HANDBALL
Sechs Ausfälle: Nümbrechts Lazarett wächst weiter
Oberberg - In Essen müssen die SSV-Handballer zudem auf Trainer Manuel Seinsche verzichten - Gelpe/Strombach will sich in Dormagen nicht verstecken - Gummersbach II hofft, Bonns Sieglos-Serie zu verlängern.
TSV Bayer Dormagen II - HC Gelpe/Strombach (Freitag, 20 Uhr).
Hinspiel: 24:30.
Es fehlt: Felix Soldanski (Urlaub).
Nach der 37:41-Heimnniederlage gegen Unitas Haan sind die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach wieder voll im Abstiegskampf angekommen. Die heiße Zone im Kampf um den Klassenerhalt beginnt mit dem Team von Daniel Rodriguez auf Platz neun. Aktuell beträgt der Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze noch vier Punkte, wobei Mönchengladbach und Gummersbach II noch Nachholspiele zu absolvieren haben. Die HC-Handballer hatten über Karneval einige Tage Zeit, die Köpfe freizukriegen und sich auf das anstehende Duell mit Bayer Dormagen II vorzubereiten.
Aus Rodriguez Sicht wird die Aufgabe beim Tabellenzweiten jedenfalls deutlich einfacher als zuletzt gegen die ausgebufften Gegner aus Aachen und Haan: „Dormagen ist ein Gegner, bei dem ich weiß, dass die Jungs mental gut drauf sein werden.“ Die Statistik unterschützt ihn in seiner Einschätzung: Gegen die Topteams der Liga tun sich die Oberberger bislang deutlich einfacher als in den direkten Duellen um den Klassenerhalt. Auch im Training hat der HC-Coach schon das gewisse Kribbeln bei seinen Jungs bemerkt: „Sie haben Bock auf dieses Spiel. Wir fahren mit Selbstbewusstsein dahin und wollen auch gewinnen.“
Die entscheidenden Faktoren am Freitagabend werden aus Sicht des HC-Trainers „eine stabile Defensive und die Torhüterleistung“. Zumal er auch Dormagen unter Druck sieht. Die Bayer-Reserve darf sich im Titelrennen nicht mehr viele Patzer leisten. Derzeit liegt das Team von Peer Pütz mit 21:9 Punkten einen Zähler hinter Spitzenreiter Korschenbroich, zeigte sich beim 33:33 gegen Mönchengladbach und dem knappen 36:35-Erfolg bei der TSV Bonn rrh. aber auch nicht vollkommen stabil. „Wir sind zwei junge Mannschaften, die ihre Fehler machen werden. Wichtig wird, dass wir unsere Quote so gering wie möglich halten und uns defensiv in jeden Zweikampf werfen“, so Rodriguez, der nur auf Felix Soldanski (Urlaub) verzichten muss.
VfL Gummersbach II – TSV Bonn rrh. (Samstag, 18 Uhr, SCHWALBE arena).
Hinspiel: 22:29.
Es fehlen: Malte Petersen, Konstantin Kasch, Hannes Hartmann (alle Verletzung).
Nach dem 28:26-Derbysieg gegen Nümbrecht folgt für Ligaschlusslicht VfL Gummersbach II schon der nächste Abstiegsknaller: Am Samstagabend empfängt die Mannschaft von Jan Schwenzfeier mit der TSV Bonn rrh. ein Team, das seine Form sucht. Seit dem 38:34-Erfolg am 6. Dezember konnte die Mannschaft von Trainer Florian Benninghoff-Lühl nicht mehr punkten. Siebenmal in Folge gingen die Bonner als Verlierer vom Feld, zuletzt nur denkbar knapp bei der 35:36-Niederlage gegen Dormagen II. Gummersbach II konnte mit dem Derbysieg im Abstiegskampf hingegen neue Hoffnung schöpfen: Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt derzeit drei Punkte und das Schwenzfeier-Team hat außerdem noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand.
