HANDBALL
Rodriguez erwartet „das schwerste Spiel der Saison“
Oberberg - Gelpe/Strombach muss zum Rückrundenauftakt nach Aachen - Nümbrecht bei Dormagen II gefordert - Gummersbach II jagt gegen Aldekerk nach Punkten für den Klassenerhalt.
BTB Aachen – HC Gelpe/Strombach (Samstag, 20 Uhr).
Hinspiel: 32:35.
Es fehlt: Keiner.
Der Start ins Jahr 2026 hätte für die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach wahrlich schlechter laufen können: Zunächst der klare Derbyerfolg gegen Nümbrecht, dann der deutliche Sieg in Bonn und am vergangenen Wochenende die Sensation gegen Titelfavorit Korschenbroich. Sechs Punkte, die für die Oberberger den Klassenerhalt zum Hinrundenende ein ganzes Stück greifbarer gemacht haben. Und nun wartet zum Rückrundenauftakt mit BTB Aachen eine Auswärtsaufgabe bei einem abstiegsgefährdeten Kellerkind. HC-Trainer Daniel Rodriguez spricht aber gerade wegen der zuletzt so erfolgreichen Auftritte vom „schwersten Spiel der Saison“.
„Wir haben zuletzt grandios gespielt, in Aachen wird sich aber zeigen, ob wir im Abstiegskampf die richtige Mentalität haben. Ich war selbst Spieler. Nach solchen Spielen wie gegen Korschenbroich besteht immer die Gefahr, dass sich eine falsche Selbstsicherheit im Kopf einnistet“, spricht Rodriguez von einer psychologischen Aufgabe für das HC-Trainerteam. Er tritt bewusst auf die Euphoriebremse, warnt zudem davor, die Kaiserstädter am Samstag zu unterschätzen und will deshalb im Training viele Gespräche führen: „Zeigen wir die richtige Einstellung und agieren mit demselben Tempo wie zuletzt werden wir auch in Aachen gute Chancen haben. Machen wir das nicht, werden wir Probleme kriegen.“
Denn nicht nur Gelpe/Strombach befindet sich in einem sportlichen Hoch. Auch BTB Aachen ist mit fünf Punkten ins neue Jahr gestartet und hat sich im Abstiegskampf mit nun 9:17 Punkten zumindest ein wenig freigeschwommen. Die Bandits, die vergangene Woche bekanntgaben, dass im Sommer Philipp Reinertz (42) den langjährigen Trainer Simon Breuer-Herzog auf der Bank beerben wird, gewannen im heimischen Gillesbachtal gegen Aldekerk und Bonn und entführten einen Punkt aus Nümbrecht. „Sie haben sich defensiv stabilisiert, kassieren insgesamt nur wenig Tore und agieren mit viel Tempo über die linke Seite“, so Rodriguez. Auffälligster BTB-Spieler ist der Halbrechte Carsten Jacobs, der mit 101 Toren die Torjägerliste anführt. „Das wird eine schwierige Aufgabe, aber wir fahren mit breiter Brust dahin“, meint der HC-Coach.
VfL Gummersbach II – TV Aldekerk (Samstag, 20:15 Uhr, Eugen-Haas-Halle).
Hinspiel: 20:25.
Es fehlen: Malte Petersen, Konstantin Kasch, Hannes Hartmann (alle Verletzung).
Einsatz fraglich: Paul Britz (Bänderverletzung).
Auf ungewohntem Terrain beginnt für Gummersbachs U20 am Samstag die Rückrunde. Aufgrund des Autosalsons in der SCHWALBE arena müssen die VfL-Handballer in die Eugen-Haas-Halle umziehen. 13 Spiele und die beiden Nachholspiele gegen Mönchengladbach und Refrath/Hand bleiben dem Tabellenletzten noch, um das Durchreichen in die Oberliga zu verhindern. Vier Punkte beträgt der Rückstand derzeit auf das rettende Ufer, der Tabellenvorletzte Mönchengladbach holte zudem am Dienstag einen überraschenden Punkt in Dormagen. VfL-Trainer Jan Schwenzfeier nimmt solche Ergebnisse zur Kenntnis, will sich im Abstiegskampf aber vollkommen auf sein Team konzentrieren: „Wir gucken nur auf unsere Spiele. Das ist das, was wir beeinflussen können.“
Mit Mitabsteiger Aldekerk erwartet die Gummersbacher am Samstag eine der besseren Abwehrreihen der Liga. „Das ist eine sehr gute Mannschaft, die eine sehr flexible Deckung spielt und viel Körperlichkeit ins Spiel mit einbringt“, analysiert Schwenzfeier den Gegner. Dabei agiert das Team von Tim Gentges variabel mit einer 5:1 oder einer sehr aktiven 3:2:1-Deckung. Offensiv hat der Tabellensiebte (13:13 Punkte) seine Stärken hingegen vor allem in der zweiten Reihe. Häufig gesucht wird zudem das Spiel über den Kreis. „Das sind die Punkte, auf die wir uns vorbereiten müssen“, so der VfL-Coach. Aldekerk ist durchwachsen ins neue Jahr gestartet. Auf die 30:33-Niederlage in Aachen folgten ein knapper 28:27-Heimsieg gegen Haan und die höchste Saisonniederlage, ein 30:37 in Dormagen.
