HANDBALL
Derby der Gebeutelten: Gummersbach II und Gelpe/Strombach plagen Personalsorgen
Oberberg – Während die VfL-Reserve immer noch mit den Nachwirkungen der Grippewelle zu kämpfen hat, hat sich ein HC-Shooter im Training den Fuß gebrochen - Auch Nümbrecht drohen im Abstiegsknaller gegen Mönchengladbach erneut zahlreiche Ausfälle.
HC Gelpe/Strombach – VfL Gummersbach II (Freitag, 20 Uhr, Eugen-Haas-Halle).
Hinspiel: 25:27.
Es fehlen: Felix Soldanski (Verdacht Mittelfußbruch) - Malte Petersen, Konstantin Kasch, Hannes Hartmann (alle Verletzung).
Einsatz fraglich: Leonard Viebahn (Sprunggelenksverletzung), Arvid Pötz (Grippe).
In der Handball-Regionalliga tobt ein packender Abstiegskampf, in den die halbe Liga involviert ist. Mittendrin: Der HC Gelpe/Strombach und der VfL Gummersbach II, die am Freitagabend im Gummersbacher Stadtderby in der Eugen-Haas-Halle aufeinandertreffen. Während HC-Coach Daniel Rodriguez von „einem richtungsweisenden Spiel“ spricht, will VfL-Trainer Jan Schwenzfeier, die Bedeutung des Derbys nicht überbewerten. „Wir versuchen uns auf jedes Spiel maximal vorzubereiten, egal wie der Gegner heißt“, sagt er.
Personell plagen beide Trainer allerdings einige Sorgen. Gummersbach, geplagt von der Grippewelle, reaktivierte vergangene Woche sogar Shooter-Routinier Julian Krieg (38). Neben den Langzeitverletzten fielen auch Paul Britz und Hugo Fleisch aus. Dazu gingen mehrere Spieler angeschlagen in die Partie gegen Bonn, u.a. konnte Tim Rath nur für Siebenmeter eingesetzt werden. Wie der Fitnesszustand seiner Mannschaft inzwischen aussieht, will Schwenzfeier nicht verraten, sagt lediglich: „Es geht darum, mit dem Kader, der da ist, die bestmöglichen Lösungen zu finden.“
Aber auch die bislang von Verletzungen verschonten HC-Handballer haben plötzlich Sorgen. Felix Soldanski hat sich am Dienstag im Training wahrscheinlich den Mittelfußknochen gebrochen. Er soll voraussichtlich noch diese Woche operiert werden – das Saison-Aus. Ebenfalls verletzt hat sich Leonard Viebahn, dazu musste Arvid Pötz grippebedingt das Training ausfallen lassen. Daniel Rodriguez ist allerdings kein Freund des Jammerns, appelliert stattdessen an den Kampfgeist seiner Mannschaft: „Wir müssen alles investieren, damit wir dieses Vier-Punkte-Spiel gewinnen.“ Schönheitspreise werden aus seiner Sicht am Freitagabend ohnehin nicht vergeben.
Der HC-Coach warnt davor, Gummersbach anhand der Tabelle zu beurteilen: „Ich bin von dieser Mannschaft überzeugt. Sie haben eine gute Abwehr, dazu einen starken Torhüter und kassieren nur wenig Gegentore. Gegen ihren starken Innenblock müssen wir in der Breite agieren.“ Schwächen sieht er offensiv, denn der VfL wirft mit 27 Toren im Schnitt die wenigsten Tore der Liga. „Unser Ziel muss es sein, so fehlerfrei und diszipliniert wie zuletzt gegen Dormagen in der ersten Hälfte zu agieren, denn Gummersbach lebt von seiner Schnelligkeit“, so Rodriguez.
Die Offensivprobleme seiner Mannschaft spricht auch Schwenzfeier vor dem Derby an: „Was wir gegen Bonn im Angriff angeboten haben, ist zu wenig. Da müssen wir uns besser präsentieren.“ Auch er lobt die gegnerische Defensive: „Der HC agiert sehr geschlossen in seiner 5:1-Deckung und hat einen guten Torhüter dahinter. Aber auch offensiv haben sie mit Heinzerling, Viebahn und Pötz einiges an Qualität.“
SSV Nümbrecht – Borussia Mönchengladbach (Samstag, 20 Uhr, GWN-Arena).
Hinspiel: 28:28.
Es fehlen: Torben Lang, Benedikt Opitz, Tom Rydzewski (alle Verletzung), Fabian Benger (krank).
Einsatz fraglich: Marcel Miebach, Johannes Urbach (beide krank), Erik Hampel (Kniebeschwerden).
Ungewohnte Kommandos gibt es diese Woche in der GWN-Arena zu hören. Ausgerechnet vor dem Abstiegsknaller zwischen Nümbrecht und Borussia Mönchengladbach muss der oberbergische Aufsteiger auf seinen Trainer Manuel Seinsche (Skifreizeit mit seiner Schulklasse) verzichten. Auch Co-Trainer Ingo Werblow befindet sich auf einer beruflichen Fortbildung, sodass Torwarttrainer Sven Achenbach die Einheit am Dienstag geleitet hat. Am Donnerstag wird er von Mario Jatzke unterstützt, ehe Seinsche am Freitag im Abschlusstraining den letzten taktischen Feinschliff einfließen lassen wird.
Für Nümbrecht wird die Luft im Abstiegskampf allmählich dünner. Nach der Niederlage in Essen steht der SSV erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsrang. Trotzdem ist die Stimmung gut, sagt Achenbach. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie die positiven Dinge aus dem Essen-Spiel mitnehmen sollen und es gab extrem viel Positives in diesem Spiel“, blickt er noch einmal auf die 37:40-Niederlage zurück. Dazu zählt er vor allem die Lauf- und Kampfbereitschaft der Mannschaft: „Man hat gesehen, dass wir die vielen Ausfälle mit der Extra-Meile kompensieren können. Die ist zwar anstrengend, aber geht!“
Apropos Ausfälle: Das SSV-Lazarett hat sich bislang nicht gelichtet. Die Hoffnungen, wieder auf Abwehrchef Fabian Benger zurückgreifen zu können, tendieren gegen null. Marcel Miebach hat seine Sperre zwar abgesessen, konnte wegen einer Grippe bislang aber nicht trainieren. Auch Johannes Urbach droht aus demselben Grund erneut auszufallen. Bei beiden besteht aber zumindest Hoffnung, sagt Achenbach. Und auch Winter-Neuzugang Erik Hampel konnte nach seinen Kniebeschwerden noch nicht wieder ins Training einsteigen.
Der Gegner surft indessen auf einer kleinen Erfolgswelle. Mönchengladbach wirkte in der Hinrunde lange wie der erste Absteiger. Die Handball-Fohlen haben ihre Leistungen im neuen Jahr aber zunehmend stabilisiert und zuletzt fünf Punkte aus den letzten vier Spielen geholt. Zur Belohnung steht die Mannschaft von Ronny Rogawska erstmals in dieser Saison nicht mehr auf einem Abstiegsplatz und hat zudem immer noch das Nachholspiel gegen Gummersbach II in der Hinterhand. Achenbach glaubt, dass am Wochenende auch die Nerven eine Rolle spielen werden: „Jeder weiß, dass der Druck im Abstiegskampf zunehmend höher wird. Wer in der Lage ist, das am Samstag auszublenden, hat einen Vorteil.“
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