Entsprechend ruhig bleibt der VfL-Coach und will nicht von einem Vier-Punkte-Spiel sprechen, sondern bleibt seiner Devise treu, weiter von Spiel zu Spiel zu denken und die Entwicklung seiner Talente voranzutreiben. „Für uns geht es darum, in der Abwehr die richtigen Lösungen zu finden“, sagt Schwenzfeier. Den Bonnern will er vor allem ihr gefährliches Spiel über die Außen nehmen, „wo sie ihre Stärken haben“. Ein weitere Waffe der Gäste vom Rhein: ihr gutes Zweikampfverhalten im Eins-gegen-Eins.
Doch auch defensiv agiert Bonn äußerst variabel. „Sie haben eine sehr gallige Deckung, in der sie häufig aus einer 6:0-Deckung in eine 3:3-Variante splitten. Für uns wird es darum gehen, uns gute Räume dagegen zu organisieren. Wir müssen mit genügend Lauftempo agieren, um gute Situationen in die Tiefe zu kreieren“, so Schwenzfeier. Einen Vorteil haben die Gummersbacher: sie sind im Rhythmus. Während die Regionalliga während Karneval pausierte, war das VfL-Team in der Jugend-Bundesliga am vergangenen Wochenende sogar doppelt gefordert. Ebenfalls wichtig: Mit Paul Britz kehrte zuletzt ein Spieler aus dem VfL-Lazarett zurück in den Kader.
HSG am Hallo Essen – SSV Nümbrecht (Sonntag, 17 Uhr).
Hinspiel: 33:33.
Es fehlen: Torben Lang, Benedikt Opitz, Tom Rydzewski (alle Verletzung), Fabian Benger (krank), Erik Hampel (Kniebeschwerden), Manuel Seinsche (beruflich verhindert), Marcel Miebach (Sperre).
Nümbrechts Verletztenliste wird lang und länger. Die weiße Fahne will SSV-Coach Manuel Seinsche vor dem Auswärtsspiel bei der HSG am Hallo Essen zwar noch nicht hissen, aber auch er weiß, dass die Aufgabe mit jedem fehlenden Spieler nicht einfacher wird. Zumal Seinsche am Wochenende auch nicht auf der Bank sitzen wird, da er als Lehrer mit seiner Schulklasse auf einer Klassenfahrt gebunden ist. Für ihn werden Co-Trainer Ingo Werblow und Torwarttrainer Sven Achenbach auf der SSV-Bank übernehmen. „In den vergangenen zehn Jahren habe ich nur ein einziges Spiel verpasst – damals wegen Corona. Leider ging es dieses Wochenende nicht anders“, so Seinsche.
In Essen müssen die Nümbrechter neben den Langzeitverletzten Lang, Opitz und Rydzewski zudem auf Winterneuzugang Erik Hampel (Kniebeschwerden) und den erkrankten Kreisläufer Fabian Benger verzichten, der auf unbestimmte Zeit ausfallen wird. Dazu ist Marcel Miebach nach seiner Blauen Karte in Gummersbach für ein Spiel gesperrt worden. Mit der Entscheidung ist Seinsche weiterhin nicht einverstanden: „Die Szene haben sich viele Experten angeschaut, niemand sieht dort eine Blaue Karte.“ Die aktuelle Kadersituation sieht er als Chance für die nachrückenden Spieler: „Wir sind stark gebeutelt, aber jetzt haben die jungen Burschen ihre Chance. Diese Chance müssen sie nutzen.“
In Essen werden die Trauben aus seiner Sicht allerdings hoch hängen, glaubt Seinsche: „Wir können da total ohne Druck befreit aufspielen.“ Der Mitaufsteiger wurde im Sommer schon als möglicher Meisterschaftskandidat gehandelt. Mit 19:11 Punkten wurde der mit mehreren Ex-Profis gespickte Kader dieser Rolle zwar nicht durchgängig gerecht, liegt auf Platz vier aber auch nur drei Punkte hinter Spitzenreiter Korschenbroich. „Das ist einfach eine geile Truppe, mit enormer Qualität und ich kann mir ihre Unbeständigkeit ehrlich gesagt auch nicht erklären. Sie spielen einen unheimlich guten Ball“, meint Seinsche. Denker und Lenker der Essener ist Matthis Blum (113 Tore). „Gegen diesen Gegner werden wir eine disziplinierte Leistung benötigen, um überhaupt eine Chance zu haben“, so Seinsche.
KOMMENTARE
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.