Personell ist die Lage bei Gummersbach weiterhin angespannt. Mit Malte Petersen, Konstantin Kasch und Hannes Hartmann fallen weiterhin drei Leistungsträger aus, dazu ist der Einsatz von Paul Britz nach dessen Verletzungen im letzten Heimspiel gegen Rheinhausen fraglich. Immerhin gab Moritz Riedel sein Comeback. Im Vergleich zur 20:25-Niederlage zum Saisonauftakt sieht Schwenzfeier sein Team gereifter: „Trotzdem müssen wir gucken, dass wir weiterhin unsere Entwicklungsschritte machen, gerade was die Themen Abgezocktheit und Cleverness angeht. Wir müssen am Samstag vor allem unser Spiel machen und uns möglichst wenig, ihr Spiel aufdrücken lassen.“
TSV Bayer Dormagen II – SSV Nümbrecht (Sonntag, 16:30 Uhr).
Hinspiel: 29:29.
Es fehlen: Benedikt Opitz, Torben Lang (Verletzung).
Den Start ins neue Jahr hatte man sich beim SSV Nümbrecht anders erhofft. Nach dem starken Dezember mit den Überraschungserfolgen in Aldekerk und gegen Bonn wollte das Team von Manuel Seinsche im Januar im Kampf um den Klassenerhalt in den direkten Duellen eigentlich Boden gutmachen. Doch aus den Duellen gegen Gelpe/Strombach, Aachen und Haan sprang nur ein Punkt heraus. Mit 10:16 Punkten spielen die SSV-Handballer damit zur Halbzeit der Saison zwar weiterhin eine sehr solide Runde nach dem Aufstieg in die Regionalliga, der Vier-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsränge ist allerdings trügerisch, da Mönchengladbach und Gummersbach noch Nachholspiele absolvieren müssen.
Für Seinsche hat das schwache Abschneiden im Januar Gründe. Zuletzt war der Trainingsbetrieb durch Verletzungen, Krankheiten und Urlaube nur eingeschränkt möglich. „Wir müssen mal wieder mit voller Kapelle trainieren. Ich will nicht meckern, weil auch andere Vereine mit diesen Problemen kämpfen, aber wir brauchen einfach mal wieder Klarheit in unserem Spiel und die bekommen wir nur über einstudierte Abläufe im Training“, sagt der SSV-Coach. Zuletzt hatten seine Handballer zu viele Fehler in ihr Spiel eingestreut. „Wir haben gegen Aldekerk und Bonn vor allem deshalb gepunktet, weil wir eine gewisse Sicherheit hatten. Das ist derzeit unsere Hausaufgabe, das wiederzuerlangen. Wir machen selbst in unseren guten Phasen einfach zu viele Fehler. So selbstkritisch müssen wir sein“, meint Seinsche.
Mit Dormagen II erwartet die Nümbrechter nun allerdings ein schwieriger Gegner zum Auftakt der Rückrunde. Im Hinspiel hatten die Oberberger überraschend einen Punkt gegen den aktuellen Tabellendritten (17:9 Punkte) geholt. Seinsche ist voll des Lobes für das Bayer-Team und spricht von einer echten Hausnummer: „Das ist eine topausgebildete Mannschaft, die mit ihrer Rotation in der Belastungssteuerung der A-Jugend aber auch immer eine Überraschungskiste ist.“ Für ihn wäre eine Wiederholung des Hinspielergebnisses bereits ein Erfolg. Mit Maximilian Conzen verfügt Dormagen über einen der stärksten Torhüter der Liga, dazu spielen sie einen schnellen Ball. „Im Hinspiel haben wir vor allem deshalb einen Punkt geholt, weil wir es geschafft haben, sie permanent unter Druck zu setzen und weil wir unsere Chancen genutzt haben“, so Seinsche. Dass Dormagen verwundbar ist, zeigt der Dienstagabend. Dort ließ das Team von Peer Pütz überraschend einen Punkt gegen Mönchengladbach liegen.
KOMMENTARE
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.