).
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